Am Strand von Ägypten
Buddy wurde „zum Sterben aufgehängt“: Urlauber retteten ihn
Buddy wurde im Ägypten-Urlaub vor dem Tod gerettet. Die Zeit in der ersten Familie hat ihn auch mitgenommen. In seinem Leben verlief nichts nach Plan.
Bocholt – Buddy ist erst ungefähr vier Jahre alt, hat aber schon eine Menge hinter sich. „Buddy lebte als unabhängiger Hund am Strand von Ägypten“, berichtet das Tierheim Bocholt auf seiner Homepage. „Dort wurde er immer wieder von Hotelgästen gefüttert, sodass er sich dem Gebäude, bis hin zum Buffet näherte. Dieses Verhalten missfiel den Geschäftsführern natürlich.“ Die Konsequenz? Buddy wurde „in einen kleinen Raum gesperrt und zum Sterben aufgehängt“.
Glücklicherweise wurde der kleine Kerl gerettet – und die Familie, die ihn rettete, nahm ihn aus dem Urlaub mit nach Deutschland, damit er dort leben konnte. „. Es stellte sich jedoch bereits nach einigen Tagen heraus, dass er unter den Bedingungen, die diese Familie zu bieten hatte, nicht leben konnte. Seinem Verhalten nach zu urteilen, wird Buddy einiges von dieser Zeit mitgenommen haben“, schreiben die Tierschützer. Jetzt wartet er schon seit mehr als zwei Jahren im Tierheim auf eine Familie.
Buddy ist ein Kanaan-Mischling – eine sehr ursprüngliche und wachsame Rasse
Buddy ist ein Kanaan-Mischling – und „Kanaans sind eine sehr ursprüngliche Rasse, das merkt man ihm auch an“. Kanaans gehören zu den Paria-Hunden und stammen aus Israel. Laut VDH wacht ein Kanaan für sein Leben gerne. „Dabei schützt er nicht nur seine Familie, Haus und Hof, sondern auch andere Tiere. Innerhalb seiner Familie ist der israelische Vierbeiner treu, anhänglich und liebenswert. Wobei er sich nie unterordnet, sondern die Beziehung zu seinem Halter als Partnerschaft sieht, die aus einem wechselseitigen Geben und Nehmen besteht“, so der VDH.
„Er kann nicht ‚eingesperrt‘ sein, das bedeutet, er braucht uneingeschränkten Zugang nach draußen“, heißt es in seinem Beschreibungstext. „Bekommt er diesen nicht, verfällt er in einen panikartigen Zustand, fängt an zu schreien, zu zittern und nimmt alles auseinander, was sich zum zerstören eignet. Ist das aber gegeben, nimmt er auch immer mal gerne am Drinnen leben teil.“
Rüde kann nicht eingesperrt sein, sonst bekommt er Panik
Deshalb brauche der kastrierte Rüde jemanden, „der seine Unabhängigkeit akzeptiert und ihm auf Augenhöhe begegnet. Fremde werden aber erst einmal, mit einem gesunden Missvertrauen angebölgt“. Er sei sehr intelligent, sensibel und wisse genau, was er bei wem durchbekommt und was nicht. „Daher wünschen wir uns einen hundeerfahrenen Menschen, der bereit ist, auf seine Bedürfnisse einzugehen und der ihn durch verschiedenes Training und Aktivitäten fördern kann.“ Ist das Eis einmal gebrochen, fordere er auch seine Kuscheleinheiten und Aufmerksamkeit ein.
„Für Buddy verlief nichts nach Plan“, wissen die Tierheim-Mitarbeiter. „Aber auch er soll endlich in einem geeigneten Zuhause ankommen.“ Seit Mai 2023 wartet er darauf mittlerweile in Bocholt. Auch Mini Yorkshire-Terrier Biene hat ganz schön was erlebt. Jetzt sucht sie ein neues Zuhause. Die letzten Monate waren für die kleine Hündin nicht einfach.