Berg Fidel
Mieter der LEG haben Angst: „Das wäre eine Katastrophe“
Die Mieter in Berg Fidel in Münster fürchten sich: Die LEG könnte die Wohnungen an einen Investor veräußern. Es gibt weitere Vorwürfe. So reagiert das Unternehmen.
Münster – Mieter in LEG-Immobilien in Münster (NRW) haben Angst. Angst, dass ihre Wohnungen an einen Investor verkauft werden könnte. Für viele würde das in einer Katastrophe enden, meint Werner Szybalski von der Mieter-Initiative in Berg Fidel. Gegen die LEG erhebt er schwere Vorwürfe.
Viele Wohnungen in Berg Fidel in Münster betroffen: „Die LEG will nicht sanieren“
„Ich kenne die Marktstrategie der LEG und habe die große Sorge, dass sie versucht, die ungefähr 700 Wohnungen im unteren Mietsektor abzustoßen“, sagt Werner Szybalski im Gespräch mit wa.de. Seit vielen Jahren schon setzt er sich für die Rechte der Mieterinnen und Mieter in Berg Fidel ein, hat schon so manche Schlacht mit dem Immobilien-Riesen geschlagen. „Die Marktsituation ist schwierig. Die LEG will offenbar noch nicht verkaufen – sie will die Wohnungen aber auch nicht sanieren“, sagt er. Für die Bewohner sei die Situation nicht gerade angenehm.
Unlängst erst hatte eine LEG-Mieterin aus Berg Fidel in Münster über einen extremen Schimmelbefall geklagt. „Kein Einzelfall“, sagt Werner Szybalski. Immer wieder soll die LEG ihre Mieter „im Stich lassen“. Laut Szybalski könnte es aber noch schlimmer kommen: „Wenn ein anderer Akteur auf den Wohnungsmarkt tritt, wäre das eine Katastrophe für die Mieter. Das sind meist Investorengruppen, die zu viel Geld haben, und kurzfristig durch An- und Verkäufe zu noch mehr Geld kommen wollen – die Mieter gucken dabei am Ende immer in die Röhre.“
LEG nimmt Mietern in Münster die Angst: „Dazu gibt es keine Pläne“
Das Wohnungsunternehmen hält dagegen und geht in die Gegenoffensive. „Diese Angst ist völlig unbegründet. Sie resultiert aus öffentlichen Spekulationen seitens der Mieter*Innen-Initiative, die jeglicher faktischer Grundlage entbehren. Dazu gibt es unsererseits keinerlei Pläne“, teilte LEG-Sprecher Mischa Lenz auf Nachfrager von wa.de mit. Diese Sorge kann den LEG-Mietern in Münster also schon einmal genommen werden. Werner Szybalski hat aber noch eine weitere.
In den LEG-Wohnungen in Berg Fidel gebe es einen großen Sanierungsbedarf. Dem käme die LEG aber nicht nach, sagt die Mieter-Initiative. Es geht offenbar – wie immer im Leben – nur ums Geld. „Die LEG möchte die Wohnungen modernisieren, wir sagen aber, sie müssen saniert werden“, sagt Werner Szybalski. Die Begriffe werden oft Synonym verwendet, es gibt jedoch eine klare Abgrenzung.
So sorgt eine Sanierung zunächst einmal dafür, die Immobilie durch Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten wieder bewohnbar zu machen. Bei einer Modernisierung soll hingegen die vorhandene Wohnqualität verbessert werden, etwa durch neue Fenster oder Heizungen. Die Krux: Unter dem Deckmantel der Modernisierung umgehen große Wohnungsunternehmen gerne mal die nötigen Sanierungsmaßnahmen, um im Anschluss die Mieten zu erhöhen. „Modernisierungen können auf die Mieter umgelegt werden, für die Sanierungen hingegen muss der Vermieter zahlen“, erklärt Szybalski.
LEG verkündet Modernisierungsstopp in Berg Fidel in Münster
Einen Modernisierungsstopp hat allerdings die LEG selbst unlängst für die Immobilien in Berg Fidel in Münster verkündet. „Die Rahmenbedingungen sprechen zurzeit gegen eine umfassende Modernisierungsmaßnahme: 16 Prozent Kostensteigerung bei den Baukosten, eine Zinssteigerung von einem auf annähernd fünf Prozent am Kapitalmarkt – und hinzukommen unklare Förderperspektiven bei energetischen Maßnahmen. Das alles sorgt in Summe dafür, dass wir die umfassende Modernisierung vorerst nicht realisieren können“, teilte das Wohnungsunternehmen auf Nachfrage mit. Es versicherte gleichzeitig aber, dass „eine weitere Verbesserung der Lebensqualität im Quartier“ angestrebt werde.
Die Sorgen und Ängste der Bewohner in Münster scheinen also vorerst unbegründet – falls die LEG ihr Wort hält und „nötige Reparaturen und weitere Aspekte“ zeitnah in Angriff nimmt. So lange wird Werner Szybalski weiter für die Rechte der Mieterinnen und Mieter und Berg Fidel kämpfen.
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