Warme Luftmassen kommen
NRW steht der erste Sommertag 2024 bevor: „Kann einen Rekord geben“
Am ersten April-Wochenende müssen sich die Menschen in NRW auf einen Sommertag einstellen. Laut DWD „kann es einen Rekord geben“.
Hamm - 2024 ist bisher mit Blick auf das Wetter ein Jahr der Rekorde. Nach dem Februar war auch der März 2024 der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor mehr als 140 Jahren. Jetzt steht der nächste rekordverdächtige Tag bevor. Am kommenden Samstag müssen sich die Menschen in Nordrhein-Westfalen auf Temperaturen einstellen, die „wahnsinnig für einen 6. April“ seien, wie Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net sagt.
„Richtig absurd, was da berechnet wird“: Wetter-Prognose lässt Experten staunen
„Es kommen Luftmassen bei uns an wie im Hochsommer“, sagt Dominik Jung. In 1500 Metern Höhe könnten am Wochenende Temperaturen um die 17 bis 20 Grad herrschen. „Das hat zur Folge, dass am Samstag unten am Erdboden 25 bis 28 Grad erreicht werden, regional sind vielleicht sogar 29 oder 30 Grad möglich.“ Damit wäre der Samstag, 6. April, laut Jung der erste Hitzetag im Jahr 2024. „Richtig absurd, was da berechnet wird“, so der Meteorologe.
Schon am Freitag, 5. April, steigen die Temperaturen. In NRW sind laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zwischen 18 und 22 Grad drin. In der darauffolgenden Nacht sinken die Temperaturen vielerorts nicht unter 10 Grad, bevor es am Samstag richtig warm wird. In NRW werden Temperaturen bis 28 Grad erwartet. „So, wie es jetzt aussieht, kann es durchaus einen Rekord geben“, sagt Ortrun Roll vom Regionalen Klimabüro Essen im Gespräch mit wa.de.
„Kann einen Rekord geben“: NRW steht ein Sommertag bevor
Zwar habe es in der Vergangenheit durchaus schon Apriltage mit Temperaturen bis zu 30 Grad in Deutschland gegeben. Allerdings seien die bisherigen Höchstwerte eher gegen Ende des Monats registriert worden. So wurde etwa am 20. April 2018 an 409 Wetterstationen des DWD ein Sommertag mit Temperaturen von 25 Grad und mehr gemessen. Auch in NRW wurden während dieser Wärmeperiode neue Rekorde aufgestellt. Unangefochtener April-Rekord in Deutschland ist laut DWD der 28. April 2012 – an diesem Tag wurden im badischen Ohlsbach 30,5 Grad registriert.
Laut Roll liegt das Mittel der Maximaltemperaturen am 6. April über die Jahre 1991 bis 2020 in NRW bei 12,7 Grad. Es käme in der ersten April-Dekade „eher selten vor, dass die Werte über 20 Grad liegen“. In Essen liege das Maximum für einen 6. April bei 23,2 Grad. Dieser Wert sei im Jahr 2020 gemessen worden. Bei der aktuellen Prognose könnten also 2024 in vielen Städten neue Rekorde aufgestellt werden. Im Südwesten von Deutschland sind am Samstag lokal knapp 30 Grad drin, berichtet merkur.de.
Was vor allem viele Menschen freuen wird: Die Niederschlagskurve im 10-Tage-Trend des DWD macht am Samstag einen starken Knick nach unten. Es wird also aller Voraussicht nach nicht nur warm, sondern auch trocken sein in NRW.
Wetter in NRW wird „wahnsinnig für einen 6. April“ – doch es gibt wieder Saharastaub
Laut Dominik Jung gibt es am Samstag aber einen kleinen „Unsicherheitsfaktor“ bezüglich der genauen Temperaturen, die erreicht werden. Es sei wieder Saharastaub im Anmarsch. Bereits an Karsamstag hatten die Partikel in der Luft für einen sehr trüben Tag in NRW gesorgt. Vielerorts waren an Ostersonntag die Autos durch den sogenannten Blutregen verschmutzt.
Der Saharastaub könne die Sonneneinstrahlung ausbremsen, erklärt der Meteorologe auf Anfrage von wa.de. Das habe mitunter zur Folge, dass es letztlich ein bis drei Grad kühler werde als ursprünglich prognostiziert. „Das können die Wettermodelle noch nicht wirklich abschätzen“, so Jung.
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