Kunden verunsichert
Unternehmen aus NRW stoppt Versand – und spricht von „Datenschutzvorfall“
Ein Vorfall bei einem großen Unternehmen aus NRW sorgt im Dezember für Unruhe. E-Mails wurden an falsche Empfänger gesendet. Kunden sind verunsichert.
Hamm/Eitorf – Eine Datenschutzpanne beim großen Feuerwerkshersteller Weco mit Sitz in Eitorf in NRW sorgt ausgerechnet im Silvester-Monat Dezember für Verunsicherung bei den Kunden. „Leider kam es zu einem Datenschutzvorfall. Es wurden E-Mails an einen Empfängerkreis versendet, die nicht hätten zugestellt werden dürfen. Wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst und arbeiten mit höchster Priorität an der Klärung“, heißt es in einem ersten Statement. „Der Versand wurde sofort gestoppt und wurde nach aktuellem Stand an bis zu 400 von 1000 potenziellen Empfängern versendet. Wir prüfen den Vorfall umfassend.“
Bestellungen selbst dürften von dem Problem aber nicht betroffen sein. Das Unternehmen beruhigt zumindest dahingehend die Gemüter. „Die beschriebenen Umstände haben keinen Einfluss auf weitere Einkäufe Dritter in unserem Online-Shop, noch ist Silvester für unser Klientel in Gefahr. Wir verkaufen gewöhnlich weiter und es sind noch ausreichend Paketbestände vorhanden“, erklärt Weco-Sprecher Oliver Gerstmeier auf wa.de-Nachfrage.
Feuerwerk-Hersteller: Datenschutzpanne bei Weco – Kunden verunsichert
Aufgrund eines Programmfehlers seien demnach am Mittwochabend, 3. Dezember, E-Mails an Kunden über den eigentlichen Empfängerkreis hinaus an einen weiteren Empfängerkreis aus dem Onlineshop-Bereich versendet worden. „Das hätte technisch nicht passieren dürfen. Wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst und arbeiten mit höchster Priorität an der Klärung, einhergehend mit der Erfüllung unserer rechtlichen Pflichten“, so der Unternehmenssprecher. Es handelt sich dabei um einen Vorfall, bei dem folgende Daten betroffen sein könnten:
- Mailadresse
- Name und Anschrift
- Artikel und Menge der Bestellungen im Weco-Online-Paketshop
- keine Zahlungsdaten oder Zugangsdaten wurden laut Weco kompromittiert
„Die betroffenen Empfänger werden gegenwärtig aktiv oder sind von uns bereits über diese Umstände informiert und sind aufgefordert, die erhaltenen E-Mails zu löschen“, bekräftigt Gerstmeier. Der Sprecher von Weco ergänzt: „Es ist nicht zu erwarten, dass dieser Fehler noch einmal auftreten wird.“
25 typische Betrugsmaschen: So wollen Kriminelle an Ihr Geld




Die Weco Pyrotechnische Fabrik GmbH aus Eitorf im Rhein-Sieg-Kreis ist Deutschlands unumstrittener Marktführer im Feuerwerksbereich und gleichzeitig der einzige industrielle Feuerwerkshersteller der Bundesrepublik. Das 1948 von Hermann Weber unter dem Namen „Pyro-Chemie Hermann Weber & Co.“ gegründete Unternehmen hält nach eigenen Angaben einen beeindruckenden Marktanteil von über 65 Prozent in Deutschland und ist auch europaweit die Nummer eins der Branche.
Mit einem Jahresumsatz von 147 Millionen Euro beschäftigt das Familienunternehmen heute rund 280 Mitarbeiter weltweit, davon etwa 203 in Deutschland. Rund 95 Prozent des Jahresumsatzes erwirtschaftet das Unternehmen mit dem Silvestergeschäft, was die hohe Abhängigkeit von dieser kurzen Verkaufsperiode verdeutlicht. Trotz Herausforderungen durch Umweltdebatten und andere Einschränkungen bleibt Weco ein wichtiger Arbeitgeber in der Region und Innovationsführer der deutschen Pyrotechnikbranche.
Rubriklistenbild: © Ivan Las Heras/imageBROKER/IMAGO
