Send in Münster

Tödliche Messerattacke auf Kirmes: 21-Jähriger muss lebenslang ins Gefängnis

Nach der tödlichen Messerattacke auf einen Familienvater auf dem Send in Münster muss der Täter lebenslang ins Gefängnis. Das Gericht verurteilte ihn wegen Mordes.

Münster – Es war eine grauenhafte Tat in NRW. Am 18. März 2023 starb ein Familienvater auf dem Send in Münster, nachdem er von einem 21-Jährigen mit einem Messer niedergestochen wurde. Mitten im Trubel der Kirmes verblutete der Mann nach einem Stich ins Herz. Rund sieben Monate nach der Messerattacke auf dem Send fiel am Landgericht Münster das Urteil gegen den Täter. Dieser muss lebenslang ins Gefängnis.

Messerattacke auf Send in Münster: Gericht verurteilt 21-Jährigen zu lebenslanger Haft

Vor dem Landgericht Münster bedauerte der Angeklagte seine Tat.

Nach der Tat war der Angeklagte Yevgeni A. zunächst geflohen. Vier Tage nach der Messerattacke auf dem Münsteraner Send stellte sich der 21-Jährige in Begleitung eines Rechtsanwalts der Polizei. Vor Gericht bat der 21-Jährige mit brüchiger Stimme um Entschuldigung: „Ich bereue zutiefst, was ich gemacht habe“, hieß es in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung. Was er gemacht habe, tue ihm „schrecklich leid“. Im Anschluss brach der 21-Jährige in Tränen aus, wie wa.de berichtet. Am Urteil der Richter änderte das allerdings nichts.

Send in Münster: Auseinandersetzung soll zur Messerattacke geführt haben

Am 18. März 2023 besuchte Yevgeni A. mit seinem Bruder die Kirmes auf dem Münsteraner Schlossplatz. Um kurz vor 22 Uhr soll es zu einer ersten Auseinandersetzung zwischen dem 21-Jährigen und dem späteren Opfer gekommen sein. Dabei sei Yevgeni A. zu Fall gekommen, wodurch seine Hose verschmutzt wurde.

Einige Minuten später war der Angeklagte dann laut Gericht bei einem erneuten Aufeinandertreffen auf den 31-jährigen Familienvater losgegangen und hatte ihm ein Messer in die Brust gerammt. Der Mann verblutete danach vor den Augen seiner Verlobten und dem gemeinsamen achtjährigen Sohn. Dem WDR zufolge hatten Zeugen den 21-Jährigen als besonders aggressiv und „wie im Rausch“ beschrieben. Überwachungskameras hatten die Tat damals aufgezeichnet. Nach der Messerattacke auf dem Send war das Entsetzen in Münster groß, berichtet wa.de. Der Frühjahrssend wurde danach abgebrochen.

Gericht sieht Merkmale für Mord erfüllt und folgt Antrag der Staatsanwaltschaft

Das Schwurgericht am Landgericht verurteilte Yevgeni A. wegen Mordes zu lebenslanger Haft und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Dabei gingen die Richter von Heimtücke aus. Das Opfer habe nicht mit einem Angriff rechnen können. Außerdem habe sich der 21-Jährige nach Auffassung der Staatsanwaltschaft mit der Tat beweisen wollen. Die Verteidiger des 21-Jährigen hatten eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge in einem minder schweren Fall gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (jr mit dpa)

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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