Radnetz 2.0

Münster krempelt Radverkehr um - neue Stellplätze und weiteres

In Münster soll es bald noch mehr Stellplätze für Fahrräder geben. Das ist aber noch nicht alles. Das sogenannte Radnetz 2.0 nimmt Konturen an.

Münster/Hamm – Fahrradfahrer haben es in Münster eigentlich ziemlich gut. Die Stadt gilt als die zweiradfreundlichste in Nordrhein-Westfalen, wenn nicht sogar ganz Deutschland. Nach offiziellen Angaben hat Münster, wo eine Radfahrerin nach der Unfallfahrt eines Obdachlosen gestürzt ist, im Vergleich zu allen Großstädten Deutschlands den höchsten Fahrradverkehrsanteil – rund 43 Prozent aller Wege werden mit dem Rad zurückgelegt. Kein Wunder also, dass die Stadt den Ausbau des Radnetzes kontinuierlich weiter vorantreiben will.

Stadt Münster plant weitere Stellplätze für Fahrräder – das ist noch nicht alles

Die Stadt möchte einem Bericht der WN zufolge weitere 3000 Stellplätze am Parkhaus Bremer Platz schaffen. Das Parkhaus soll demnach künftig ein sogenanntes Mobility Hub mit vielfältigen Nutzungen werden. „Der Bedarf an Radabstellanlagen am Hauptbahnhof wird mittelfristig und realistisch auf rund 10.000 Plätze geschätzt“, wird die Stadt Münster dazu zitiert. Auch die Fahrradwege und Straßen sollen verbessert werden. Stichwort: Radnetz 2.0.

„Die bestehende Radverkehrsinfrastruktur wird den heutigen Anforderungen in vielen Bereichen nicht mehr gerecht. Dies betrifft unter anderem Fragen der Flächenverteilung oder der Oberflächenqualitäten. Ziel ist es, eine zukunftsgerechte, attraktive und angebotsorientierte Radverkehrsinfrastruktur zu entwickeln, die den Komfort und die Sicherheit für Radfahrende in Münster spürbar weiter erhöht“, erklärt die Stadt Münster auf Nachfrage von wa.de. Ähnliches hatte bereits der ADFC Münster gefordert, der sich auch mit Gefahrenstellen für Radfahrer auseinandersetzt.

Dabei ist das sogenannte Fahrradnetz 2.0 keineswegs neu. „Am 1. Juni 2022 ist im Ausschuss für Verkehr und Mobilität das unter intensiver Einbindung der Öffentlichkeit und einer Vielzahl relevanter Stakeholder erarbeitete Fahrradnetz 2.0 politisch beschlossen worden“, erklärt die Stadt dazu auf Nachfrage. „Es zielt darauf ab, dass sich Radfahrende zukünftig noch zügiger, komfortabler und sicherer in der Stadt bewegen können“, heißt es. Auch ein konkreter Zeitplan zur Umsetzung liegt bereits vor.

Radnetz 2.0 in Münster: Maßnahmenlisten für die Velo-, Haupt- und Basisrouten stehen fest

In den vergangenen Monaten seien bereits durch ein Gutachterbüro die entsprechenden Handlungsempfehlungen und Maßnahmenlisten für die Velo-, Haupt- und Basisrouten erarbeitet worden. „Hierzu ist ein Abgleich des Zielnetzes mit einer aktuellen Bestandserfassung erfolgt. Die konkreten Empfehlungen sollen voraussichtlich im 2. Quartal 2023 vorliegen, verwaltungsintern abgestimmt und anschließend in die politische Beschlussfassung gegeben werden“, erklärt die Stadt weiter, die auch schon erste Erfolge bei der Umsetzung vorweisen kann.

So sei auf „einzelnen Velorouten“, die „integraler Bestandteil des Fahrradnetzes 2.0“ seien, in der Vergangenheit bereits erste Maßnahmen umgesetzt worden. „Beispiele sind etwa die kürzlich erfolgte Umgestaltung des Bohlwegs zu einer Fahrradstraße oder die Installation einer adaptiven Beleuchtung an der Dingstiege. Auch realisierte Maßnahmen wie der Ausbau des Betriebsweges des Dortmund-Ems-Kanals zur Kanalpromenade, der Leezenflow als Grüne-Welle-Assistent oder die auf verschiedenen Fahrradstraßen bereits umgesetzten neuen Qualitätsstandards zahlen auf die Ziele des Fahrradnetzes 2.0 ein“, erklärt die Stadt auf Nachfrage von wa.de.

Die Planung weiterer, noch nicht politisch beschlossener Vorhaben, erfolge zukünftig „auf Basis der Maßnahmenempfehlungen des Fahrradnetzes 2.0“. Das stelle damit eine konzeptionelle Grundlage aller künftigen Neu-, Aus- und Umbaumaßnahmen der Verkehrsinfrastruktur dar – damit Münster die Fahrradstadt Nummer eins bleibt.

Rubriklistenbild: © imago/Montage: wa.de

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