Möglicher Konflikt mit Russland

Nato startet heute Marine-Großmanöver in der Ostsee – Russland fühlt sich provoziert

17-Nato-Staaten trainieren ab Donnerstag mit 9000 Soldaten auf der Ostsee. Putins Russland hat das Großmanöver als Provokation bezeichnet.

Rostock – Mit dem Auslaufen der ersten Marine-Schiffe beginnt am Donnerstagmorgen (5. Juni) ab 8.30 Uhr in Rostock das Nato-Großmanöver „Baltops“ auf der Ostsee. Das berichtete die Nachrichtenagentur dpa. An der US-geführten jährlichen Nato-Übung nehmen bis zum 20. Juni rund 50 Schiffe und Boote sowie 25 Luftfahrzeuge teil. Etwa 9000 Soldatinnen und Soldaten aus 17 Nato-Ländern beteiligen sich an der Übung. Das Nato-Manöver ist auch ein strategisches Signal an Russland und dessen Präsident Wladimir Putin.

Die Nato wächst und kämpft: Alle Mitgliedstaaten und Einsätze des Bündnisses

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In den kommenden zwei Wochen will die Nato nach eigenen Angaben die gemeinsamen Fähigkeiten bei maritimen Operationen verbessern – beispielsweise bei der Abwehr von feindlichen U-Booten, bei der Minenräumung und Luftverteidigung. Es werde nicht nur auf der See trainiert, sondern auch in der Luft und unter Wasser.

Ostsee: Nato-Übung als „Schlüsselstein“ für Sicherheit

Vizeadmiral Jeffrey T. Anderson von der US-Navy bezeichnete die Nato-Übung Baltops als „Schlüsselstein“ für die transatlantische Sicherheit, wie der NDR berichtete. Admiral Tobias Abry, Vertreter Deutschlands im Nato-Militärstab, sprach von einem „Kernstück der Landes- und Bündnisverteidigung“.

Einlaufparade der Schiffe des Nato-Manöver Baltops in Kiel.

Laut Abry gewinnt die Ostsee als geopolitischer Raum zunehmend an Bedeutung. Das Nato-Großmanöver „Baltops“ sei nicht nur eine Routineübung, sondern auch ein strategisches Signal an das imperialistische Russland unter Präsident Wladimir Putin. Generalleutnant John Mead betonte insbesondere die Bedeutung der Kooperation mit der Deutschen Marine.

Seit Beginn des Ukraine-Krieges gilt die Ostsee als wichtiger Schauplatz. Russland ist als einziger der neun Ostsee-Anrainerstaaten kein Nato-Mitglied. Die politische Führung unter Putin in Russland bezeichnete die Übung deshalb als Provokation. Auch die russische Flotte hat in den vergangenen Tagen auf der Ostsee geübt, berichtete dpa.

Kreml reagiert auf Nato-Manöver in der Ostsee: „Äußerst provokativ“

Moskaus Vize-Außenminister Alexander Gruschko warf der Nato vor, sich auf eine Konfrontation mit Russland vorzubereiten. „Es geht um die Erlangung von Überlegenheit in allen Bereichen: zu Lande, zu Wasser, in der Luft. Natürlich sind solche Übungen äußerst provokativ“, sagte Gruschko der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. „Wir bewerten die militärischen Aktivitäten der Nato als Teil der Vorbereitung auf militärische Zusammenstöße mit Russland.“ Dabei vollzieht Russland selbst in der Ostsee gerade ein Manöver mit mehr als 20 Kriegsschiffen, Kanonenbooten und Unterstützungsschiffen.

Nato will mit Ostsee-Manöver Abschreckung gegenüber Putins Russland demonstrieren

Das Nato-Großmanöver „Baltops“ wird über 50 Jahren abgehalten. Dieses Jahr ist der Start erstmals von der Hansestadt Rostock aus, die Sitz des deutschen Marinekommandos ist. Das Manöver biete eine einzigartige Gelegenheit, die Zusammenarbeit im Bündnis zu stärken und gleichzeitig eine robuste Abschreckung gegenüber Russland zu demonstrieren, hieß es von der Nato.

Der deutsche Generalleutnant Alfons Mais hatte zuletzt davor gewarnt, dass sich Russland auf einen Konflikt mit der Nato vorbereitet. Deshalb will die Nato ihre Verteidigungsfähigkeit massiv ausbauen. (jfw mit Nachrichtenagenturen)

Rubriklistenbild: © IMAGO/P.Nowack

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