Milchersatzprodukt

Ärger wegen Hafermilch-Aufpreis – Café in Münster geht anderen Weg

Wer Hafermilch im Café bestellt, muss oft einen Aufpreis zahlen. Café-Betreiber aus Münster gehen einen anderen Weg. Sie zeigen Verständnis für die Konkurrenz.

Münster – Kuhmilch ist schlecht für die Umwelt, und viele Tiere müssen ihretwegen leiden. Das behaupten zahlreiche Experten. Einige Menschen schwenken daher aus Gewissensgründen auf Ersatzprodukte wie Soja- oder Hafermilch um. Manch einem schmeckt die Milch ohne Kuh vielleicht auch einfach nur besser. Kein Wunder, dass bereits fast alle Cafés die Milch-Alternativen anbieten – doch meist verbunden mit einem Aufpreis. Das ärgert Kunden. Die ersten Cafés in Münster (NRW) reagieren. Eine große Kette aber nicht.

Extra-Kosten für Hafermilch gibt es nicht in jedem Café in Münster

Wer in Münster oder anderswo einen Kaffee mit Hafermilch oder ähnlichen Milch-Ersatzprodukten bestellt, der muss mitunter tiefer in die Tasche greifen als die Kuhmilch-Gäste. Nicht so bei Leon Plog im „Cup & Cutton“. Das Café ist relativ neu, existiert seit circa einem Dreivierteljahr. Ein Aufpreis für Hafermilch und Co. wird dort nicht fällig. Wie er handhaben es auch andere Betreiber.

„Unser Cappuccino kostet immer gleich viel. Das liegt daran, dass unsere Hafermilch nicht viel teurer als unsere Kuhmilch ist“, erklärt „Cup & Cutton“-Chef Plog im Gespräch mit wa.de. Er könne sich das erlauben, da er seine Produkte regional beziehe. Plog selbst möchte offenbar auch den Hafermilch-Konsum fördern. „Hafermilch soll Kuhmilch ablösen und für weniger Leid sorgen. Wenn ich dann diese Produkte auch noch regional beziehen kann, umso besser“, sagt er.

Bewusst habe sich Plog dabei gegen die Hafermilch-Markführer Oatly oder Alpro entschieden. „Die sind mitunter sogar teurer. Da kann ich manche Cafés schon verstehen, wenn sie diese Kosten an die Kunden weitergeben. Es kommt halt darauf an, für welches Produkt man sich entscheidet“, sagt er.

Diverse Cafés in Münster beziehen Hafermilch aus der Region, die günstiger ist

Ähnlich handhabt es auch Stefan Oelrich in seinem „Drei:Klang Café“ in Münster. Neuerdings beziehe auch er regionale, günstigere Milchersatzprodukte, könne dadurch auf den Aufpreis verzichten. „Ich konnte das jetzt über die normale Mischkalkulation lösen“, sagt er im Gespräch mit wa.de.

Kritik erntete zuletzt das Franchise-Unternehmen „Café Extrablatt“, das seinen Kunden in Münster, wo ein anderes Café eine beliebte Location aufgibt, und an anderen Standorten 70 Cent extra für Hafermilch berechnet. Viele Gäste fühlten sich dadurch unfair behandelt. Auf Nachfrage von wa.de wollte sich die Kette zur Preispolitik nicht äußern. Stefan Oelrich vom „Drei:Klang Café“ könne die Extra-Kosten aber nachvollziehen.

„Ich finde es legitim, wenn man einen Aufpreis nimmt, weil Hafermilch in der Regel auch höhere Kosten für den Café-Betreiber verursacht“, erklärt er. Dabei geht es nicht nur um die Produktkosten an sich. Auch eine auf den ersten Blick irrsinnige Steuerregelung spielt eine Rolle.

„Wenn Kunden ihren Kaffee vor Ort trinken, werden für Kuhmilch nur sieben Prozent Mehrwertsteuer veranschlagt, für Hafermilch aber 19 Prozent“, erklärt Café-Betreiber Stefan Oelrich. Auch dieser Kostenfaktor müsse einberechnet werden – und sorgt vielleicht auch bei dem einen oder anderen Kunden für mehr Verständnis, wenn ein Aufpreis für Hafermilch im Café veranschlagt wird.

Rubriklistenbild: © dpa/Screenshot/Montage: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare