Nach Türkei-Referendum

CDU will mit Doppelpass Wahlkampf machen

Berlin - Führende CDU-Politiker haben nach dem Referendum in der Türkei für das Unions-Wahlprogramm konkrete Formulierungen für Änderungen am deutschen Staatsbürgerschaftsrecht gefordert.

CDU-Vize Thomas Strobl forderte in der Zeitung Die Welt (Mittwochsausgabe), Konsequenzen aus dem Referendum für den Doppelpass zu ziehen. "Ich halte es jedenfalls für falsch, wenn doppelte Staatsbürgerschaften über Generationen hinweg geführt werden."

Er wolle "mindestens von der zweiten Generation, die in Deutschland geboren ist", eine Entscheidung für eine der beiden Staatsbürgerschaften, sagte Strobl. Dies würde eine Rückkehr zur Optionspflicht für die Enkel von Zuwanderern bedeuten, die 2014 von der großen Koalition abgeschafft worden war.

Rund 63 Prozent der in Deutschland lebenden Türken stimmten bei dem Referendum mit Ja

Auch CDU-Vize Julia Klöckner forderte Konsequenzen aus dem Türkei-Referendum für das Unionsprogramm zur Bundestagswahl. "Wahlprogramme greifen aktuelle Fragestellungen auf. Dazu zählt auch der Doppelpass."

Während bei dem Referendum am Sonntag insgesamt rund 51 Prozent mit Ja stimmten, sprachen sich rund 63 Prozent der in Deutschland wählenden Türken für die Einführung eines Präsidialsystems aus, das Staatschef Recep Tayyip Erdogan deutliche Machtzuwächse beschert.

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt betonte derweil in der Neuen Osnabrücker Zeitung (Mittwochsausgabe), sie halte die Türke als Nato-Partner und Verbündeter im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat für unverzichtbar.

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AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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