Sicherheit in Europa

Drohnen-Mauer als Europas Schild: EU-Kommissar plant Putins Eindämmung

Russische Drohnen fliegen in den polnischen Luftraum – erstmalig antworten Nato-Kampfflugzeuge direkt. Ein EU-Politiker fordert nun eine „Drohnenmauer“.

Warschau – Während eines russischen Angriffs auf die Ukraine in der Nacht auf Mittwoch (10. September) verletzten Drohnen den Luftraum in Polen. Es sei das erste Mal gewesen, dass NATO-Flugzeuge „potenzielle Bedrohungen im Luftraum eines Verbündeten angegriffen haben“, erklärte ein NATO-Sprecher. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk sprach von einer „Provokation großen Ausmaßes“. Seit Beginn des Ukraine-Krieges gab es immer wieder Verletzungen des Luftraums im Baltikum und in Polen. Doch einen Abschuss hatte es bislang nicht gegeben.

Russische Drohnen verletzten in der Nacht zum 10. September 2025 den polnischen Luftraum. Bei der Abwehr seien auch deutsche Patriot-Luftabwehrsysteme in Alarmbereitschaft gesetzt worden, hieß es von einem NATO-Sprecher.

Russland teste erneut die Grenzstaaten, die EU und die NATO, schrieb der EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius am Mittwoch auf der Plattform X. „Wir müssen dringend eine ‚Drohnenmauer‘ entlang der gesamten Ostflanke der EU errichten, die derzeit das wichtigste gemeinsame Vorzeigeprojekt ist. Wir werden mit den Mitgliedstaaten, den Grenzstaaten und der Ukraine zusammenarbeiten“, so der EU-Politiker weiter. Russland werde gestoppt.

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Auf die Frage von Newsweek, ob das Eindringen russischer Drohnen in NATO-Gebiet gezielt erfolgt sei, sagte Kubilius: „Russland führt einen vorsätzlichen Krieg gegen die Ukraine. Die Tötung ukrainischer Menschen geschieht vorsätzlich. Das Ergebnis dieser vorsätzlichen Aktionen sind Drohnen in Polen.“ Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte auf der Plattform X mit, „immer mehr Beweise“ würden darauf hindeuten, „dass diese Angriffsrichtung kein Zufall war.“ Die Grenze an der Nato-Ostflanke in direkter Nachbarschaft zu Russland umfasst rund 3000 Kilometer.

Laut dem Rüstungskonzern Helsing sei der Aufbau einer „Drohnenmauer“ an der NATO-Ostflanke innerhalb eines Jahres möglich, wie der Co-Vorstandsvorsitzende Gundbert Scherf der dpa Anfang dieses Jahres sagte. „Wenn wir mit Masse dorthin kommen, auf asymmetrische Fähigkeiten setzen, also Zehntausende Kampfdrohnen dort konzentrieren, dann ist es eine sehr glaubwürdige konventionelle Abschreckung“, so Scher im März. Die litauische Innenministerin Agné Bilotaité hatte laut der Nachrichtenagentur BNS im Mai vergangenen Jahres von einer „Drohnengrenze“ von Norwegen bis Polen gesprochen.

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Bei dem nächtlichen Einsatz am Mittwoch wurden laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) auch deutsche Patriot-Systeme in Alarmbereitschaft versetzt. Zudem waren polnische F-16, niederländische F-35, italienische AWACS-Aufklärungsflugzeuge und gemeinsame NATO-Tankflugzeuge beteiligt, hieß es nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters von einer Quelle. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete ebenfalls über den Vorfall, betonte jedoch, dass es „keine offiziellen Informationen über die Herkunft der entdeckten Drohnentrümmer“ gebe.

Der Präzedenzfall, dass Kampfflugzeuge mehrerer europäischer Länder gleichzeitig eingesetzt wurden, „um russische Waffen abzuschießen und Menschenleben zu schützen, ist von großer Bedeutung“, teilte Selenskyj am Mittwoch auf X weiter mit. Kiew habe schon lange die Schaffung eines gemeinsamen Luftverteidigungssystems in Europa vorgeschlagen, betonte der ukrainische Präsident.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Anita Walczewska/ Eastnews

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