Schule

Ministerin möchte spätere Sommerferien für NRW und schickt Kritik nach Bayern

Die Schüler in Bayern und Baden-Württemberg sind stets als Letztes dran, während der Zeitpunkt für die Sommerferien in NRW immer rotiert. Das soll sich ändern.

Hamm - Für Bayern und Baden-Württemberg gelten Sonderregelungen: Die Sommerferien finden in den beiden Bundesländern Jahr um Jahr zu einem besonders späten Zeitpunkt statt. Das geht mit einigen Vorteilen einher, beispielsweise fällt weniger Unterricht aufgrund von Hitzefrei aus. Vorteile, auf die andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen verzichten müssen. Geht es nach Schulministerin Dorothee Feller (CDU), soll sich diese Situation ändern.

Spätere Sommerferien für NRW gefordert – Uralte Regel sorgt für Nachteile

Bereits im Juli 2024 sagte Feller im Landtag, dass die nächsten Verhandlungen über die kommenden Ferien-Regelungen dazu genutzt werden sollen, um etwas an der bisherigen Handhabe der Sommerferien-Situation zu ändern. Denn es sei aus heutiger Sicht nicht mehr zu rechtfertigen, dass Bayern und Baden-Württemberg gegenüber der anderen Bundesländer eine Sonderbehandlung erhielten.

Generell läuft es so, dass es sich Jahr für Jahr ändert, in welchen Bundesländern die Sommerferien beginnen und welche mit den freien Tagen nach und nach folgen. Auf der Homepage der Kultusministerkonferenz (KMK) heißt es zur Begründung dieser Regelung: „Um zu vermeiden, dass die erholungssuchende Bevölkerung jeweils zur gleichen Zeit den Urlaub antritt bzw. beendet und um entsprechend nachteilige Folgen für den Verkehr und für die Quartiernachfrage in den Feriengebieten zu verhindern, haben die Länder ein rollierendes System zur Festlegung der Sommerferientermine [...] vereinbart.“

Baden-Württemberg und Bayern sind allerdings nicht Teil des Rotations-Systems. Die Sommerferien in den beiden Bundesländern starten in jedem Jahr später als in den anderen Bundesländern. Einer der Gründe dafür klingt aus gegenwärtiger Sicht äußerst kurios.

Sommerferien in NRW bis in den September – Ministerin schickt Kritik nach Bayern

Denn tatsächlich hängt der späte Sommerferien-Termin mit der landwirtschaftlichen Prägung von Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Da es früher gang und gäbe war, dass die Kinder bei der Ernte helfen sollten, mussten diese im Spätsommer freihaben, wie auch Merkur.de erklärt. Eine Tradition, die so schon lange nur noch für eine Minderheit der schulpflichtigen Kinder gilt.

Dorothee Feller regt daher an, dass sich Bayern und Baden-Württemberg bald auch an der Rotation der Sommerferien-Termine beteiligen. So kämen auch die anderen Bundesländer hin und wieder in den Genuss, dass die freie Zeit für Schüler bis in den September hineingeht. Das wiederum sorge dafür, dass das neue Schuljahr zu einer Zeit startet, in der es für gewöhnlich keine so große Hitze-Belastung für die Schüler gibt. Auch können spätere Ferien dafür sorgen, dass Familien einen weniger hohen Preis für die Urlaubsreise zahlen müssen.

Schüler rennen in die wohlverdienten Sommerferien.

Die Kultusministerkonferenz begründet die Sonderrolle für Bayern und Baden-Württemberg übrigens anders. So gebe es in den beiden Bundesländern zweiwöchige Pfingstferien. Durch die späteren Sommerferien solle gewährleistet sein, dass ein ausreichend langer Lern- und Prüfungszeitraum zwischen den Pfingst- und Sommerferien liegt.

Sommerferien in NRW sollen später starten – doch das wäre nicht vor 2030 möglich

Sollte es zukünftig tatsächlich zu einer Änderung des Systems kommen, würde diese nicht vor dem Jahr 2030 eintreten. Denn bis zu diesem Jahr hat die KMK bereits alle Termine für die Sommerferien festgelegt. Ein kleiner Trost für die Eltern und Schüler in NRW könnte aber sein, dass die Ferien hier im Jahr 2026 vergleichsweise lang sind und bis in den September gehen – wenn auch nur knapp. Der letzte Sommerferien-Tag 2026 ist nämlich der 1. September.

Ganz gleich, wann die Sommerferien in welchem Bundesland genau stattfinden: Wer während der freien Zeit ins Ausland reisen möchte, sollte einen Blick auf aktuelle Reisewarnungen haben. Denn das Auswärtige Amt rät von einer Reise in bestimmte Länder ab.

Und auch das Ende der Sommerferien müssen nicht unbedingt ein Grund zum Trübsal blasen sein. Denn auch im Alltag lassen sich spaßige Sachen unternehmen. Beispielsweise finden auch im August 2024 viele Volksfeste und Rummelplätze in NRW statt.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Thomas Müller

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