„Chicken of the Woods“
Pilz schmeckt nach Fleisch: „Veganes Hühnchen“ kann allerdings giftig sein
Herbst ist Pilzzeit. In den Wäldern gibt es neben Pfifferlingen noch andere Pilze. Einer davon schmeckt wie Hühnchen. Man sollte allerdings vorsichtig sein.
Hamm – Im Herbst ist Hochsaison der Pilzsammler. Pfifferlinge, Steinpilze, Champignons in den Wäldern in NRW lassen sich einige unterschiedliche essbare Pilzarten finden. Ein Pilz, der nicht allen Sammlern bekannt ist, ist der Schwefelporling. Dabei eignet er sich wegen seines besonderen Geschmacks sehr gut für die vegane Küche. Gebraten soll er nämlich genau wie Hühnchen schmecken.
„Veganes Hühnchen“: Pilz schmeckt nach Fleisch, doch er kann giftig sein
Doch Pilzsammler sollten vorsichtig sein: An der falschen Stelle gesammelt, könnte der Pilz unangenehme Nebeneffekte haben, sogar giftig sein. Darüber informiert das Regionalforstamt Soest-Sauerland in einem Facebook-Post.
„Der Schwefelporling ist ein baumzersetzender Pilz, der gegart bzw. gebraten (zumindest die jungen Exemplare) nach Hühnchen schmeckt. Ja, ihr habt richtig gelesen! Ich würde glatt behaupten, dass man nach der Zubereitung keinen Unterschied (Geschmack und Konsistenz) erkennen kann“, heißt es dort.
Weil der Pilz den Bäumen, an deren Rinde er wächst, neben Nährstoffen auch Teile ihrer Giftstoffe entziehe, könnte er je nach Baumart giftig sein, warnt das Regionalforstamt. Sammler sollten deshalb darauf achten, dass sie Pilze nicht von giftigen Baumarten – wie Eiben – sammeln.
Pilz schmeckt wie Hühnchen: Beim Sammeln ist Vorsicht geboten
Auch bei der Zubereitung des „Chicken of the Woods“ sollten die Sammler etwas beachten: „Wichtig ist auch, dass man ihn vor dem Verzehr gart, da er im rohen Zustand giftig ist!“ Zubereitungstipp der Waldprofis: Waschen, schneiden, 20 Minuten kochen, würzen, panieren und in der Pfanne braten.
Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (Pilzkunde) führt den Schwefelporling in seiner Liste der Pilze mit uneinheitlich beurteiltem Speisewert. Das bedeutet, dass er nicht bedingungslos essbar ist oder zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Dort heißt es: Der Schwefelporling könne gelegentlich gastrointestinale Beschwerden oder allergische Reaktionen auslösen. Vorsicht sei zudem bei Funden in Obstplantagen (Spritzmittel) geboten.
Allgemein gilt, darauf weisen die Profis vom Regionalforstamt auch noch einmal hin: Pilze sollten nur geerntet und verzehrt werden, wenn man sie zu 100 Prozent erkennt. „Sonst könnte die Pilzmahlzeit die letzte gewesen sein!“
Wer die Herbstzeit lieber zum Backen nutzt, sollte aufpassen. In einem Mehl wurde kürzlich krebserregende Giftspuren entdeckt. Es gibt eine große Rückrufaktion.
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