Arbeitskampf
Streiks an Flughäfen in NRW – die meisten Flüge finden am Montag nicht statt
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat für Montag, 10. März, zu Streiks an allen großen Flughäfen aufgerufen. Auch drei NRW-Airports sind betroffen.
Hamm - Die Dienstleistungsgesellschaft Verdi weitet ihre Streiks an Flughäfen aus. Am Montag, 10. März, sind die Beschäftigten aller großen Flughäfen dazu aufgerufen, ganztägig ihre Arbeit niederzulegen.
Verdi ruft zu Streiks an Flughäfen auf: Vier Airports in NRW betroffen
Auch die Flughäfen in Dortmund, Düsseldorf, Köln/Bonn und Weeze sind betroffen. Der Streik hat in der Nacht um 0 Uhr begonnen und soll bis 23.59 Uhr andauern. Zum Streik aufgerufen sind die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sowie die rund 23.000 Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste. Sie sind unter anderem für Check-in und Gepäckabfertigung zuständig.
Passagiere müssen sich auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen. Am Düsseldorfer Flughafen waren eigentlich 338 Starts und Landungen geplant. Streikbedingt dürfte nur rund die Hälfte stattfinden. Insgesamt 168 Flüge seien gestrichen, auf einen anderen Flughafen verlegt oder auf Dienstag verschoben worden, teilte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. Möglich sei, dass im Laufe des Tages weitere hinzukämen. Viele Reisende seien vorab informiert worden und gar nicht erst angereist. Einige Reisende wurden mit Bussen zu den Flughäfen Münster oder Paderborn gebracht. Etwa 25 Flüge wurden dorthin verlegt.
Verdi-Warnstreiks im Februar in NRW: Hier streiken die Arbeiter




Der Airport Köln/Bonn rechnet ebenfalls mit starken Auswirkungen. 152 von rund 170 geplanten Starts und Landungen seien annulliert worden, sagte ein Sprecher. Etwa 20.000 Passagiere seien betroffen. Am Flughafen Weeze fallen laut Online-Auskunft alle 20 Abflüge aus. Die 25 geplanten Abflüge ab Dortmund wurden allesamt gestrichen, verlegt oder auf Dienstag verschoben.
Verdi geht im Tarifstreit auf die nächste Eskalationsstufe
Der Tarifkonflikt zwischen dem öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen und Verdi schwelt nun schon länger. Mitte März steht die nächste Verhandlungsrunde an. Mit dem Streikaufruf geht Verdi nun auf die nächste Eskalationsstufe.
Wir sehen uns zu diesem Warnstreik gezwungen, da die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des öffentlichen Diensts bisher kein Angeobt vorlgelegt und keine Bereitschaft gezeigt haben, unsere berechtigten Forderungen zu erfüllen.
Die Aktionen seien frühzeitig angekündigt worden, um den Passagieren Planungssicherheit zu ermöglichen. Zuletzt hatten bereits Beschäftigte in Kranken- und Pflegeheimen und in Kindergärten sowie anderen sozialen Einrichtungen gestreikt.
Arbeitgeber: Verdi-Forderungen unbezahlbar
Verdi fordert eine Tariferhöhung von 8 Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich, und höhere Zuschläge für die Arbeit zu belastenden und ungünstigen Zeiten. Die Vergütungen für Auszubildende und Praktikanten sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert die Gewerkschaft drei zusätzliche freie Tage.
Die Arbeitgeber haben diese Forderungen als nicht finanzierbar zurückgewiesen. Die Tarifverhandlungen werden vom 14. bis 16. März in Potsdam fortgesetzt.
„Vom internationalen Luftverkehr abgeschnitten“
Die Lufthansa und der Flughafenverband ADV haben die Streiks kritisiert. Sie betonen, dass es sich bei den Flughäfen um Knotenpunkte der Verkehrsinfrastruktur handle.
„Zweitägige Streiks, die deutsche Metropolregionen vom internationalen Luftverkehr abschneiden, haben längst nichts mehr mit Warnstreiks zu tun“, hatte der Hauptgeschäftsführer des ADV, Ralph Beisel, nach den Warnstreiks in München und Hamburg Ende Februar erklärt.
Entschädigungen und Ersatz: Was Passagiere tun können und welche Rechte sie haben, haben wir hier zusammengefasst.
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