Anschlagspläne im Auftrag Russlands?
Mutmaßlicher Kreml-Saboteur in NRW festgenommen – Innenminister Reul mit beunruhigender Prognose
Drei mutmaßliche Agenten sollen im Auftrag Russlands Sabotage geplant haben. Ermittlungen zeigen neue Methoden hybrider Bedrohung. NRWs Innenminister Reul warnt.
Düsseldorf/Köln – Im mutmaßlichen Spionagefall für Russland, bei dem es drei Festnahmen in Köln, Konstanz und der Schweiz gab, stehen die Ermittlungen nach Angaben von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) noch am Anfang. Er wagt eine beunruhigende Prognose: „Ich bin mir nicht sicher, ob das alles ist“, sagte Reul in Düsseldorf. „Es ist nicht zu Ende. Es könnte noch einen zweiten, dritten oder vierten Vorgang geben.“ Die Gefahr sei in diesem Fall eine ernstzunehmende gewesen, erklärte er.
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Die Festgenommenen drei Ukrainer sollen sich spätestens Ende März 2025 dazu bereiterklärt haben, Anschläge auf Gütertransporte in Deutschland zu verüben. „Es waren geplant, Brand- und Sprengstoffanschläge und zwar im Auftrag von russischen staatlichen Stellen. Der Plan war, von Deutschland aus an Empfänger in der Ukraine Pakete mit Spreng- und Brandvorrichtungen zu versenden, die sich dann während des Transportes entzünden sollten“, erläuterte Reul.
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NRW-Innenminister Reul: Russische Geheimdienste agierten risikobereiter und aggressiver
Die Festnahmen wurden erst jetzt öffentlich gemacht, liegen jedoch teils mehrere Tage zurück. Bereits am Freitag wurde ein Mann in Köln von der Polizei vorläufig festgenommen und noch am selben Abend nach Karlsruhe gebracht, wo er dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt wurde. Am darauffolgenden Tag nahm das Landeskriminalamt Baden-Württemberg in Konstanz einen mutmaßlichen Komplizen fest. Beide Männer befinden sich in Untersuchungshaft. Der dritte Verdächtige wurde am Dienstag im Schweizer Kanton Thurgau festgenommen und soll bald nach Deutschland überstellt werden.
Minister Reul: Russische Geheimdienste agierten risikobereiter und aggressiver. Dafür brauche es keine ausgebildeten Agenten der alten Schule mehr, sondern es reichten Menschen, die für kleines Geld angeworben würden. Dies sei auch im aktuellen Fall der erste Eindruck. „Die Ermittlungen fangen gerade erst an“, betonte der NRW-Innenminister. Russland übe Druck aus, um in Deutschland Verunsicherung und Schaden zu verursachen, erklärte der CDU-Politiker weiter. Dabei richteten sich die Angriffe nicht nur gegen staatliche Institutionen, sondern auch gegen kritische Infrastruktur, die Privatwirtschaft und einzelne Personen.
In Köln verhafteter mutmaßlicher Kreml-Saboteur gab Testpakete mit GPS-Trackern auf
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft war der mutmaßliche Plan, von Deutschland aus Pakete mit Spreng- oder Brandvorrichtungen an Empfänger in der Ukraine zu senden. Der in Köln Festgenommene habe Ende März zwei Testpakete mit GPS-Trackern aufgegeben, um Transportwege auszukundschaften. Den Auftrag dazu erhielt er offenbar von einem Mitbeschuldigten. Der dritte Verdächtige soll beim Zusammenstellen der Paketinhalte geholfen haben.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) betonte: „Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, dann handelt es sich um einen sehr ernsten Vorgang.“ Russland versuche gezielt, „mit Sabotage und perfiden geheimdienstlichen Methoden“ die westlichen Demokratien zu destabilisieren. Die Sicherheitsbehörden hätten die Bedrohung genau im Blick. Es gehe um die „Verteidigung unseres Landes gegen die hybride Bedrohung aus Russland“.