Schüler filmen es

Video zeigt wackelndes Fahrgeschäft im Phantasialand – „Das ist doch nochmal eine andere Nummer“

Während der Fahrt hatte Talocan im Phantasialand eine Fehlfunktion. Schüler filmten, wie die Attraktion schräg steht und wackelt. Das Video ist online zu sehen.

Brühl - Für viele Besucher gehört eine Fahrt auf Talocan im Phantasialand in Brühl bei Köln (NRW) einfach dazu. Seit 2007 dreht der sogenannte Suspended Top Spin seine Runden in dem Freizeitpark, der immer wieder Spitzenplätze in Rankings belegen kann. Die Mitfahrenden sitzen dabei in einer Gondel, die immer wieder dazu gebracht wird, sich zu überschlagen. Das ist auch für Zuschauende spannend, weil das Fahrgeschäft aufwendig thematisiert ist und auf die Fahrt abgestimmte Feuereffekte bietet. Doch Anfang Juni 2024 kam es zu einer Fehlfunktion des beliebten Klassikers. Ein Video zeigt, dass Talocan bedenklich wackelt.

Schüler filmen Fehlfunktion im Phantasialand: Ganze Attraktion wackelt

Gefilmt wurde der Vorfall von Schülern, die an dem Tag einen Ausflug in das Phantasialand gemacht hatten. Einige der Jugendlichen fuhren bei Talocan mit, während andere die Fahrt von einem Aussichtspunkt aus beobachteten. Einer der Schüler hielt mit der Smartphone-Kamera auf die Attraktion. Plötzlich war ein Knall zu hören. Die Gondel, die eigentlich vollkommen gerade in der Luft hängen sollte, gerät in Schieflage. Ebenfalls deutlich zu sehen: Die Passagiere werden ordentlich durchgeschaukelt.

Einige Tage nach dem Vorfall wurde der Vorfall bereits in mehreren Medienberichten aufgegriffen. Unter anderem hieß es, dass die Passagiere gerufen hätten, dass etwas nicht stimmt und nach der Fahrt sogar unter Schock standen. Aber auch, dass die Mitarbeiter vorbildlich gehandelt, den Notstopp betätigt und sich nach dem Wohlbefinden der Fahrgäste erkundigt hätten.

„Wir können bestätigen, dass es am 5. Juni 2024 zu einem technischen Defekt bei der Attraktion Talocan gekommen ist“, äußert sich der Park auf Nachfrage von wa.de zu dem Vorfall. „Die Fahrt wurde daraufhin umgehend beendet, alle Gäste konnten die Attraktion eigenständig und ohne Beeinträchtigungen verlassen. Eine Evakuierung war nicht notwendig.“

Talocan wackelt: Fans spekulieren, was hinter Fehlfunktion stecken könnte

Allerdings scheint es sich bei der Fehlfunktion nicht um einen einfachen Defekt zu handeln. Denn Talocan ist – Stand: 19. Juni 2024 – noch immer geschlossen. „Wir führen derzeit Wartungsarbeiten an der Attraktion durch, um die Ursache des Defekts zu ermitteln und zu beheben“, teilt das Phantasialand mit. „Weitere Angaben zu technischen Hintergründen oder der Dauer der Wartungsarbeiten können wir nicht machen.“

In diversen Freizeitpark-Foren wird spekuliert, was genau hinter der Fehlfunktion von Talocan stecken könnte. Dabei ziehen unter anderem die Nutzer des Forums onride.de eine Parallele zu einer technischen Panne im Jahr 2010, die sich ebenfalls bei Talocan ereignet hatte. Auch damals hatte es einen Knall gegeben, und die Gondel war in leichte Schwingungen geraten. Laut technisch versierten Forenmitgliedern sei es damals dazugekommen, dass sich die beiden Arme, zwischen denen die Gondel angebracht ist, nicht in exakt gleicher Geschwindigkeit gedreht hatten. Die Arme laufen nicht mehr exakt synchron, das führe zu den Schwingungen und zu Schäden an dem Fahrgeschäft.

Nun liegt für viele die Vermutung nahe, dass bei der Fahrt am 5. Juni 2024 ähnliches passiert sein könnte. Wie sehr Talocan allerdings jüngst ins Wackeln geraten ist, verblüfft dann aber auch die Freizeitpark-Experten. „Holla die Waldfee, das habe ich so auch noch nicht gesehen“, schreibt ein Onride-Nutzer. Ein anderes Forenmitglied stimmt zu: „Aber krass, das ist doch nochmal eine andere Nummer als im Video von damals. Da muss ich dann schon auch eingestehen, den Schock zu verstehen.“

Fehlfunktion im Phantasialand: Tüv erklärt, wie Attraktion gewartet wird

Dem Tüv-Verband liegen keine weiteren Informationen zu der Untersuchung des Vorfalls vor, heißt es von einer Sprecherin auf Nachfrage von wa.de. Ganz allgemein erklärt André Siegl, Referent für Fliegende Bauten beim Tüv: „Die wiederkehrende Prüfung dieser Art Fahrgeschäfte erfolgt in Freizeit- und Vergnügungsparks mindestens einmal jährlich durch unabhängige Sachverständige, meistens dem Tüv. In der Regel sind diese Prüfungen sehr umfassend, günstigenfalls vor der Saisoneröffnung des Parks und erstrecken sich über mehrere Tage inklusive Probebetrieb.“

Außerdem würden laut Siegl an den meisten Fahrgeschäften vor der täglichen Parköffnung Überprüfungen durch das Parkpersonal durchgeführt. „Die Überprüfungen und die empfohlenen Wartungen und gegebenenfalls Instandsetzungsarbeiten führt der Parkbetreiber oder beauftragtes Personal durch. Dabei stützt er sich auf die Herstellerangaben, in diesem Fall der Firma Huss“, erläutert der Experte.

Bei Fahrgeschäften in Freizeitparks kann es immer wieder mal zu Fehlfunktionen kommen. In der Regel besteht keine Gefahr für die Mitfahrenden. Allerdings kann es immer mal wieder vorkommen, dass eine Achterbahn evakuiert werden muss.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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