Aus dem Krieg ins Tierheim
Vox-Moderatorin vermittelt blinde Hündin Chapa nach NRW - sie sucht ein Zuhause
Die Hündin Chapa wurde aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine in Sicherheit gebracht. Judith Pein, Tierschützerin und Moderatorin bei Vox, hat sie nach Iserlohn vermittelt. Von dort sucht Chapa nun ein neues Zuhause.
Hamm/Iserlohn – Die schwarz-weiß gefleckte Hündin Chapa hat Schlimmes hinter sich. Sie kommt aus dem Krieg in der Ukraine. Tierschützer retteten sie von der Front und brachten sie in ein Notfall-Tierheim in der ukrainischen Großstadt Dnipro. Bald wird sie im Tierheim Iserlohn auf ein neues Zuhause voller Geborgenheit hoffen.
TV-Moderatorin rettet Chapa nach NRW: Blinde Hündin sucht Geborgenheit
Doch Chapa hat noch eine kleine Hürde vor sich: Sie ist auf beiden Augen blind – und noch ist nicht klar, ob sie operiert werden muss. Im ukrainischen Tierheim wurde sie nur „so gut es geht notversorgt“, wie die Tierschützerin Judith Pein erzählt. Die Vox-Moderatorin rettet seit Kriegsbeginn Hunde und andere Tiere aus der Ukraine.
Pein, die bei der Vox-Sendung Hund, Katze, Maus als Tierschutzdetektivin Fälle von Tierquälerei aufdeckte, kümmert sich noch weiter um Chapa. „Ich lasse die freundliche Hündin in eine Tierklinik in Polen bringen“, erzählt sie. Da soll Chapa genau untersucht werden und es entscheide sich, ob sie an beiden Augen operiert werde.
Chapa wird von Iserlohn aus vermittelt
Dann soll Chapa ins Tierheim Iserlohn gebracht und von dort vermittelt werden. Wer sich jetzt schon für kleine Hündin interessiert, kann sich schon mal melden. Chapa ist anderthalb Jahre alt und wiegt etwa 14 Kilo, Impfungen und Dokumente für die Ausreise in die EU seien bereits vorbereitet worden, sagt Pein. Ihr Verein, der ebenfalls die Tierschutzdetektivin heißt, hofft auch auf Spenden für die voraussichtlich bevorstehende Operation.
Mit ihrem Verein ist Judith Pein laut eigenen Angaben schon seit Kriegsbeginn in der Ukraine aktiv. Mit Unterstützung der Tierschutzorganisation Peta rettet sie Tiere von Privatleuten, entweder direkt oder über Tierschützer, die ihnen diese Tiere bringen würden, sagt sie. „Dann vermittle ich sie zunächst in polnische oder ungarische Tierheime, wo sie erst mal eine gewisse Quarantänezeit bleiben müssen.“
„Viele fliehen erst dann, wenn die Tiere in Sicherheit sind“
Viele Menschen würden erst dann fliehen, wenn auch ihre Tiere in Sicherheit sind, berichtet sie. „Deswegen gibt es eine Hotline, an die sie sich wenden können.“ Judith Pein habe „schlimme Schicksale“ in der Ukraine erlebt. Trotzdem ist aufgeben keine Option für sie. „Wegschauen hilft niemandem“, berichtet sie.
Pein sagt, sie helfe vor allem durch die Öffentlichkeitsarbeit, die den Fokus auf Tierrettung in der Ukraine lege. Peta finanziere viele der Evakuierungen.
Sheriff wartet auch auf neues Zuhause
Auch Schäferhund Sheriff hat Judith Pein nach Iserlohn vermittelt. Der Rüde lebte in der Ukraine bei einer Frau mit Kindern und konnte zunächst auch mit ihnen zusammen nach Deutschland evakuiert werden. Doch dann musste die Familie den Pferdehof verlassen, auf dem sie zunächst untergekommen war – und Sherriff kam ins Tierheim. Das tue ihm gar nicht gut, berichtet das Tierheim Iserlohn. Er wartet dringend auf ein neues Zuhause.
In mehr als 50 Einsätzen konnte die Tierschützerin mithilfe der Tierschutzpartner „Tausende von Tieren“ evakuieren, erzählt sie. Ihr Verein sitzt in Dortmund, Anfang Februar nahm sie an einer Mahnwache gegen den Angriffskrieg auf die Ukraine in Drensteinfurt teil.
Rubriklistenbild: © Animal Rescue Kharkiv

