Tierfund

Horrorfund: 50 Farbratten ausgesetzt – einige Tiere sterben qualvoll

Die geretten Tiere sind jetzt im Tierasyl Hamm und im Tierheim Soest untergebracht.
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Ein Unbekannter hat mindestens 50 Farbratten im Grenzgebiet zwischen Hamm und Welver ausgesetzt. Einige Tiere verendete qualvoll. Die geretten Tiere sind jetzt im Tierasyl Hamm und im Tierheim Soest untergebracht.

Eine Spaziergängerin hat im Grenzgebiet zwischen Hamm und Welver 50 Farbratten gefunden. Einige konnten gerettet werden und suchen jetzt ein neues Zuhause.

Vellinghausen – Die Regenpause kurz vor Weihnachten nutzte die Frau, um eine Runde mit ihrer Hündin zu gehen. Da machte sie den grausamen Fund: Auf einem Grasstreifen fand die Spaziergängerin tote Farbratten.

Die Farbratte genannt, stammt von der wilden Wanderratte ab und ist durch Züchtung den Anforderungen als Haustier angepasst worden.

Name Farbratte (Rattus norvegicus forma domestica)
Größe22 cm bis 26 cm
Lebenserwartung1,5 bis 3 Jahre

„Es dauerte nicht lange, bis mir die ersten lebenden Tiere über die Füße liefen“, berichtet die Finderin, die anonym bleiben möchte. „Das Ausmaß des ganzen Elends konnte ich zu dem Zeitpunkt noch in keinster Weise ermessen.“

Rattenfund: Tiere in Eimern und Lebendfallen eingefangen

Eines der herumirrenden und besonders hilflos wirkenden Tiere habe sie sich direkt geschnappt und in der Katzenbox, die sie ohnehin immer dabei habe, nach Hause transportiert. Doch dabei sollte es nicht bleiben.

Mit Heu gefüllte Eimer dienten den vermutlich ausgesetzten Tieren über Nacht als Unterschlupf. Ein Teil der recht zahmen Ratten ließ sich darin einfangen. Auch Lebendfallen, die sich die Finderin kaufte oder geliehen hatte, wurden aufgestellt. „Von da an bin ich jeden Tag zur Fundstelle in Vellinghausen gefahren“, berichtet sie.

Rattenfund: Rettungsaktion zieht sich über zwei Wochen

Nie habe sie damit gerechnet, dass sich ihre Rettungs-Aktion über zwei Wochen hinziehen werde und es am Ende so viele Farbratten werden. „50 sind es mit Sicherheit, wenn nicht noch mehr“, sagt sie.

Einige Tiere waren bereits qualvoll gestorben - verhungert und schutzlos der Witterung ausgeliefert. Doch 30 habe sie mit viel Mühe einfangen können. „Erst kamen die großen Tiere, dann die kleineren und später die mittleren. “

Rattenfund: Hammer Tierasyl nimmt 28 Tiere auf

Das Tierasyl Hamm hat die meisten der geretteten Farbratten aufgenommen. Auch über Weihnachten und Silvester durfte die Finderin dankenswerterweise Ratten vorbeibringen. 28 Tiere waren es am Ende insgesamt. „Zwei mussten wir leider erlösen“, sagt erklärt Tierasyl-Leiterin Katja Skriginski. Einige der Ratten hätten Schnupfen und müssten daher tiermedizinisch behandelt werden.

Die Voliere des Hammer Tierasyls sei damit rappelvoll. Die größte Sorge: Wie viele der weiblichen Farbratten tragend sind, ist noch unklar.

28 der ausgesetzten Farbratten sind im Tierasyl Hamm gelandet und suchen jetzt Menschen, die sie gut behandeln und vor allem auch dauerhaft behalten.

Fünf der gefangenen Farbratten nahm das Tierheim Soest auf. „Die haben erstmal bei mir auf einem Wärmebett übernachtet, weil nicht klar war, ob sie überhaupt überleben. Sie waren total ausgekühlt und geschwächt.“

Rattenfund: Farbratten suchen neues Zuhause

Ein Tier sei dennoch im Soester Tierheim verstorben. Eine zweite Ratte sei sehr krank gewesen, erhole sich jetzt aber allmählich, heißt es aus der Einrichtung.

Aber jetzt muss ich wirklich sagen, dass Farbratten sehr zutraulich, freundlich und absolut tolle Haustiere sind. Den nackten Schwanz, den viele abschreckend finden, habe ich irgendwann gar nicht mehr gesehen

Tierretterin

Für die Farbratten, denen es schon besser geht, werden jetzt neue Besitzer gesucht, die sich liebevoll um sie kümmern. Die Ratten an den Hammer Tierpark weiterzugeben, käme nicht infrage, betont Katja Skriginski. „Weder als Futtertiere noch in Unterbringung.“

Rattenfund: „Freundliche und tolle Haustiere“

„Ich bin eigentlich kein Nagerspezialist“, berichtet die Frau, die bislang nur Hunde und Katzen besessen hat. „Aber jetzt muss ich wirklich sagen, dass Farbratten sehr zutraulich, freundlich und absolut tolle Haustiere sind. Den nackten Schwanz, den viele abschreckend finden, habe ich irgendwann gar nicht mehr gesehen“, singt die Tierretterin jetzt eine Lobeshymne auf die Tiere, vor denen sich viele Menschen eher ekeln.

Über 14 Tage hat eine Frau versucht, die ausgesetzten Farbratten einzufangen.

Gestern sei sie noch ein letztes Mal zur Fundstelle gefahren. Lebenszeichen seien jedoch keine mehr vorhanden gewesen. Mit den Minustemperaturen dürfte die Überlebenswahrscheinlichkeit nochmal sinken, falls in dem Dornengestrüpp noch weitere der ausgesetzten Farbratten Unterschlupf gesucht haben.

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