Verwahrlost und vergessen
Trauriges Schicksal: Kurt wurde von Besitzern in Wohnung zurückgelassen
Hund Kurt braucht dringend einen Neuanfang. Seine ehemaligen Besitzer zogen einfach aus, ließen ihn in der Wohnung zurück. Nun hofft er auf ein neues Zuhause.
Köln – Kurt ist durch die Hölle gegangen. In seinem vierjährigen Leben hat der American-Bulldog-Mix nicht viel Schönes erlebt. Nicht nur, dass sich seine ehemaligen Halter nur wenig mit dem Vierbeiner beschäftigt haben. Schlimmer noch: Die Bulldogge wurde einfach in der Wohnung zurückgelassen, als seine Halter ausgezogen sind.
„Wollte mit niemandem etwas zu tun haben.“
Der Rüde wurde sichergestellt und kam im Anschluss in das Tierheim Köln-Zollstock. Nun wollen die Mitarbeiter ein neues Zuhause für den Rüden finden. Doch das ist nicht so leicht, wie es scheint. Denn aufgrund seiner Vergangenheit ist Kurt in einem sehr schlechten Allgemeinzustand. Deshalb igelte er sich ein, als er das erste Mal ins Tierheim kam. „Er zog sich weitestgehend zurück und wollte mit niemandem etwas zu tun haben. Nur langsam suchte der unsichere Rüde mit vereinzelnden Menschen den Kontakt“, heißt es auf der Internetseite des Tierheims.
Inzwischen hat der Hund das Vertrauen in den Menschen, was seine alten Halter vermutlich zerstörten, wieder zurückgewonnen. „So erkannte er dann aber schnell, wie toll der Kontakt zum Menschen sein kann und seine ersten Freudenausbrüche kamen ans Licht. Mittlerweile fordert er seine Streicheleinheiten, indem er sich auch gerne mal in seine Menschen drückt, ein.“
Weiter Weg zu Besserung
Obwohl der Rüde bereits die ersten Schritte gemacht hat, hat er noch einen sehr weiten Weg vor sich. Wenn er sich bedrängt fühlt, kommt er nicht mit der Situation klar. „In unbekannten oder unangenehmen Situationen tritt der unsichere Rüde die Flucht nach hinten an. Wird er dann zu stark eingeengt, kann Kurt zuschnappen“, berichtet das Tierheim über den ängstlichen Rüden.
Viel an der frischen Luft war Kurt wohl bisher nicht, was bei Spaziergängen mit dem Vierbeiner deutlich wird. „Sobald die Umweltreize zu viel für ihn waren, wollte Kurt nur noch eins, das aber richtig: Weglaufen.“ Leonie Richter, Mitarbeiter des Tierheims, kümmerte sich in den vergangenen Monaten um den Rüden: „Das ist ein ganz typisches Verhalten bei Angsthunden“, erläutert sie über das Weglaufen und Schnappen im Gespräch mit wa.de. Inzwischen ergreift der Hund schon seltener die Flucht.
Ruhiges Zuhause mit erfahrenen Haltern
„Leider ist Kurt im Tierheim sehr überfordert und gestresst, er kommt hier selten zur Ruhe, er braucht dringend ein schönes Zuhause“, heißt es in der Vermittlungs-Annonce auf Facebook. Doch viel mehr braucht der American-Bulldog-Mix auch Menschen, die sich ihm annehmen. Die brauchen aber vor allem eins: Geduld. Aber die Mitarbeiter sich sicher: „Mit Einfühlungsvermögen, Verständnis und einer klaren Führung wird Kurt ein toller Wegbegleiter werden.“
Rubriklistenbild: © Tierheim Köln Zollstock
