NRW

Tierheim in NRW berichtet von jungen Hunden – und ihrem traurigen Schicksal

Schlechte Behandlung hat Jonas, Chapo und Valerie gezeichnet. Ihre Geschichten bringen das Personal des Tierheims Herne-Wanne an seine Grenzen.

Herne – Jonas, Chapo und Valerie sind eigentlich freundliche, junge Hunde. Doch sie eint ein trauriges Schicksal, wie das Tierheim Herne-Wanne (NRW) berichtet. Nahezu täglich erleben die Mitarbeiter dort, wie Tiere leiden, weil sie in der Vergangenheit schlecht behandelt worden. So wurde dort kürzlich etwa der kleine Hund Marvin abgegeben, den seine Besitzer einfach ausgesetzt hatten. Doch bei den Geschichten von Jonas, Chapo und Valerie kommt das Personal an seine Grenzen, wie aus einem Facebook-Beitrag hervorgeht.

Tierheim kämpft mit den Schicksalen der „drei Musketiere“

Die „drei Musketiere“ nennt das Tierheim die Hunde. Aus ihrer Geschichte ließe sich ein Roman schreiben, heißt es weiter. „Vom äußeren Erscheinungsbild ähneln sich unsere drei aktuellen Notfälle kein bisschen.“ Dennoch haben sie einiges gemeinsam: Sie wurden von ihren letzten Besitzern im Stich gelassen, haben Probleme mit dem linken Bein und „sind trotz allem einfach nur fröhliche, junge Hunde.“

Hund Jonas stammt ursprünglich aus Ungarn und hat eine verletzte Pfote.

Was ist passiert? Der schwarze Hund Jonas kommt ursprünglich aus Ungarn, berichtet das Tierheim. Schon bei seiner Ankunft sei er gehumpelt. „Eventuell ist ein Auto über seine linke Pforte gerollt.“ Das habe vermutlich dafür dazu geführt, dass sich zwei seiner Zehen verformt haben. „Wir haben schon einiges ausprobiert, aber Jonas hat weiterhin Schmerzen“, schreibt das Tierheim. Deswegen werden ihm jetzt die beiden betroffenen Zehen amputiert. So soll er hoffentlich bald schmerzfrei laufen können.

Hund Chapo hat Schmerzen in der Hüfte und eine Fehlstellung im linken Bein

Dann ist da noch Chapo, ein Schweizer Schäferhund, der seit Anfang März im Tierheim lebt. Chapo sei „ein ganz toller Kerl“, schreibt das Tierheim auf der Website. Doch der gerade ein Jahr alte Hund hat bereits einige gesundheitliche Einschränkungen. So hat er Probleme mit der Hüfte und eine Fehlstellung im linken Bein, die ihm Schmerzen bereitet.

Hund Chapo hat eine Fehlstellung im Bein und sucht ein neues Zuhause.

Wenn die schlimmer werden, bleibe nur die Amputation, schreibt das Tierheim. In Chapos Hüfte will das Team jetzt Goldimplantate einsetzen lassen. „So können wir ihm aktuell am schnellsten helfen und in der Vergangenheit haben wir mit dieser Methode sehr gute Erfahrungen gemacht.“

Chapo gilt übrigens als Notfall-Hund. „Das Tierheim wird auch nach der Vermittlung für anfallende Operationskosten aufkommen“, heißt es auf der Website. Das gilt übrigens auch für den Hund Juno, der in diesen Tagen in Essen ein neues Zuhause sucht. Er hat nicht mehr lange zu leben und sucht einen Ort, wo er schöne letzte Tage verbringen kann. Das Tierheim aus Essen übernimmt die Versorgungskosten.

Hündin Valerie kam aus der Ukraine nach Herne ins Tierheim

Die Hündin Valerie kam aus der Ukraine ins Tierheim nach Herne. „Sie irrte ganz allein durch die Ruinen, als man sie fand“, heißt es auf der Website. „Sie ist eine ganz sanfte und liebe kleine Hundedame.“ Doch auch Valerie hat Pfotenprobleme.

Valerie hat den Krieg in der Ukraine miterlebt, bevor sie nach Deutschland kam.

Durch eine Röntgenuntersuchung hat das Team vom Tierheim herausgefunden, dass sie sich wohl schon vor langer Zeit den Oberarm gebrochen hat. „Wir wollen gar nicht daran denken, was Valerie für furchtbare Schmerzen gehabt haben muss!“ Valeries Bein ist leider „völlig schief zusammengewachsen“ und hat jetzt keine Funktion mehr. Auch hier ist eine Amputation nötig.

Tierheim-Mitarbeiter sind „emotional an unseren Grenzen“ – Spendenaufruf gestartet

Was machen solche Schicksale mit den Mitarbeitern vom Tierheim? „Diese Geschichten bringen uns aktuell nicht nur emotional an unsere Grenzen“, schreibt es auf Facebook. „Sondern auch finanziell.“ Man sei schließlich ein kleiner Verein, der sich ausschließlich durch Spenden und Mitgliederbeiträge finanziert. Trotzdem wolle man den drei Hunden „jede hilfreiche Behandlung ermöglichen.“ Drei große Operationen seien jedoch „eine große Herausforderung“. Das Spendenkonto des Tierheims ist auf der Website vermerkt.

Unter dem Facebook-Beitrag zu den drei Hunden findet in den Kommentaren findet sich viel Zuspruch. Mehr als 50 Mal wurde er bereits geteilt. „Wir drücken die Daumen für die drei Musketiere und wünschen nur das Beste“, schreibt jemand. (ebu)

Rubriklistenbild: © Tierheim Herne-Wanne

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