Ukraine-Krieg
Alaska-Gipfel von Trump und Putin: Absprache auf Kosten der Ukraine?
Trump und Putin planen Zusammenkunft in Alaska: Ukraine-Konflikt als Hauptthema. Der Kreml lud bereits nach Russland ein – Gebietstausch könnte folgen.
Washington, D.C. – US-Präsident Donald Trump verkündet ein „mit Spannung erwartetes Treffen“: Der Präsident erklärt, er werde sich am Freitag (15. August) mit Kremlchef Wladimir Putin treffen. Die Gespräche sollen in Alaska stattfinden, und sich um eine Beendigung des Ukraine-Krieges drehen – so Trump via Truth Social.
Der Kreml bestätigte das Treffen bereits, und lud Trump im Anschluss nach Russland ein. Donald Trump und Wladimir Putin haben sich seit 2019 nicht mehr persönlich getroffen.
Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern




Ukraine-Gipfel in Alaska: Treffen zwischen Trump und Putin statt Strafzölle
Das Treffen zeichnete sich bereits in den vergangenen Tagen ab: Kurz vor Veröffentlichung des Online-Beitrags, erklärte Trump gegenüber Journalisten, er werde Putin „sehr bald“ zu Gesprächen über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs treffen. Das Treffen hätte früher stattfinden sollen, doch es hätten Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen.
Später äußerte auch Putin vor Journalisten, er habe „grundsätzlich nichts“ gegen ein solches Treffen. Zunächst müssten aber „bestimmte Voraussetzungen“ erfüllt sein.
Die Verkündigung des Gipfels zwischen Trump und Putin fällt mit dem Ablauf eines Ultimatums am Freitag zusammen, welches Trump Putin gestellt hatte. Der US-Präsident drängte die russische Regierung, die Angriffe auf die Ukraine bis dahin zu beenden. Andernfalls würden die USA Strafzölle gegen Länder verhängen, die weiter mit Russland Handel betreiben.
Trump empfängt Putin zum Ukraine-Gipfel in Alaska: Frieden sei kompliziert
Auf Putins Befehl führt Russland seit rund dreieinhalb Jahren einen zerstörerischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Bis heute sterben Menschen. Viele Ukrainerinnen und Ukrainer flohen aus ihrer Heimat. Eine Waffenruhe – oder gar ein Friedensschluss – schien zuletzt kaum in Sicht.
Zu den möglichen Inhalten eines neuen Abkommens zwischen der Ukraine und Russland bleibt Trump vage: Diese können einen „Gebietstausch“ zwischen beiden Staaten beinhalten. Hierüber werde jedoch erst „später oder morgen“ gesprochen. „Es ist kompliziert, wirklich nicht einfach“, so der 79-Jährige hinzu.
Vor dem Ukraine-Gipfel in Alaska zwischen Trump und Putin: Bericht über Deal zu Lasten der Ukraine
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg soll ein mögliches Abkommen zum Ende des Ukraine-Krieges die Besetzung der von Russland eroberten Gebiete festschreiben. Ein Vertreter des Weißen Hauses bezeichnete den Bericht als Spekulation. Eine Stellungnahme des Kremls lag dazu zunächst nicht vor.
Die russische Regierung forderte zuletzt für eine friedliche Lösung des Konflikts. Die Bedingungen dafür waren unter anderem einen Verzicht der Ukraine auf einen Nato-Beitritt, sowie die Abtretung der von Russland annektierten Gebiete. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnt den Verzicht auf die von Russland schon 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim sowie auf die teils von Moskau kontrollierten Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson bisher kategorisch ab.
Ukraine-Gipfel in Alaska zwischen Trump und Putin wohl ohne Selenskyj
Nach dem Treffen zwischen Trumps Sondergesandten Steve Witkoff mit Wladimir Putin, hatte Trump bereits am Mittwoch ein „sehr baldiges“ Gipfeltreffen in Aussicht gestellt. Bei seinem Besuch bei Putin, hatte Witkoff auch ein Dreiertreffen zwischen dem Kremlchef, Trump und Selenskyj vorgeschlagen. Der Kreml habe diesen Vorschlag unkommentiert gelassen, erklärt Putin-Berater Juri Uschakow.
Auf die Frage, ob Putin zunächst den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen müsse, antwortet Trump mit einem klaren: „Nein“.
Daten zum Ukraine-Krieg
| Beginn | 24. Februar 2022 |
| Ort | Ukraine |
| Konfliktparteien | Russland, Ukraine |
| Befehlshaber | Wladimir Putin, Wolodymyr Selenskyj |
Berater von Putin äußert sich zum Treffen mit Trump beim Ukraine-Gipfel in Alaska
Kreml-Berater Juri Uschakow bezeichnete die Wahl des Ortes für das Treffen am Samstag als naheliegend. „Russland und die USA sind enge Nachbarn, die aneinandergrenzen“. „Da ist es ziemlich logisch, dass unsere Delegation einfach über die Beringstraße fliegt, und dass ein so wichtiges und mit Spannung erwartetes Gipfeltreffen zwischen den Staatschefs beider Länder in Alaska stattfindet“.
Weiter erklärte Uschakow, mit Blick auf die Zukunft sei es „nur natürlich, dass das nächste Treffen der Präsidenten auf russischem Boden stattfindet.“ Eine entsprechende Einladung sei bereits an den US-Präsidenten verschickt worden.
Bei dem Treffen kommende Woche würden sich die beiden Präsidenten „zweifelsohne auf eine Diskussion über Möglichkeiten für eine langfristige friedliche Lösung der Ukraine-Krise konzentrieren“, so zitiert die Deutsche Presse-Agentur Uschakow.
Trump und Putin treffen sich beim Ukraine-Gipfel in Alaska zum ersten Mal seit 2019
Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus hatten die beiden Staatschefs mehrmals miteinander telefoniert, sich jedoch nicht persönlich getroffen. Zuletzt waren sie während Trumps erster Amtszeit im Juni 2019 am Rande des G20-Gipfels in Japan zusammengetroffen. Putin war zuletzt im Jahr 2015 in den USA.
Trump hatte im Wahlkampf mehrfach angekündigt, den Ukraine-Krieg binnen 24 Stunden beenden zu können. Seither gab es jedoch keine greifbaren Fortschritte bei den Bemühungen um einen Frieden. (dpa/kox)
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