Gebietsgewinn

Donezk: Russland erhöht militärischen Druck auf Ukraine

Russlands Streitkräfte haben ihren Vormarsch in der Ostukraine fortgesetzt. Sie erzielen trotz erheblicher Verluste einen beispiellosen Zuwachs an Territorium.

Kiew/Moskau – Russische Truppen haben bei den Kämpfen im Osten der Ukraine zuletzt Fortschritte an mehreren Abschnitten im Gebiet Donezk gemacht. Laut Analysten des Projekts DeepState gibt es russische Vorstöße in der Nähe von neun Siedlungen in der Oblast Donezk. 

Russland hält an Plänen fest: Ziel ist die Einnahme der Stadt Pokrowsk im Donezk

Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine berichtet außerdem von harten Kämpfen an der Pokrowsk-Front. Im Laufe des Montags (9. Dezember) sollen die russischen Streitkräfte 51 Offensivaktionen durchgeführt haben. Laut Analysten des Instituts für Kriegsforschung (ISW) versuche der Kreml weiterhin, die Stadt Pokrowsk in der Oblast Donezk einzunehmen, trotz erheblicher Verluste an Menschenleben und Material. 

Die ostukrainische Stadt Pokrowsk droht von russischen Truppen erobert zu werden. (Archivbild)

Denn auch wenn die russischen Streitkräfte hohe Verluste erzielen, könnten sie laut ISW ihre Angriffe in der Region noch weit über den Winter 2024/2025 hinaus fortsetzen. Das britische Verteidigungsministerium meldete, dass Russland im November 2024 Rekordverluste erlitten hat. Der Kreml habe im Schnitt 1523 Soldaten pro Tag an der Front verloren, was einem Gesamtverlust von mehr als 45.000 Soldaten pro Monat entspräche.

Trotz erheblicher Verluste: Russland verzeichnet größten Gebietsgewinne seit März 2022

Dennoch verzeichnete Russland einen neuen wöchentlichen Rekord an Gebietsgewinnen. Insgesamt haben die russischen Truppen fast 235 Quadratkilometer ukrainisches Territorium erobert, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Analysten des ISW erklärten, dass die russischen Kräfte zuletzt deutlich schneller vorrückten als im gesamten Jahr 2023. Die Fachleute führen die jüngsten Erfolge vor allem auf die Identifizierung und taktische Ausnutzung von Schwachstellen in den ukrainischen Verteidigungslinien zurück.

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Laut einer Datenauswertung der Nachrichtenagentur AFP soll die russische Armee im November in der Ukraine die größten Gebietsgewinne seit März 2022 verzeichnet haben. Wie aus der AFP-Analyse auf Grundlagen von Daten der in den USA ansässigen Denkfabrik ISW hervorgeht, eroberten die russischen Streitkräfte im vergangenen Monat 725 Quadratkilometer Territorium.

Fast 90 Prozent dieser Gebietsgewinne erzielte die russische Armee demnach in der ostukrainischen Region Donezk, wo sie sukzessive auf die strategisch wichtige Stadt Pokrowsk vorrückte. Die ukrainische Armee kontrolliert nur noch weniger als ein Drittel der Region Donezk - Anfang des Jahres waren es noch mehr als 40 Prozent gewesen. Von Pokrowsk ist die russische Armee inzwischen nur noch weniger als fünf Kilometer entfernt.

Seit Ausbruch des Kriegs: Russland kontrolliert derzeit 18,4 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets

Höhere Gebietsgewinne als im November hatte die russische Armee zuletzt im März 2022 erreicht, also in den Wochen nach Beginn des Kriegs in der Ukraine. Damals hatte Russland mehr als 45.400 Quadratkilometer ukrainisches Gebiet besetzt – und war bis kurz vor die Hauptstadt Kiew gekommen.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 hat Russland bis Ende November 2024 insgesamt 68.050 Quadratkilometer an ukrainischem Territorium besetzt. Einschließlich der 2014 annektierten Halbinsel Krim und der vor 2022 von prorussischen Separatisten Gebiete im Donbas kontrolliert Russland derzeit 18,4 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets. (afp/bg)

Rubriklistenbild: © Oleg Petrasiuk/dpa

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