Dunkler Novemberhimmel

Meteorschauer, Polarlichter und besonderer Mond: Himmelsspektakel am NRW-Himmel zu sehen

Der dunkle Novemberhimmel hält mit dem erdnahen „Nebelmond“ und dem Sternschnuppenstrom der Leoniden einige Highlights bereit.
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Der dunkle Novemberhimmel hält mit dem erdnahen „Nebelmond“ und dem Sternschnuppenstrom der Leoniden einige Highlights bereit.

Der Nachthimmel im November hat einige Himmelsspektakel zu bieten. Ein besonderer Vollmond ist zu sehen – und es warten weitere Naturspektakel. Wann sich ein Blick lohnt.

Hamm - Der Herbst hält Einzug im Land und die Tage werden wieder kürzer und dunkler. Viele Menschen deprimiert die Dunkelheit – doch Fans von Himmelsphänomenen könnten im November auf ihre Kosten kommen, denn es lohnt sich ein Blick in den Himmel. Gleich mehrere Naturspektakel sind dann sichtbar, auch in Nordrhein-Westfalen.

Anfang November steht wieder ein besonderer Vollmond am Nachthimmel. Dabei handelt es sich um den „Nebelmond“, der am 5. November sichtbar ist. „Diese stimmungsvolle Bezeichnung des Novembervollmonds verweist auf die feucht-kühle Witterung und stammt noch aus früheren Zeiten. Um einen astronomischen Begriff handelt es sich nicht“, schreibt das Planetarium Hamburg. Und der Vollmond ist diesmal ein besonderer: Er ist nämlich ein erdnaher Vollmond – mit einer Distanz von 357.000 Kilometern zu unserem Planeten, heißt es. Aber auch der Dezembervollmond wird sich wieder nah an der Erde ereignen. 

„Nebelmond“: Vollmond im November ist ein besonderer

Die Distanz hat auch Auswirkungen darauf, wie der Mond zu sehen ist. „Findet nun, wie diesen November, ein Vollmond nahe des erdnächsten Bahnpunktes statt, wird er von einigen Menschen als ‚Supermond‘ oder auch ‚Supervollmond‘ bezeichnet“, schreibt das Planetarium. Ein erdnaher „Supermond“ erscheint nämlich etwa sieben Prozent größer und 15 Prozent heller als ein durchschnittlicher Vollmond.

Der Mond – Ein Himmelskörper, viele Facetten

Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern.
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht.
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt.
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist.
Der Mond – Ein Himmelskörper, viele Facetten

Tatsächlich fällt der Abstand des Mondes zur Erde für unsere Wahrnehmung aber weniger ins Gewicht. Entscheidender sind die Wetterbedingungen oder wie nah sich der Mond am Horizont befindet“, erklärt Dr. Björn Voss, Direktor des Planetarium Hamburg.„So erscheint er uns größer, wenn wir ihn in der Nähe von Bäumen oder Gebäuden sehen. Denn so nimmt unser Gehirn seine Größe relativ zu diesen Objekten wahr“, so der Experte.

Leoniden am Nachthimmel: Sternschnuppen zu sehen – Lichtbedingungen sind optimal

Doch nicht nur der Mond könnte alle, die einen Blick zum Himmel erhaschen, im November begeistern. Von Mitte bis Ende des Monats stehen die Chancen nämlich auch gut, den Meteorschauer der Leoniden zu beobachten. Dieser zeichnet seine kosmischen Leuchtspuren vom 13. bis zum 30. November an unseren Himmel. Und diesmal seien die Lichtbedingungen auch optimaler.

„Im vergangenen Jahr machte uns der helle Mond die Beobachtung der Leoniden schwer. Diesen November sind die Lichtbedingungen deutlich besser. Denn das Maximum des Sternschnuppenstroms ereignet sich am Morgen des 17. November, wenn nur eine schmale Mondsichel am Himmel steht. Schließlich ist am 20. November Neumond“, sagt Dr. Voss. Doch es ist Geduld gefragt: Laut Dr. Voss sehen wir nur bis zu 15 Meteore in der Stunde, die mit bis zu 70 Kilometern in der Sekunde äußerst flink unterwegs sind.

Was sind Leoniden?

Die Leoniden haben ihren Ursprung im Kometen Tempel-Tuttle, dessen Umlaufbahn die Erde jedes Jahr im November kreuzt. Die von diesem Himmelskörper hinterlassenen kosmischen Staubkörnchen treffen mit gewaltiger Geschwindigkeit auf unsere Atmosphäre und verglühen in einer Höhe von etwa 80 bis 100 Kilometern als leuchtende Meteore. Die Leoniden sind nach dem Sternbild des Löwen (lat. Leo) benannt.

Quelle: Planetarium Hamburg

Polarlichter am NRW-Himmel: Chancen stehen gut

Doch auch ein weiteres Highlight ist im November laut der Experten möglich. Denn die Chancen stehen recht gut, Polarlichter zu sichten. „Schließlich befinden wir uns noch immer in der Phase des solaren Maximums mit besonders intensiver Sonnenaktivität, die sich etwa alle elf Jahre ereignet“, sagt Dr. Björn Voss.

„Die tanzenden, bunten Lichtspiele entstehen, wenn die geladenen Teilchen des Sonnenwindes auf das Magnetfeld der Erde prallen und zu den Polen geleitet werden. Daher lässt sich die hübsche Himmelserscheinung in diesen Regionen auch besonders intensiv und häufig beobachten. Gelegentlich sind die Sonnenstürme so stark, dass wir die Polarlichter auch hierzulande zu sehen bekommen“, so der Experte. Und das schwindende Tageslicht im dunklen Winterhalbjahr begünstigt eine Sicht auf das Naturspektakel.

Im Oktober strahlte übrigens auch Komet Lemmon besonders hell am Abendhimmelzumindest, wenn dieser nicht gerade von einer dicken Wolkendecke bedeckt ist.

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