Tierschicksal
Rüde Oskar braucht erfahrene Hände: „Wenn etwas herumliegt, gehört es ihm“
Im Ahlener Tierheim wartet Oskar schon lange auf ein neues Zuhause. Der Vierbeiner hat spezielle Bedürfnisse, die eine erfahrene Hand notwendig machen.
Ahlen – Seit über zwei Jahren wartet Oskar, ein Labrador-Mischling, im Tierheim Ahlen auf ein Zuhause. Christiane Schäfer, 1. Vorsitzende des Tierheims, erklärte in einem Gespräch mit wa.de, dass die Vermittlung des fünfjährigen Rüden, alles andere als einfach sei. Oskar hat einige Besonderheiten, die potenzielle Besitzer beachten sollten.
„Wenn etwas herumliegt, gehört es ihm“: Oskar kann sein Fressen nicht teilen
Besonders sein Futterneid sei ein entscheidendes Thema, erklärt Schäfer. Oskar sei sensibel, wenn es um Nahrung geht. „Er wird neidisch, wenn er das Gefühl hat, er könnte zu wenig abbekommen.“ Daher sei es wichtig, dass sein zukünftiges Herrchen Erfahrung im Umgang mit Hunden hat, die zu Futternervosität neigen. „Ein souveräner Umgang mit dieser Eigenheit ist für eine harmonische Beziehung zwischen Oskar und seinem neuen Besitzer unerlässlich.“ Der fast fünf Jahre alte Rüde soll laut Tierheim vorzugsweise an einen alleinstehenden Mann vermittelt werden.
Andere Hunde oder auch Kinder seien nicht die idealen Mitbewohner für ihn. „Oskar ist ein Hund, der gerne der Beschützer ist“, erklärt Schäfer. Im Haus sei er treu und loyal zu seinen Bezugspersonen und zeige ein starkes Schutzverhalten. Besonders dann, wenn er das Gefühl hat, dass sein Besitz gefährdet sein könnte.
Nach Vermittlung wieder zurück ins Tierheim
In der Vergangenheit wurde Oskar bereits vermittelt, doch die neue Situation brachte einige Herausforderungen mit sich. Er beschützte sein Herrchen so intensiv, dass dies zu Problemen im täglichen Leben führte. „Er verteidigt alles, was ihm gehört – auch Knochen oder andere Leckerlis. Wenn etwas herumliegt, gehört es ihm“, so Schäfer. „Es war nicht möglich, sich in der Wohnung so zu bewegen, wie man es gewohnt war. Alles musste nach Oskars Regeln laufen“, fügt Schäfer hinzu.
Für Oskar sei es entscheidend, dass er in ein Zuhause kommt, in dem ihm klare Grenzen gesetzt werden: Grillabende oder gesellige Zusammenkünfte seien für den Hund oft zu viel, da er in solchen Momenten zu stressigem Verhalten neigt.
Liebenswert trotz seiner Probleme
Sind diese Herausforderungen überwunden, zeige Oskar seine liebevolle Seite. „Er liebt es, spazieren zu gehen“ und zeige sich gegenüber seinen Bezugspersonen sehr anhänglich und loyal. „Er braucht Menschen, die ihm Zeit geben und ihm zeigen, dass er in seinem neuen Zuhause willkommen ist“, so Schäfer gegenüber wa.de. Ein Haus mit Garten sei ideal.
Das Tierheim Ahlen setzt große Hoffnung darauf, dass sich bald eine Einzelperson für diesen Hund findet, die ihm „das Leben bieten kann, das er verdient“. Wer bereit ist, sich auf Oskars Eigenheiten einzulassen, wird einen treuen Begleiter an seiner Seite finden – ein Hund, der trotz seiner Eigenheiten viel Liebe und Zuneigung zu geben hat.
Gute Nachrichten aus dem Tierschutz gibt es derweil auch: In einem Kölner Tierheim fand Hündin Mira kürzlich ihr Für-immer-Zuhause.
