Nahverkehr

Neuer Bahnhof soll Münster entlasten – NWL stellt Pläne vor

Münster will ein künftiges Verkehrschaos verhindern und treibt den Ausbau des Schienenverkehrs voran. Es wird sogar ein neuer Bahnhof geplant.

Hamm/Münster – Münster ist bekanntermaßen eine Fahrradstadt, aber auch Autofahrer sind stark vertreten. Der Verkehr stellt ein Problem dar, nun soll es gelöst werden. Für Pendler und auch die Anwohner möchte die Stadt Münster gemeinsam mit dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe, der auch eine Bahnstrecke reaktivieren will, eine „attraktive und umweltbewusste“ Alternative zum Auto schaffen. Im Fokus: die zukünftige „S-Bahn Münsterland“. Sie soll für Abhilfe sorgen.

NWL stellt Pläne vor, um Verkehr in Münster zu entlasten

„Aktuell untersucht der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) die ganzheitliche Netzwirkung des S-Bahn-Systems“, teilt die Stadt Münster mit. Das Ergebnis für die nördliche Innenstadt von Münster läge schon vor: Ein zusätzlicher Knotenbahnhof im Erphoviertel würde den Verkehr in der Innenstadt und am Hauptbahnhof entzerren. Am Donnerstag habe der NWL die Ergebnisse der Voruntersuchung „Nordkreuz Münster“ im Ausschuss für Verkehr und Mobilität vorgestellt.

Bis 2040 soll das S-Bahn-Netz in und um Münster kontinuierlich ausgebaut und verbessert werden. So sollen die Straßen in Münsters Innenstadt entlastet, das Umland besser angebunden, die Reisezeiten verkürzt und die Co2-Emissionen gesenkt werden. „Damit Fahrgäste von einem dichteren Fahrplantakt und mehr umsteigefreien Verbindungen profitieren, muss die bestehende Infrastruktur hergerichtet werden“, erklärt die Stadt Münster. Der Auftakt ist gemacht.

So werde bereits jetzt schon der Hauptbahnhof „als wichtigster Knotenpunkt des Münsterlands“ für die künftigen Anforderungen ausgebaut und modernisiert. „Mit den Bahnhöfen Münster Zentrum Nord und Münster-Hiltrup bildet der Hauptbahnhof die innerstädtische Achse, auf der die S-Bahnen im 15-Minuten-Takt fahren sollen, bevor sich die Linien verzweigen. Diese Strecke könnte durch zwei zusätzliche Knotenpunkte verbessert werden: Eine Potenzialanalyse hat gezeigt, dass im Süden ein Knotenbahnhof nahe des Preußenstadions den Hauptbahnhof entlasten und kürzere Fahrzeiten bringen würde. Analog dazu hat der NWL einen möglichen Standort für einen neuen Knotenbahnhof im Norden untersucht“, heißt es. Im Norden der Innenstadt könnte also ein neuer Bahnhof entstehen.

„Münster Nordkreuz“ soll ein großes Potenzial haben

Fahrgäste hätten am ‚Nordkreuz‘ die Möglichkeit, in andere S-Bahnen umzusteigen. „Für Reisende aus Warendorf, Telgte oder Westbevern und Ostbevern, die in Richtung MS Zentrum Nord unterwegs sind, ist kein Umweg über den Hauptbahnhof notwendig. Zudem könnten Fahrgäste zwischen der S-Bahn und dem städtischen ÖPNV umsteigen – vor allem auf die Ringlinie“, meint die Stadt Münster.

Stadtverwaltung und NWL würden daher die Realisierbarkeit des „Nordkreuzes“ in einer Detailuntersuchung nun prüfen. Der mögliche Knotenbahnhof „Münster Nordkreuz“ habe demnach das Potenzial, fast 17.000 Ein- und Aussteiger zu übernehmen – und dieses Potenzial will genutzt werden.

Rubriklistenbild: © imago/Stellschrauber GmbH/Montage: wa.de

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