Provisorische Maßnahmen

Nach Silvesterangriffen: Münster kündigt Einschränkungen für 2023 an

In Münster verlief der Jahreswechsel vergleichsweise friedlich. Das soll auch so bleiben: Die NRW-Stadt richtet für Silvester 2023 bereits Feuerwerk-Verbotszonen ein.

Hamm - Die Diskussionen rund um Silvester 2022, örtliche Ausschreitungen und das Abfeuern von Böllern nach zwei Jahren Pause sind auch nach rund einer Woche noch in vollem Gange. Tätergruppen, Ursachen, Böllerverbot - die Meinungen gehen oftmals weit auseinander und sorgen für Zündstoff. Eine Stadt in Nordrhein-Westfalen hat schon jetzt Konsequenzen gezogen für 2023.

Münster kündigt nach Silvester-Attacken „umfangreiche Verbotszone“ für 2023 an

So schlimm wie in Berlin oder in Hagen, wo es erneut zu Randalen in einem Brennpunkt-Stadtteil kam, war es nicht an Silvester 2022 in Münster. Damit es erst gar nicht so weit kommt und das Stör- und Unfallpotenzial, welches nach Angaben der Stadt Münster wieder das Vor-Corona-Niveau erreichte, zu reduzieren, geht die Stadt nun drastische Wege.

Wer im Jahr 2023 Silvester in Münster feiern möchte, muss sich auf umfangreiche Sperrzonen in der Altstadt einstellen. Betroffen sind insbesondere der Domplatz, der Prinzipalmarkt sowie angrenzende Straßen. Das Abbrennen von Pyrotechnik jedweder Art wird verboten. Auch das Mitführen von pyrotechnischen Gegenständen werde aus Gründen der Gefahrenabwehr untersagt, betonte Münsters Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer in einer Pressemitteilung. Beim vergangenen Jahreswechsel hatten lediglich die gesetzlichen Regelungen in Münster gegolten.

Das Abfeuern von Böllern rund um Silvester ist ein heiß diskutiertes Thema. Nach zwei Jahren Böllerverbot inmitten der Corona-Pandemie war das Zündeln 2022 wieder erlaubt - sehr zum Leidwesen der Tiere. So flüchtete Hündin Ayana acht Kilometer weit vor dem lauten Feuerwerk.

Zentrales professionelles Feuerwerk? Stadt Münster bleibt skeptisch

Aber auch und insbesondere die Rettungskräfte stoßen jährlich an ihre Grenzen. So betonte Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer, der an Silvester erhöhte Alkoholkonsum birgt ein gewisses Potenzial für unvernünftiges Handeln. Wer unvorsichtig ist, lebt gefährlich. Ein flächendeckendes Böllerverbot müssen Feuerwerk-Liebhaber für Silvester 2023 zunächst nicht befürchten.

Dazu müsse es vom Gesetzgeber eine Anordnung geben. Auf die angekündigten Sperrzonen müssen sie sich in Münster dennoch einstellen. Ebenso möglich: ein professionell durchgeführtes Feuerwerk als Teil einer zentralen Veranstaltung. Doch hier bleibt die Stadt Münster ob der möglichen Gefahrenreduzierung skeptisch. Demnach seien kleinere Gemeinden leichter erreichbar als Großstädte.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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