Reaktivierung

Umstrittenes Projekt im ÖPNV: Buslinie in Münster muss angepasst werden

In Münster gibt es Widerstand gegen ÖPNV-Pläne. Anwohner sorgen sich um die Buslinie 8 – sie muss angepasst werden. Die Stadt nimmt Stellung.

Münster – In Folge der geplanten Reaktivierung der Bahnstrecke Münster – Sendenhorst befürchten Anwohner, dass die Buslinien S30 und R32 eingestellt werden und es zu einer Einschränkung der Linie 8 in Münster (NRW) kommen könnte.

Der verantwortliche Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) teilte dazu mit: „Die Buslinie 8 wird, von Wolbeck kommend, über Gremmendorf nach Münster Hbf geführt. Der Linienweg wird angepasst, gegenüber vorher sollen aber keine Bushalte wegfallen, sondern ggf. von Ersatzleistungen übernommen. Die Feinjustierung inkl. Fahrzeiten kann erst erfolgen, sobald der Zugverkehr rollt.“ Und: „Über das zukünftige Busangebot entscheiden die politischen Gremien der Stadt Münster und des Kreises Warendorf.“ Jetzt äußerte sich die Stadt Münster auf Nachfrage von wa.de.

Geplante Streckenreaktivierung zwischen Münster und Sendenhorst eine Verschlechterung des ÖPNV?

Die geplante Streckenreaktivierung zwischen Münster und Sendenhorst sorgt nicht bei allen für Begeisterung. In Münster-Wolbeck hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die dagegen ist. Sprecher Michael Eßer äußerte gegenüber unserer Redaktion Bedenken. Er befürchtet, dass sich das ÖPNV-Angebot verschlechtern würde. Das soll aber nicht der Fall sein, glaubt man der Darstellung der Stadt Münster.

„Durch die Reaktivierung der Bahnstrecke Münster-Sendenhorst wird das ÖPNV-Angebot im Bereich Wolbeck, Gremmendorf, Angelmodde deutlich ausgeweitet“, heißt es auf Nachfrage von wa.de. Durch die Reaktivierung werde erstmalig eine Regionalbahn in S-Bahn-Qualität, also im 20-Minuten-Takt, zwischen Wolbeck und Münster Hauptbahnhof fahren. „Von den drei Fahrten pro Stunde sollen zudem zwei bis Sendenhorst weitergeführt werden“, erklärte die Stadt Münster.

So weit, so gut. Die Sorge der Anwohner, dass stattdessen wichtige Buslinien geändert werden oder entfallen, sind damit aber noch nicht genommen.

Buslinien werden angepasst: Stadt Münster kündigt „attraktive Haltepunkte“ an

Die Stadt Münster kündigte daher „attraktive Haltepunkte als Mobilstationen mit Abstellmöglichkeiten für Fahrräder (B+R) und PKWs (P+R) sowie Sharing-Angebote zur Nahmobilität“ an, um einen „komfortablen und barrierrefreien Umstieg auf die Bahn bzw. von der Bahn auf weitere umweltfreundliche Verkehrsmittel zu ermöglichen.“ Damit werde gleichzeitig die Erreichbarkeit im Einzugsgebiet der Haltepunkte sichergestellt bzw. erweitert.

Die Bürgerinitiative aus Münster-Wolbeck befürchtet dennoch, dass viele Menschen in Zukunft verstärkt wieder auf das eigene Auto zurückgreifen werden oder gänzlich vom ÖPNV abgeschnitten werden. Gerade die Buslinie 8 ist ein Zankapfel. Hier hält die Stadt dagegen: „Die Linie 8 wird auch künftig im 20-Minuten-Takt zwischen Münster Hauptbahnhof und Wolbeck verkehren. Hierbei werden alle bisherigen Haltestellen in Wolbeck, Angelmodde und Gremmendorf bedient. Anwohnerinnen und Anwohnern stehen demnach künftig sechs Nutzungsmöglichkeiten für die Strecke Münster-Wolbeck zur Verfügung.“ Dennoch werden die Anwohner mit einer Anpassung sich zurechtfinden müssen.

Buslinie 8 in Münster muss wegen geplanter Streckenreaktivierung angepasst werden

Wegen der geplanten Streckenreaktivierung zwischen Münster und Sendenhorst muss aus Kostengründen der Fahrplan angepasst werden. „Die künftige, veränderte Buslinienführung der Linie 8 sieht einen Verlauf durch das Gewerbegebiet Loddenheide (heutige Führung der Stadtbuslinie 17) mit Anbindung der York-Kaserne und einen durchgehenden 20-Minuten-Takt zwischen Münster-Hauptbahnhof und der heutigen Endhaltestelle Nogatstraße (Wolbeck) vor. Durch die geänderte und damit verlängerte Linienführung wird sich die Fahrtzeit der Linie 8 gegenüber heute entsprechend verlängern“, teilte die Stadt Münster mit.

Ob die neue Linie zwischen Münster und Sendenhorst letztendlich für eine Entlastung des ÖPNV sorgen wird, wird am Ende vermutlich erst der Stresstest im Alltag zeigen.

Für Ärger in Münster sorgen zudem auch die LEG-Wohnungen in Berg Fidel. Eine Mieterin klagt über Schimmelbefall und fühlt sich im Stich gelassen.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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