„Absolut verrückt geworden“

Schon diese Woche: Trump erwägt scharfe Sanktionen gegen Putin – oder auch nicht

Donald Trump verliert langsam die Geduld. Putins Verhalten sorgt für Frustration. Verhängt der Republikaner neue Sanktionen gegen Russland?

Washington, D. C. – US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin haben kürzlich rund zwei Stunden lang miteinander telefoniert. Thema des Gesprächs war eine mögliche Friedenslösung für den Ukraine-Krieg. Zwar gab es keine konkreten Ergebnisse, doch beide Seiten äußerten sich im Anschluss zuversichtlich.

Wenige Tage später reagierte Trump auf erneute russische Luftangriffe mit scharfer Kritik an Putin. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er: „Er ist absolut verrückt geworden! Er tötet unnötigerweise eine Menge Menschen, und ich spreche nicht nur von Soldaten.“ Der Kreml ordnete Trumps Kritik an Putin als Überreaktion des US-Präsidenten ein. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach in Moskau von „emotionaler Überlastung“ zu Beginn des Gesprächsprozesses.

Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten

Zu den Scharfmachern im Ukraine-Krieg gehört auch Ramsan Kadyrow.
Am 2. März 2007 wählte das tschetschenische Parlament ihn auf Putins Vorschlag zum Präsidenten des Landes
Der russische Außenminister Sergei Lawrow ist so etwas wie „Putins rechte Hand“.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wiederholt Lawrow seine Vorwürfe, der Westen führe in der Ukraine Krieg gegen Russland.
Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten

Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg: Trump denkt über Sanktionen gegen Russland nach

Die russische Armee attackierte die Ukraine die dritte Nacht hintereinander mit Raketen und Kampfdrohnen. Neben 9 Marschflugkörpern zählte die ukrainische Luftwaffe 355 Drohnen und Drohnenattrappen. Laut Experten, die sich auf ukrainische Angaben beziehen, war dies der größte Drohnenangriff seit Kriegsbeginn vor mehr als drei Jahren. Die Zahlen des Militärs sind nicht genau überprüfbar, vermitteln aber jeweils einen Eindruck vom Ausmaß der Angriffe.

Wie das Wall Street Journal berichtet, zieht US-Präsident Donald Trump noch in dieser Woche neue Sanktionen gegen Russland in Erwägung. Demnach ist Trump frustriert über die anhaltenden Angriffe des russischen Präsidenten auf die Ukraine sowie über das langsame Vorankommen der Friedensverhandlungen. Auch dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj warf Trump vor, nicht genug zur Beendigung des Ukraine-Krieges beizutragen.

Trump rühmt sich seines guten Verhältnisses zu Putin. Doch die massiven Luftangriffe auf ukrainische Städte haben ihn verärgert. (Archivbild)

Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Trump verliert langsam die Geduld

Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle sollen mögliche Maßnahmen jedoch keine neuen Sanktionen gegen russische Banken beinhalten. Stattdessen würden alternative Optionen diskutiert, um Putin zu Zugeständnissen am Verhandlungstisch zu bewegen. Dazu zählt unter anderem ein 30-tägiger Waffenstillstand, den die Ukraine unterstützt. Russland lehnt jedoch den Waffenstillstand ab.

Das Wall Street Journal schreibt, dass Trump sich letztlich auch gegen neue Sanktionen entscheiden könnte. Zudem heiße es in dem Artikel, Trump sei die Friedensverhandlungen leid und erwäge, sich aus ihnen zurückzuziehen, falls „ein letzter Vorstoß nichts nützt“. (jal/dpa)

Rubriklistenbild: © Pavel Bednyakov/AP/Pool via AP/dpa

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