Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen 

Aus Sicherheitsgründen: NRW-Gemeinde muss beliebtes Event umplanen

In einer Gemeinde in NRW wurde ein beliebtes Event aus Sicherheitsbedenken abgesagt. Nun findet es doch statt – allerdings in völlig veränderter Form.

Leopoldshöhe – Öffentliche Veranstaltungen sind durch die bundesweiten Ereignisse der letzten Monate, insbesondere durch die jüngsten Anschläge in Magdeburg, Aschaffenburg und München, auf den Prüfstand gestellt worden. Die verschärften Sicherheitsauflagen stellen viele Veranstalter vor große Herausforderungen. So musste kürzlich eine Kirmes in Lage abgesagt werden, weil die Sicherheit nicht gewährleistet werden konnte. Auch ein Oldtimertreffen konnte wegen „Gefährdungspotenzial“ nicht stattfinden. Nun traf es die nächste Veranstaltung. Die kann jetzt jedoch doch stattfinden.

Verloren geglaubte Veranstaltung in NRW findet kurzfristig doch statt – als Kirmes

„Wir haben den wahrscheinlich schönsten Marktplatz in Lippe, aber leider auch den angreifbarsten“, sagte Bürgermeister Martin Hoffmann in einem Gespräch mit den Leopoldshöher Nachrichten. Der Marktplatz in Leopoldshöhe, Kreis Lippe, ist über fünf Straßen zugänglich, was ein Sicherheitskonzept besonders aufwendig und kostspielig macht. Aus diesem Grund mussten bereits mehrere Veranstaltungen abgesagt oder verlegt werden, wie die Gemeinde mitteilt.

So fiel zunächst das „LeoEvent“, eine große Party mit Musik und Getränken, der neuen Sicherheitsbewertung zum Opfer. Auch ein geplanter Abendmarkt wurde an einen anderen Ort verlegt, und anstelle des Generationenfestes wird es in diesem Jahr ein Generationenkonzert geben.

Ein beliebtes Party-Event in Leopoldshöhe findet nun als Kirmes statt – ohne Alkoholausschank.

Die neuen Sicherheitsrichtlinien sehen vor, mögliche Bedrohungsszenarien, wie etwa das Eindringen eines Fahrzeugs auf das Veranstaltungsgelände, zu berücksichtigen. 8.000 bis 12.000 Euro würde eine einigermaßen sichere Absicherung kosten, so die Leopoldshöher Nachrichten. Dennoch konnte das Leo-Event durch eine Umstrukturierung gerettet werden. „Die Veranstalter des LEO-Events, die Leopoldshöher Dorfgemeinschaft, halten am Marktplatz als Veranstaltungsort fest und haben das Event entsprechend umorganisiert“, verkündete die Gemeinde. Dank der Änderungen sei nun kein umfassendes Sicherheitskonzept mehr erforderlich.

Party-Event findet nun in Form einer Kirmes statt

Laut den Leopoldshöher Nachrichten wird das Event nun in Form einer Kirmes ab dem 11. April stattfinden. Alkohol werde nicht mehr ausgeschenkt, wodurch sich die Einstufung der Veranstaltung verändert habe. Langfristig sei dies jedoch keine Lösung, da sich das Event vor allem durch den Getränkeverkauf finanziere.

Sicherheit von Großveranstaltungen im Freien

Das Land NRW stuft Veranstaltungen anhand ihres Gefährdungspotenzials in drei Kategorien ein:

Grün: Kein erhöhtes Gefährdungspotenzial
Gelb: Mittleres Gefährdungspotenzial
Rot: Hohes Gefährdungspotenzial

Je nach Einstufung gelten unterschiedliche Sicherheitskonzepte. Faktoren, die das Risiko erhöhen, sind unter anderem die Anzahl der Besucher, insbesondere wenn an Ein- und Ausgängen eine hohe Personendichte erwartet wird. Auch der Alkoholkonsum kann eine Rolle spielen, da er das Konfliktpotenzial unter den Gästen steigert. Zudem kann die Zusammensetzung der Besuchergruppe Einfluss auf das Sicherheitsrisiko haben, etwa wenn Konflikte unter den Teilnehmern oder mit den Ordnungskräften zu erwarten sind. Je nach Einstufung ist das Sicherheitskonzept unterschiedlich zu gestalten.

Quelle: NRW-Innenministerium

Derzeit sind nach Angaben der Gemeinde aus Sicherheitsgründen keine weiteren Veranstaltungen auf dem Marktplatz geplant. Bürgermeister Martin Hoffmann betonte jedoch, dass dies noch diskutiert werde: Es könne nicht sein, dass der Marktplatz gar nicht mehr genutzt werden kann.

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen zum Wohl der Besucher

Die Gemeindeverwaltung wird weiterhin für ihre eigenen Veranstaltungen an erhöhten Sicherheitsvorkehrungen festhalten, heißt es in einer Pressemitteilung, „um den Schutz und das Wohl aller Besucherinnen und Besucher bestmöglich zu gewährleisten“. Die schwierige Sicherung von Veranstaltungsorten sei ein Problem, das nicht nur Leopoldshöhe, sondern auch viele andere kleine Gemeinden in Deutschland betreffe.

Obwohl viele Kleinstädte mit den Auflagen zu kämpfen haben, gibt es doch einige Veranstaltungen, die stattfinden können. Im April gibt es in NRW viele Frühlings- und Ostervolksfeste. Eine Übersicht.

Rubriklistenbild: ©  IMAGO / imagebroker

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