KVB, Rheinbahn und Co.

ÖPNV-Streik in NRW – alles, was Sie wissen müssen

Am Donnerstag und Freitag wird im ÖPNV von NRW erneut gestreikt. Viele Städte sind davon betroffen. Für Pendler gibt es allerdings Alternativen.

Köln – Der Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Verdi und den kommunalen Verkehrsunternehmen in NRW hat die nächste Eskalationsstufe erreicht. Bei der KVB, der Rheinbahn und weiteren Verkehrsunternehmen stehen am Donnerstag (29. Februar) und Freitag (1. März) Busse und Bahnen erneut still. Vom ÖPNV-Streik sind auch dieses Mal wieder viele Städte in NRW betroffen. Die Konsequenz: Etliche Pendlerinnen und Pendler gucken zwei Tage lang in die Röhre. Doch welche Alternativen gibt es eigentlich während des ÖPNV-Streiks? Und welche Rechte hat man als Fahrgast? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Erneut Streiks im Nahverkehr angekündigt: 5. und 6. März

Der nächste Streik im ÖPNV steht bereits an: Die Gewerkschaft Verdi ruft in NRW erneut zum Streik auf. Zum Streik am Dienstag, 5. und Mittwoch, 6. März 2024, sind Beschäftige in verschiedene Betrieben in NRW aufgerufen. Neben der Rheinbahn ruft Verdi Anfang März auch erneut bei der KVB zum Streik auf.

Welche Auswirkungen hat der Verdi-Streik auf den ÖPNV in NRW?

Der Streikaufruf von Verdi bedeutet zunächst einmal, dass zahlreiche kommunale Verkehrsunternehmen am Donnerstag und Freitag zum Streik aufgerufen sind. Das heißt, in etlichen NRW-Städten fahren nahezu keine oder sogar gar keine Busse und Straßenbahnen. In Köln fallen beispielsweise während des ÖPNV-Streiks alle Stadtbahnen und viele Busse der KVB aus. Auch bei der Rheinbahn in Düsseldorf fällt durch den Streik am Donnerstag und Freitag bis auf wenige Linien alles aus.

Darüber hinaus hat der Streikaufruf von Verdi auch im Service-Bereich der kommunalen Verkehrsunternehmen Auswirkungen. So bleiben in vielen Städten während des Streiks auch die Kundenzentren der Verkehrsbetriebe geschlossen.

Ab Donnerstag stehen in Städten, wie hier in Dortmund am 15. Februar, erneut Bahnen und Busse still.

Welche NRW-Städte sind von dem ÖPNV-Streik am Donnerstag und Freitag betroffen?

Der Streik hat ähnlich wie der letzte ÖPNV-Streik in NRW am 15. Februar auch dieses Mal Auswirkungen auf sehr viele Städte des Bundeslandes. Wie Verdi mitteilte, sollen die Beschäftigten folgender Verkehrsunternehmen in NRW zwischen Donnerstag und Freitag die Arbeit niederlegen:

  • Duisburger Verkehrsgesellschaft Aktiengesellschaft (Duisburg)
  • Rheinbahn AG (Düsseldorf)
  • WSW mobil GmbH (Wuppertal)
  • Stadtwerke Solingen GmbH (Solingen)
  • Stadtwerke Remscheid GmbH (Remscheid)
  • Bahnen der Stadt Monheim GmbH (Monheim)
  • MVG Märkische Verkehrsgesellschaft GmbH (Lüdenscheid)
  • Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr mbH (Ennepetal)
  • Hagener Straßenbahn Aktiengesellschaft (Hagen)
  • KVB Kölner Verkehrs-Betriebe Aktiengesellschaft (Köln)
  • Stadtwerke Bonn GmbH (SWB) – Bonn
  • Stadtwerke Bonn Dienstleistungs-GmbH (SWBD) – Bonn
  • Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH (SWBV) – Bonn
  • wupsi GmbH (Leverkusen)
  • WestVerkehr GmbH (Geilenkirchen)
  • Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren mbH (BTG) – Düren
  • Niederrheinische Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft NIAG (Moers)
  • SWK Mobil GmbH (Krefeld)
  • NEW mobil und aktiv Mönchengladbach GmbH (Mönchengladbach)
  • NEW mobil und aktiv Viersen GmbH (Viersen)
  • Dortmunder Stadtwerke Aktiengesellschaft (Dortmund)
  • Vestische Straßenbahnen GmbH (Herten)
  • Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen Aktiengesellschaft (Bochum)
  • Ruhrbahn GmbH (Essen)
  • STOAG Stadtwerke Oberhausen GmbH (Oberhausen)
  • Straßenbahn Herne - Castrop-Rauxel GmbH (Herne)
  • Stadtwerke Hamm GmbH (Hamm)
  • Verkehrsbetrieb Hamm GmbH (Hamm)
  • Stadtwerke Gütersloh GmbH (Gütersloh)
  • Stadtwerke Münster GmbH (Münster)
  • REVG Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft mbH (Kerpen)
  • moBiel GmbH (Bielefeld)
  • Hinweis: Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Stand: 28. Februar, 16 Uhr

Gibt es während des ÖPNV-Streiks Alternativen?

Ja, die gibt es. Denn die Deutsche Bahn und andere Bahnunternehmen in NRW werden von Verdi nicht bestreikt. Das bedeutet, dass S-Bahnen, Regionalbahnen und Regionalzüge in NRW nach Plan fahren sollten (kurzfristige Einschränkungen und Ausfälle ausgeklammert). Im Raum Köln können Pendler zum Beispiel innerhalb des Stadtgebiets Linien der S-Bahn Köln nutzen. Linien wie die S12 oder S19 fahren dabei gleich mehrere Haltestellen innerhalb Kölns an.

Auch im Ruhrgebiet können Pendler während des Streiks Linien der DB und die anderer Bahnunternehmen nutzen. Vom ÖPNV-Streik sind im Ruhrgebiet unter anderem die Bogestra, DSW21 und die Ruhrbahn betroffen, berichtet auch wa.de. Als Alternative bieten sich für Pendler im Ruhrgebiet beispielsweise die S-Bahn-Linien S1 und S2 an. Auch in Solingen, Wuppertal und Remscheid gibt es während des Streiks im ÖPNV-Streik entsprechende Alternativen.

Gilt während des ÖPNV-Streiks in NRW die Mobilitätsgarantie?

Die Mobilitätsgarantie gilt während des Streiks im ÖPNV von NRW nicht. Das bedeutet, dass Pendler, die wegen ausfallender Busse und Bahnen beispielsweise ein Taxi nutzen möchten, die Kosten für die Fahrt nicht erstattet bekommen. Dennoch gibt es in manchen Städten auch andere Verkehrsmittel, die während des Streiks genutzt werden können. So stehen Pendlern im Raum Köln unter anderem auch Fahrräder der KVB zur Verfügung.

Warum wird im ÖPNV in NRW schon wieder gestreikt?

Der erneute Streik im ÖPNV hängt mit den Manteltarifvertragsverhandlungen von Verdi und den kommunalen Verkehrsunternehmen zusammen. „Hintergrund des zweitägigen Warnstreiks sind die laufenden Tarifverhandlungen für die rund 30.000 Beschäftigten (bundesweit rund 90.000) im kommunalen ÖPNV in NRW sowie weiteren Bundesländern“, erklärte Verdi nach dem Streikaufruf. Dabei geht es unter anderem um zusätzliche freie Tage für die Beschäftigten der Verkehrsunternehmen.

Eine Einigung ist derzeit noch nicht in Sicht. Sollte es diese nicht in absehbarer Zeit geben, könnten weitere Streiks drohen. Diese könnten sich ähnlich, wie die Streiks der Lokführergewerkschaft GDL bei der Deutschen Bahn, auch über mehrere Tage ziehen. (jr)

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare