Münster

Stadt sind die Hände gebunden: Eher Knöllchen als Anwohnerparken bezahlen?

Für Autobesitzer in Münster gibt es Preissteigerungen. Bewohnerparkausweise werden teurer. Der Vergleich mit den Preisen für Knöllchen könnte überraschen. 

Münster - Wer einen Bewohnerparkausweis in Münster haben möchte, zahlt künftig dafür eine Menge Geld, denn die Preise sollen deutlich steigen. Münster gab bereits Anfang 2023 bekannt, die Preise zu erhöhen. Die Stadt wird von einem Straßenverkehrsgesetz Gebrauch machen.

StadtMünster
Fläche303,28 km²
Einwohnerzahl314.319 (Stand: 2019)

Anwohnerparken in Münster: Bußgeld günstiger als Parkausweis?

Betrachtet man die Bußgeldpreise für Falschparker ohne Bewohnerparkausweis, könnten Autofahrende auf die Idee kommen, lieber ein Knöllchen zu riskieren als den teuren Parkausweis zu bezahlen. Folgende Bußgelder würden fällig:

  • 15 bis 30 Euro für das Parken ohne Bewohnerparkausweis in einer Bewohnerparkzone, wenn andere dabei behindert werden;
  • 20 Euro für das Parken ohne Bewohnerparkausweis in einer Bewohnerparkzone, wenn der Verstoß über mehr als drei Stunden festgestellt wird;
  • 10 Euro für das Parken ohne Bewohnerparkausweis in einer Bewohnerparkzone;
  • 15 bis 30 Euro für das Parken ohne Bewohnerparkausweis in einer Bewohnerparkzone, wenn andere dabei behindert werden;
  • 25 bis 50 Euro für das Parken ohne Bewohnerparkausweis im eingeschränkten Halteverbot mit dem Zusatzzeichen „Bewohner mit Parkausweis frei“.

Anwohnerparken in Münster wird teurer: Werden Bußgelder auch erhöht?

Jetzt scheint die Erhöhung dieser genannten Bußgelder ein logischer Schritt zu sein – damit sich die Zahl der Falschparker aufgrund der hohen Parkausweiskosten nicht erhöht. Doch so einfach ist das nicht.

Denn anheben können weder Kommunalpolitik noch die Kommune diese Bußgelder. Diese seien durch die Bußgeldkatalog-Verordnung bundesweit und einheitlich festgelegt. „Die Kommune kann diese nicht eigenständig erhöhen“, erklärt Martin Füser von der Stadtverwaltung Münster auf Nachfrage von wa.de.

Anwohnerparken in Münster: Drastische Preiserhöhung

Ab 1. Juli 2023 müssen Autohalter aus Münster für ihren Anwohnerparkausweis zwischen 130 und 190 Euro pro Jahr bezahlen. Zuvor lag der Betrag noch bei 17 Euro – ein drastischer Anstieg. Doch damit nicht genug: Für das kommende Jahr 2024 sollen die Preise sogar auf eine Summe von 380 Euro hoch gehen.

„Für kurze Fahrzeuge (Länge unter 4,21 Meter) liegt der Betrag dann bei 260 Euro pro Jahr, für mittelgroße (Länge ab 4,21 Meter bis 4,70 Meter) bei 320 Euro und für große (Länge ab 4,71 Meter) bei 380 Euro“, schreibt die Stadt Münster auf ihrer Website. Autohalter mit Münster-Pass wird die Gebühr teilweise erstattet, sodass sie sich „auf pauschal 80 Euro pro Jahr reduziert“, erklärt die Stadt Münster.

Grund für die Anpassung der Preise für Bewohnerparkausweise sei die Umwelt. Die Preise werden drastisch angehoben, „um die Zahl der Autos in Städten zu reduzieren. Die neuen Gebühren sind somit auch ein Baustein der Mobilitätswende und für den Klimaschutz in Münster“ - so die Stadt Münster. Und: Natürlich gibt es auch mehr Geld.

Rubriklistenbild: ©  picture alliance/dpa | Marijan Murat

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