Riesen Kunst

Giant Pool Balls in Münster: Die drei großen Kugeln stehen nicht ohne Grund am Aasee

Die „Giant Pool Balls“ am Ufer des Aasees in Münster.
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Die „Giant Pool Balls“ am Ufer des Aasees in Münster.

Am Ufer des Aasees in Münster stehen schon seit Jahrzehnten drei große Kugeln. Wir erklären, was dahintersteckt.

Münster - Die drei große Kugeln am Aasee gehören mittlerweile genauso fest zur Stadt Münster wie der Allwetterzoo oder das historische Rathaus. Durch ihre imposanten Ausmaße sollten sie jedem, der mal einen Tag am Wasser verbracht hat oder um den See spaziert ist, bereits aufgefallen sein. Doch warum liegen sie eigentlich dort?

Giant Pool Balls: Warum liegen die Kugeln am Aasee in Münster?

Als eine der größten Städte in Nordrhein-Westfalen und als Sitz der Westfälische Wilhelms-Universität bietet die Stadt eine Vielzahl an Kunst und Kulturangeboten. Seit 1977 findet beispielsweise in Zehnjahres Abständen die Ausstellungsserie „Skulptur.Projekte Münster“ statt. Über die gesamte Stadt verteilt, werden Skulpturen von internationalen Künstlern ausgestellt. Initiiert vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) war das ursprüngliche Ziel, die Akzeptanz und Offenheit der Stadtbevölkerung gegenüber Skulpturen im öffentlichen Raum zu erweitern.

Bei eben jener Erstauflage steuerte der schwedische Künstler Claes Oldenburg seine „Giant Pool Balls“ bei. Auf der Homepage des Künstlerehepaars Cleas Oldenburg und Coosje van Bergen beschreibt der 2022 verstorbene Künstler, was ihn bei der Planung der Installation inspirierte. Die Kugeln sollen an die Folgen des Zweiten Weltkriegs in Münster erinnern. Durch Bombeneinschläge wurde das Stadtbild maßgeblich beeinträchtigt. Die Beton-Bälle sind eine Anlehnung an Kanonenkugeln.

Riesige Betonkugeln: Überdimensionale Kunst

Ihre Lage auf dem grünen Gras nahe dem Ufer soll aber gleichzeitig auch an Billard-Kugeln auf einem Pool-Tisch erinnern. Daher auch der Name der Skulptur. Mit einem Durchmesser von jeweils dreieinhalb Metern und einem Gewicht von elf Tonnen waren sie zu groß und schwer, um, wie von Oldenburg ursprünglich geplant, in einem Stück platziert zu werden. Stattdessen wurden sie aus zwei gegossenen Betonhälften zusammengesetzt.

Die „Giant Pool Balls“ am Ufer des Aasees in Münster.

Zuerst wurden die Kugeln von der Bevölkerung kritisch betrachtet. Viele forderten, die Skulptur mit Ende der Ausstellung 1977 wieder zu entfernen. Heute gelten sie als Sehenswürdigkeit und Wahrzeichen der Stadt.

Die großen Billard-Kugeln sind nur eine von Oldenburgs Skulpturen, die Alltagsgegenstände in Übergröße darstellen. Auch sind sie nicht die einzige Arbeit des Künstlers, die in Deutschland zu finden ist. In Freiburg steht ein riesiger Wasserhahn mit Gartenschlauch, in Kassel eine elf Meter hohe Spitzhacke und in Köln eine umgekippte Eistüte auf dem Dach eines Hauses am Neumarkt.

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