Lange Geschichte
Prächtige Anlage umgab einst ein Wasserschloss in NRW – heute geht es sportlich zu
Eine prächtige Anlage in NRW lädt zum Spazieren und Sporttreiben ein. Einst stand hier ein Wasserschloss, das auf eine lange Geschichte zurückblickt.
Ascheberg - In Nordrhein-Westfalen finden sich so einige malerische Schlösser und Burgen. Wer auf schöne Schlossanlagen steht, könnte unter anderem in Ascheberg gut aufgehoben sein. Denn der Schlosspark Westerwinkel eignet sich für alle, die gerne im Grünen spazieren. Und für alle, die sich gerne sportlich betätigen.
In NRW: Prächtige Anlage umgab einst ein Wasserschloss
Wie der Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) auf der Website zu den Gärten und Parks in Westfalen schreibt, befand sich im Schlosspark Westerwinkel einst eine mittelalterliche Wasserburg, die im 17. Jahrhundert zu einem barocken Wasserschloss umgebaut wurde. Das Besondere daran: „Bis heute sind Überbleibsel des barocken Prunks erhalten – über die prächtigen Kastanien- und Eichenalleen zum Beispiel spazierten schon damals die Schlossherren“. Seitdem wandelte sich das Anwesen von einer Nutzgarten-Anlage samt Orangerie, Fasanerie und Baumschule zu einem englischen Landschaftsgarten.
Doch auf dem Anwesen ging es schon viel früher los. Bereits im Jahr 1225 entstand an diesem Ort eine Wasserburg, die den Grundstein für die heutige Anlage von Schloss Westerwinkel legte. Vier Jahrhunderte später, während des Dreißigjährigen Krieges, erfuhr die Burg eine strategische Umgestaltung zu einer stärker befestigten Anlage. Umfangreiche Verteidigungsanlagen mit Gräben und Wällen wurden errichtet, deren Überreste bis heute das Landschaftsbild prägen.
Anwesen Westerwinkel: „Eines der letzten Beispiele des Frühbarocks in Westfalen“
1663 beauftragte Hermann von Merveldt den Neubau des heutigen Schlosses samt Vorburg, wobei beide Gebäude auf separaten Inseln errichtet wurden. Bemerkenswert war hierbei: Anstatt den damals modernen Barockstil zu wählen, orientierte er sich an der schlichten Gestaltung von Wehranlagen. Der langgestreckte, strenge Bau mit seinen vier Flügeln und Pavillontürmen zeigt nur wenige dekorative Elemente – eine zurückhaltende Gestaltung, die ungewöhnlich für die Epoche war. „Das Anwesen Westerwinkel ist heute eines der letzten Beispiele des Frühbarocks in Westfalen“, schreibt der LWL.
Noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts nahm die Blüten- und Pflanzenpracht im Schlosspark zu. Auch viele verschiedene Gemüsesorten wurden zu dieser Zeit angebaut. „Der Erste Weltkrieg beendete diese Prunkzeit schließlich, die finanziellen Lasten des Schlosses stiegen fortlaufend“, erklärt der LWL. Die Eigentümer mussten zu dieser Zeit die Zimmer auf Druck des Wohnungsamtes zwangsvermieten.
Schlosspark in NRW: Anlage für Golf-Fans errichtet
Doch 1995 wurde der Nutzgarten schließlich neu bepflanzt – unter anderem befinden sich hier mittlerweile Kirschbäume, die im Frühjahr blühen. Zeitgleich wurde auch eine Golfanlage mit 18 Löchern errichtet. Auch einige Übungsplätze für Golfanfänger gibt es laut LWL. Doch das sind nicht die einzigen Sportmöglichkeiten, denen Besucher am Schlosspark in Ascheberg nachgehen können. „Ganz in der Nähe liegt ein kombinierter Rad- und Wanderweg, der vom Ascheberger Ortsteil Herbern zur Bahnstation nach Capelle und weiter bis zum benachbarten Schloss Nordkirchen führt“, heißt es auf der Website des LWL.
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