Tierschicksal

Ausgesetzter Hund verliert ein Auge – „Das hätte man vermeiden können“

Hündin Hilde hatte bisher kein gutes Leben. Ihr Besitzer versorgte sie nicht gut und setzte sie im Wald aus. Jetzt verliert Hilde sogar ein Auge.

Siegen - Die Spaziergänger im Wald müssen sich ziemlich erschrocken haben, als sie das große dunkle Tier in einem Wald in NRW gefunden haben. Hilde, eine Hündin der Rasse Cane Corso, war verwahrlost und alleine in einem Waldstück in Siegen unterwegs. Ihre bisherigen Besitzer haben sie anscheinend ausgesetzt – und das in einem schlimmen Zustand: Die Hündin ist auf einem Auge blind.

Ausgesetzter Hund verliert Auge: „Das hätte man vermeiden können“

„Die Hündin lag einfach da und hat abgewartet. Das macht sie häufiger“, erinnert sich Tierheimleiter Tobias Neumann im Gespräch mit wa.de. Als Passanten die Hündin Hilde am 11. April 2024 so in einem Waldstück gefunden haben, alarmierten sie sofort das Siegener Tierheim. Hier wurde Hilde aufgenommen und versorgt. Die Suche nach den Besitzern von Hilde war bisher erfolglos. Der Tierheimleiter hat daher eine Vermutung: „Die Hündin wird wohl nicht vermisst“.

Hund Hilde lebt aktuell im Tierheim Siegen und sucht ein neues Zuhause.

Dass Hilde vorher kein gutes Leben hatte und vom Besitzer nicht liebevoll versorgt wurde, lässt auch ihr Zustand vermuten. „Hilde ist auf einem Auge blind. Das andere konnte gerettet werden. Das hätte man vermeiden können“, berichtet Tobias Neumann. Bei der Rasse Cane Corso kommen laut dem Tierheimleiter Probleme mit den Augen häufiger vor. Das liegt an den hängenden Augenliedern. „Sowas sollte man als Besitzer aber vorher wissen“, so Tobias Neumann.

Jetzt muss das betroffene Auge entfernt werden. Auch das zweite Auge der Cane Corso Hündin muss zum Erhalt operiert werden. Und das alles, obwohl Hilde noch relativ jung ist. Das Tierheim schätzt sie auf zwei Jahre.

Hilde ist ein „absoluter Traumhund“

Trotz ihrer schweren Vergangenheit will Hilde einfach nur gekuschelt werden. „Hilde ist ein absoluter Traumhund. Sie ist verschmust und offen zu Menschen und Tieren“, erzählt Tobias Neumann. Hilde hat zwar einen gelassenen und ruhigen Charakter, kann aber auch stur sein. „Wenn sie nicht will, dann geht sie keinen Schritt“, so Tobias Neumann.

Jetzt sucht das Tierheim für Hilde ein neues Zuhause. Wenn Hilde sich von ihrer Augen-Operation erholt hat, soll sie vermittelt werden. Allerdings gibt es eine Sache, die die Vermittlung erschweren kann. Die Rasse Cane Corso gilt in NRW als Listenhund und die Haltung unterliegt daher einigen Auflagen. „Bei der Rasse besteht eine Maulkorb- und Leinenpflicht. Außerdem können spezielle Versicherungen notwendig sein“, erklärt der Tierheimleiter. Potenzielle neuen Besitzer werden darüber aber natürlich auch vom Tierheim aufgeklärt.

Gefundene Tiere beim Tierheim oder der Polizei melden

Im Fall von Hilde haben die Spaziergänger richtig gehandelt. Wer selbst einmal auf ein einsamen oder gar verletztes Tier stößt, der sollte umgehend das zuständige Tierheim informieren. „Das Tierheim übernimmt die Funktion eines Fundbüros“, so Tobias Neumann. Ist das Tierheim nicht erreichbar, sollte man die Polizei kontaktieren.

Auch Odin lebt im Tierheim Siegen und ist ein Listenhund. Seit drei Jahren wartet der Pitbull im Tierheim auf ein neues Zuhause.

Rubriklistenbild: © Tierheim Siegen

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