Industrie-Denkmal

„Einer der letzten seiner Art“: Lost Place als Wahrzeichen im Dortmunder Hafen

Ein restaurierter Kran aus dem Jahr 1906 soll Dortmunds Hafen neues Flair verleihen. Der Transport und die Montage des Krans waren eine Herausforderung.

Dortmund – Die Stadt Dortmund (NRW) baut den Hafen weiter aus und um und möchte auch ein neues Wahrzeichen schaffen. Dafür wurde eigens ein alter Kran, der schon zu einem regelrechten Lost Place verkommen war, restauriert. Jetzt hat das Industrie-Denkmal einen neuen Platz gefunden – verbunden war das mit einem ziemlichen Kraftakt.

Alter Lost Place als Wahrzeichen im Dortmunder Hafen: „Einer der letzten seiner Art“

„Los ging es am 19. August am Petroleumhafen“, erklärt die Stadt Dortmund. Dort war der Portaldrehkran seit Mai 2023 restauriert worden. „Ein Autokran lud den historischen Kran in mehreren Teilen über eine Brücke hinweg auf zwei Transportschiffe, die auf der anderen Seite der Brücke warteten. Das Frachtschiff, das den rund 37 Tonnen schweren Unterbau des Krans transportierte, musste literweise Wasser hinzuladen, um tiefer gelegt unter der Brücke am alten Hafenamt hindurchfahren zu können“, heißt es. Am 20. August sei dann noch ein Schwimmkran aus Rotterdam (Niederlande) zum Einsatz gekommen und „stellte das historische Gerät an der Speicherstraße auf“. Dort soll es nun zum Imagewandel der Hafen-Gegend beitragen.

Doch bei dem einen Kran soll es wohl nicht bleiben. „In ein paar Jahren soll auch der zweite Portaldrehkran restauriert werden und seinen Platz an der nördlichen Speicherstraße am Schmiedinghafen bekommen. Er soll dann mit seinem Charme die fortgeführte Promenade am Wasser bereichern“, erklärt die Stadt Dortmund. Die beiden Kräne sind dabei zwei ziemlich besondere Exemplare.

„Los ging es am 19. August am Petroleumhafen“, erklärt die Stadt Dortmund. Dort war der Portaldrehkran seit Mai 2023 restauriert worden.

Aus dem Dortmunder Hafen gibt es nämlich insgesamt nur noch zwei erhaltene Portaldrehkräne mit Baujahr 1906 und 1908. Mit „Portal“ sei die besondere Art der auf Schienen fahrbaren Unterkonstruktion gemeint. „Beide Kräne sind die letzten ihrer Art in Westfalen. Noch bis 1984 waren sie im Arbeitseinsatz“, erklärt die Stadt Dortmund. Die Kräne verwandelten sich in einen Lost Place. „Später, lange, nachdem sie außer Betrieb waren, wurden sie nach einem Brand aus Sicherheitsgründen demontiert“, heißt es.

Kran in Dortmund restauriert – jetzt schmückt er den Hafen

Bei diesem geschichtlichen Hintergrund ist es sicherlich kein Wunder, dass die Stadt Dortmund keine Kosten und Mühen gescheut hat: „Die Kosten für die Restaurierung, den Transport und die Montage des Portaldrehkrans auf der Promenade am Stadthafen betragen rund 410.000 Euro“. Es handele sich um eine Teilmaßnahme des Projekts „Gestaltung des öffentlichen Raumes Speicherstraße – Hafen“ und sei aus Mitteln der EU, des Bundes, des Landes NRW und der Stadt Dortmund gefördert worden.

Der Phoenix-See im Süden von Dortmund ist bereits ein beliebtes Ausflugsziel und Wohngebiet der Schönen und Reichen. Spektakuläre Luftbilder zeigen ihn komplett ohne Wasser. 1952 gab es außerdem in Dortmund weder Westfalenpark noch Florianturm. Allerdings zeigen historische Luftbildaufnahmen den „Vorläufer“. 

Rubriklistenbild: © Dieter Menne/dpa

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