Gastronomie
„Prüttcafé“ in Münster insolvent – äußere Faktoren waren zu stark
Ein traditionsreiches Restaurant aus Münster ist insolvent. Der Geschäftsführer sucht nach einer Nachfolgelösung. Allerdings gibt es dabei Schwierigkeiten.
Münster/Hamm – Die Corona-Pandemie hat vielen Restaurants und Cafés in Deutschland ordentlich zugesetzt. Noch immer kämpfen zahlreiche Betreiber gegen ihre Folgen an. In Münster (NRW) hat es das „Prüttcafé“ – das älteste vegetarische Restaurant der Stadt – nun erwischt. Es ist in die roten Zahlen abgerutscht, das vorläufige Insolvenzverfahren läuft. Noch-Geschäftsführer Gerrit Friederichs sucht einen Nachfolger. Das ist gar nicht so leicht.
„Prüttcafé“ in Münster ist insolvent – äußere Faktoren waren zu stark
Die steigenden Rohstoffpreise infolge des brutalen russischen Angriffskrieges in der Ukraine, steigende Lohnkosten, die Pandemie und eine Baustelle vor der Tür haben das „Prüttcafé“ in die Knie gezwungen. „Die äußeren Faktoren waren zu stark. Jetzt muss das ‚Prüttcafé‘ neu gedacht werden“, sagt Friederichs im Gespräch mit wa.de. Interessenten gäbe es bereits, der Prozess gestalte sich aber als schwierig.
Aktuell befindet sich das „Prüttcafé“ in Münster, wo ein anderes Café einen beliebten Standort verlässt, in einer Art Schwebezustand. Einerseits ist da die Insolvenz. Andererseits läuft der Betrieb normal weiter. „Ganz losgelassen habe ich auch noch nicht“, sagt Friedrichs, der das im Jahr 1986 vom sechsköpfigen Kollektiv „Kultur, Begegnung, Ernährung e.V.“ gegründete Restaurant seit 2012 als Geschäftsführer führt. Dabei hatte er eigentlich schon einen Käufer gefunden.
Der sprang kurzfristig wieder ab, die Suche nach einer Rettung für die Mitarbeiter und das Konzept ging also weiter. „Die Interessenten müssen sich jetzt damit auseinandersetzen“, sagt Friederichs. Alles sei eben sehr kurzfristig, gibt er zu bedenken. „Normalerweise dauert so eine Übernahme ein halbes Jahr, jetzt muss alles in vier Wochen über die Bühne gehen“, sagt er mit Blick auf die Dauer des vorläufigen Insolvenzverfahrens.
Eine gute Sache hat das drohende Aus aber dann doch. „Das Feedback der Gäste ist super und zuletzt haben wir auch höhere Besucherzahlen verzeichnet“, sagt Friederichs – die Menschen scheinen die Daumen zu drücken, dass schon bald eine Lösung präsentiert werden kann, die den Erhalt des „Prüttcafés“ sicherstellt.
Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa