Meldeanschrift

Dauercamper müssen umziehen: Stadt in NRW greift radikal durch

In Delbrück-Boke lebende dutzende Menschen bereits seit Jahren auf dem Campingplatz. Die Stadt ist nun aktiv geworden. Dauercamper müssen sich ein neues Zuhause suchen.

Delbrück - Für die Dauercamper auf dem Campingplatz in Delbrück-Boke (NRW) wird es bald ungemütlich: Nach Informationen von Radio Hochstift sollen Bewohner des Campingplatzes Boker Seenplatte im Kreis Paderborn umziehen. Betroffen sind alle Camper, die ihren Erstwohnsitz auf dem Platz haben.

Stadt Delbrück greift radikal durch: Dauercamper müssen umziehen

Nachdem die Camper in Boke über Jahre ihre Wohnwagen illegal aufgepimpt haben, ist die Stadt jetzt aktiv geworden. Dutzende Camper hätten ihren Erstwohnsitz auf dem Platz angemeldet. Nun erhielten sie von der Stadt Delbrück im Kreis Paderborn Post: Innerhalb von drei Monaten müssen die Camper, die ihren Wohnsitz offiziell auf dem Platz gemeldet haben, eine neue Meldeanschrift vorlegen.

Als Grund gibt die Stadt an, dass es nicht zulässig sei, einen Erstwohnsitz auf einem Campingplatz zu haben. Da der Platz am Hudeweg von Anfang an baurechtlich als Campingplatz genehmigt wurde, dürften Bewohner nur vorübergehend Wohnwagen oder Zelte aufstellen.

Unter den Betroffenen sorge dies nach Angaben von Radio Hochstift für große Unsicherheit: Aus ihrer Sicht sei es sehr schwer, in kurzer Zeit eine bezahlbare Wohnung zu finden. Sie müssen sich jetzt ein neues Zuhause suchen und ihres abreißen.

Stadt Delbrück: Aktuell noch laufendes Verfahren zu den Dauercampern

Der Betreiber des Campingplatzes Boker Seenplatte bestätigte auf Nachfrage von wa.de, dass sein Platz betroffen sei, für nähere Informationen verwies er an die Stadt. Zu den Einzelheiten könne die Stadt keine Informationen nennen, jedoch allgemeine Erläuterungen abgeben.

Oberstes Ziel sei es, den Brandschutz auf dem Campingplatz schnellstens zu gewährleisten: Im August 2023 war es zu einem Brand einer Parzelle gekommen, woraufhin sich ein Platzbewohner offiziell über die baulichen Missstände beschwert habe, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Die Frist von drei Monaten ist nach Angaben eine laut Gesetzgeber „zumutbare“ Frist. Die Frist könne auf Antrag jedoch verlängert werden – denn obdachlos solle niemand werden. 

Campen ist total angesagt. Doch wo soll es mit dem Zelt, dem Wohnmobil oder dem Wohnwagen hingehen? Wir erklären, wo es die Deutschen am liebsten hinzieht. Gecampt wird auch bei Festivals: Das Juicy Beats in Dortmund kündigte für Camper jetzt eine Neuerung an. Es soll für die Besucher einfacher werden.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth / dpa

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