Verhandlungen für Waffenruhe
Brexit-Hardliner warnt: Trumps Ukraine-Plan stärkt Putin
Farage, ein Brexit-Hardliner, warnt davor, dass Trump Putin zu viel Spielraum geben könnte. Eine unerwartete Kritik an der Ukraine-Politik der USA.
London – Der Brexit-Hardliner Nigel Farage ist eigentlich langjähriger Unterstützer des US-Präsidenten Donald Trump. Nun distanzierte er sich in einem Interview mit der BBC von dem Republikaner. Farage sei „nicht zu 100 Prozent einverstanden“ mit der derzeitigen Haltung des Trump-Teams zum Ukraine-Krieg. Der russische Präsident Wladimir Putin kriege „viel zu viel“ von den durch die USA geführten Verhandlungen.
„Wir wollen ein Friedensabkommen, sicherlich will jeder ein Friedensabkommen. Aber es muss gerecht sein“, so der britische Politiker. Auf die ausdrückliche Nachfrage, ob Trump Putin in den US-geführten Verhandlungen zu viel Spielraum gebe, antwortete Farage: „Im Moment sieht es so aus.“ Zwar schließe er nicht unmittelbar aus, dass unbekannte Überlegungen in Russland die Lage beeinflussten, „aber im Moment ist das die Sorge“.
Putin nicht „zum Gewinner“ machen: Brexit-Hardliner Farage distanziert sich von Trump-Position
Der Parteianführer der „Reform UK“-Partei betonte: „Wir können keinen Frieden haben, der Putin zum Gewinner macht“. Die Partei, ehemals die Brexit-Partei, steht eigentlich für eher prorussische Positionen in der Kritik. Farage suggerierte in der Vergangenheit, dass die Nato- und EU-Expansion Putins Narrativ im Ukraine-Krieg erst den Weg freimachte. Nicht nur aus der Labourparty erntete er dafür Kritik. In den letzten Monaten schien Farage jedoch zurückrudern zu wollen, zeigte sich zum Beispiel offen für eine Nato-Integration der Ukraine.
Ob wohl nun auch die Beziehung zu den Republikanern wackelt? Diese war bisher noch sehr eng: Farage besuchte Trump-Versammlungen zu Wahlkampfzeiten, er nahm an der Amtseinführung des Republikaners teil, besuchte Trump in seinem Anwesen Mar-a-Lago – und bekam sogar Geburtstagsgrüße von Top-Republikanern zu seinem 60. Geburtstag. Von dem Tech-Milliardär und Trump-Berater Elon Musk bekam Farage zudem wohl das Versprechen für Spenden von bis zu 100 Millionen US-Dollar.
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Auch bei den Menschen, die zur Wahl des britischen Unterhauses 2024 die Reformpartei gewählt haben, kommt Trump in Großbritannien nach wie vor am besten an, wie eine Ipsos-Umfrage vom Januar zeigte. Dort konnte sich der Republikaner 53 Prozent der Beliebtheit erfreuen (30 Prozent Abneigung). Zum Vergleich: Insgesamt standen laut Umfrage über 60 Prozent der Menschen Trump abgeneigt gegenüber (22 Prozent Zuneigung). (lismah)
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