Sonnenstrom
Solarpflicht in NRW: Das ändert sich ab 2025
Neue Wohngebäude müssen in NRW künftig mit Solaranlagen ausgestattet sein. Auch für bestehende Häuser gibt es eine Regelung.
Düsseldorf - In Nordrhein-Westfalen wird zukünftig für neue Wohngebäude eine Solaranlage zur Stromgewinnung auf dem Dach zur Pflicht. Diese Regelung, auch als Solarpflicht bekannt, betrifft alle Wohnbauten, deren Bauantrag nach dem 1. Januar 2025 gestellt wird. Laut dem Verband Wohneigentum müssen die Solaranlagen mindestens 30 Prozent der gesamten Dachfläche einnehmen.
Solarpflicht in NRW: Was sich ab 2025 ändert
Zwischen 2020 und 2023 wurden in NRW durchschnittlich etwa 15.600 Wohngebäude pro Jahr fertiggestellt, erläutert das Wirtschaftsministerium. Die Landesregierung rechnet daher damit, dass durch die neue Regelung jährlich Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von etwa 130 bis 270 Megawatt auf neuen Wohngebäuden installiert werden. Ein Megawatt entspricht dabei 1.000 Kilowatt. Zum Vergleich: Anlagen auf Einfamilienhäusern haben oft eine Kapazität von rund 10 Kilowatt.
„Solarenergie ist der Schlüssel zu einer sicheren, nachhaltigen und zukunftsfähigen Energieversorgung“, betonte Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne). Das Ziel sei es, jedes geeignete Dach für Photovoltaik zu nutzen. Mit der Solardachpflicht für neue Wohngebäude mache man einen wichtigen Schritt nach vorne. „Bürgerinnen und Bürger werden so zu aktiven Mitgestaltern der Energiewende und senken langfristig ihre Stromkosten - ein Gewinn für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft.“
Solarpflicht für bestehende Häuser ab 2026
Für bestehende Häuser, die ein neues Dach erhalten, tritt die Solarpflicht erst ab Anfang 2026 in Kraft, wie es der Zeitplan zur Solarpflicht in NRW vorsieht. Die Mindestanforderung von 30 Prozent ist dabei weniger streng: Bei Bestandsgebäuden wird nicht die gesamte, sondern nur die geeignete Dachfläche berücksichtigt, das heißt, Dachfenster oder verschattete Dachflächen werden abgezogen. Der Beginn der Bauarbeiten ist hierbei ausschlaggebend.
Am 6. November waren in NRW Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von mehr als 11.500 Megawatt installiert. Das Ministerium rechnet damit, dass bis Ende 2024 insgesamt etwa 2.200 Megawatt hinzugekommen sein werden - so viel wie im vergangenen Jahr. Bis Ende 2030 soll die installierte Leistung mindestens 21.000 Megawatt betragen. Durch Verbesserungen der Rahmenbedingungen könnte jedoch auch ein Ausbau auf bis zu 27.000 Megawatt möglich sein. „Dabei soll insbesondere die Freiflächen-PV auf geeigneten Flächen ausgeweitet werden“, erklärte ein Sprecher.
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