Über 20 Prozent

„Existenzängste“: Neue Gebühren an Uni Münster stoßen auf Kritik

Die Kosten für ein Studium an der Universität in Münster steigen. Dafür gibt es Kritik. Es ist von „prekären Bedingungen“ und „Existenzängsten“ die Rede.

Münster – Das Studium in Münster (NRW) wird teurer. In seiner Sitzung am 28. Februar hat der Verwaltungsrat des Studierendenwerks Münster beschlossen, den Sozialbeitrag im kommenden Semester zu erhöhen. „Der Sozialbeitrag ist der Teil des Semesterbeitrags, durch den die Aufgaben des Studierendenwerkes finanziert werden. Der aktuelle Beitragssatz von 99,11 Euro soll nun auf 120 Euro pro Semester erhöht werden, was eine Steigerung von über 20 Prozent bedeutet. Die Beitragserhöhung soll dann ab dem Wintersemester 2023/2024 gelten“, erklärte der AStA Münster dazu – und kritisierte die Entscheidung.

AStA Münster kritisiert Erhöhung der Studiengebühren

„Wir erkennen an, dass die Studierendenwerke in der aktuellen Situation auf mehr Geld angewiesen sind, um ihre Aufgaben erfüllen zu können“, teilte der AStA mit. Der allgemeine Studierendenausschuss halte es „allerdings für falsch, diesen Mehrbedarf in der aktuellen Krise auf die Studierenden abzuwälzen“. Vielmehr sehe er die Verantwortung bei der Landesregierung, die es versäumt habe, die Studierendenwerke finanziell abzusichern. Es gibt nun die Befürchtung, dass sich bald weniger Menschen ein Studium an der WWU, die bald einen neuen Namen erhält, leisten können.

Die gestiegenen Lebenshaltungskosten und die Inflation machen natürlich auch vor den Studenten in Münster, wo der Hafen immer weiter wächst, nicht Halt. „Gerade die höheren Lebensmittelpreise und die gestiegenen Energiepreise belasten viele Studierende besonders“, meinte der AStA Münster. Über ein Drittel der Studierenden sei bereits armutsgefährdet, viele Studenten würden zudem „unter prekären Bedingungen“ leben und „unter Existenzängsten“ leiden.

AStA: Studierende in Münster würden nicht genug entlastet werden

Das Problem: „Auf Entlastungen wie den 200-Euro-Einmalzuschuss warten Studierende bis heute, und auch bei der BAföG-Beantragung kommt es zu teils monatelangen Wartezeiten. Zudem erhalten mit 8 Prozent nur ein kleiner Teil der Studierenden in Münster überhaupt BAföG.“ Der AStA Münster hat daher eine klare Forderung.

„Wir halten es für falsch, die finanzielle Lage vieler Studierender durch eine Erhöhung des Sozialbeitrags weiter zu verschlechtern. Der Ausgleich der Inflation und der gestiegenen Kosten darf nicht auf die Studierenden umgewälzt werden“, teilte er mit. „Wir sehen die Landesregierung in der Pflicht, die Zuschüsse an die Studierendenwerke endlich deutlich anzuheben, um eine ausreichende Finanzierung dieser sicherzustellen. Die Arbeitsfähigkeit der Studierendenwerke darf nicht von den Sozialbeiträgen der Studierenden abhängen, die in den multiplen Krisen dieser Zeit schon genug Belastungen zu tragen haben“, so der AStA.

Rubriklistenbild: © imago stock&people

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