Jahreszeitenprognose

„Jahrhundertwinter“ in Deutschland: Wetter-Experte ordnet aktuelle Prognosen ein

Weiße Straßen, Schneemänner und Schlittenfahrten: So stellen sich viele den idealen Winter vor. Erwartet uns sogar ein Jahrhundertwinter? Ein Meteorologe klärt auf.

Update vom 28. November: Die Berichte über einen möglichen Jahrhundertwinter reißen nicht ab. Anhand von Stratosphären-Simulationen oder der Beobachtung vom Westwind-Jetstream wollen Meteorologen Prognosen für den Winter aufstellen – „das sind immer noch Spekulationen“, ordnet Wetter-Experte Niklas Weise von Wetteronline im Gespräch mit wa.de ein. Er gibt ein Beispiel: „Selbst wenn es Änderungen im Polarwirbel gibt, die ich aktuell aber noch nicht erkennen kann, dann bedeutet das nicht gleich Winterwetter für ganz Deutschland oder Europa. Das kann verschiedene Auswirkungen haben auf das Wetter.“ Eine konkrete Prognose für den Winter sei auch jetzt noch nicht möglich.

[Erstmeldung] Hamm - Der Winter rückt immer näher und damit stellen sich viele die Frage: Wird viel Schnee fallen und steht uns gar ein Jahrhundertwinter bevor? Die einen hoffen vielleicht auf Weiße Weihnachten, die anderen haben jetzt schon Angst vor dem winterlichen Verkehrschaos. Ein Wetter-Experte ordnet ein, ob uns ein Jahrhundertwinter bevorsteht.

Schneemassen und niedrige Temperaturen zeichnen einen harten Winter aus.

Immer wieder hört man davon, dass es einen Jahrhundertwinter geben könnte. Meteorologe Niklas Weise von Wetteronline ordnet die bevorstehende Wetter-Lage im Gespräch mit wa.de ein. Zunächst stellt der Wetter-Experte klar: Alle bisherigen Vorhersagen zum Wetter im Winter sind „reine Spekulationen“. Die Prognosen hätten keine wissenschaftliche Basis. Für verlässliche Angaben sei es einfach noch zu früh. Das bestätigt auch ein Experte des regionalen Wetterbüros in Essen auf Anfrage von wa.de. Man könne lediglich für einen Zeitraum von maximal 10 Tagen eine Prognose wagen.

Wetter-Experte ordnet „Jahrhundertwinter“-Prognosen ein

Eine konkrete Jahreszeitenprognose über den gesamten Winter hinweg sei also nicht machbar. Trotzdem ordnet Niklas Weise den aktuellen Wetter-Trend ein: „Aktuelle Trends sagen keine Anzeichen für einen kalten Winter voraus“. Ganz im Gegenteil würden besonders die amerikanischen Modelle zu milde Temperaturen vorhersagen. Die europäischen Modelle würden ebenfalls keine negativen Abweichungen prognostizieren. „Durch den Klimawandel nehmen die milden Winter zu“, ergänzt der Meteorologe.

Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW

Orkantief Kyrill NRW Wilmsdorf Wald
Sturmschäden nach dem Orkan Kyrill im Jahr 2007, Meinerzhagen
Baum ist auf ein parkendes Auto gestürzt, Schäden durch das Sturmtief Ela am 09.06.2014
Sturmschäden im Schellenberger Wald oberhalb des Baldeneysee verursacht nach einem schweren Sturm
Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW

Der letzte richtig kalte Winterbeginn im Dezember in Nordrhein-Westfalen war übrigens in 2010, erzählt der Wetter-Experte. Tief Petra sorgte damals für Weiße Weihnachten. Bis Anfang Januar hielten sich die Schneemassen in NRW, berichtete der WDR, am 6. Januar war dann aber schon wieder Schluss. Kurze Zeit später wurden in Duisburg schon wieder zweistellige Temperaturen gemessen.

Rubriklistenbild: © Sven Simon / Imago

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