Betrieb eingestellt

Aus für Krankenhaus trifft Landkreise in NRW - Entlassung von 420 Mitarbeitern

Das insolvente Evangelische Krankenhaus in Holzminden schließt, eine Rettung ist gescheitert. Das trifft auch zwei NRW-Kreise. 420 Beschäftigte erhalten die Kündigung.

Höxter - Das Klinik-Sterben geht weiter. Die Rettung des insolventen Evangelischen Krankenhauses im niedersächsischen Holzminden ist gescheitert. Der Betrieb wird heruntergefahren, 420 Beschäftigte werden die Kündigung erhalten.

Aus für Krankenhaus in Holzminden trifft auch NRW-Kreise Höxter und Lippe

Das am Mittwoch, 22. November, verkündete Aus ist ein Schlag auch für die benachbarten Landkreise Höxter und Lippe. Die Klinik ist nur einen halben Kilometer von der Weser und damit von der Grenze zu Nordrhein-Westfalen entfernt. Sie war in der Region eine Säule der Gesundheitsversorgung. Der Landrat des Kreises Höxter, Michael Stickeln, wird „die Krankenhausträger im Kreis Höxter dafür sensibilisieren, im Rahmen ihrer vorhandenen Möglichkeiten Kapazitäten vorzuhalten, um im Rahmen der rettungsdienstlichen Versorgung auch Notfallpatienten aufzunehmen, die mit Rettungsmitteln aus dem Nachbarkreis Holzminden in die Krankenhäuser gebracht werden“, heißt es in einer Stellungnahme des Kreises Höxter.

Stadt und Landkreis Holzminden „haben entschieden, den insolventen Krankenhausbetrieb nicht mit einer Betriebsgesellschaft zu übernehmen und mit einer Finanzspritze in Millionenhöhe zu stützen“, heißt es in einer Mitteilung der Insolvenzverwaltung Danko. Eine Reihe von Personalabgängen habe die Umsetzung des Restrukturierungskonzepts zuletzt immer unwahrscheinlicher gemacht. Nun ist es gescheitert.

„Um trotzdem eine medizinische Grundversorgung in Holzminden zu erhalten, wollen Stadt und Landkreis aber an der Übernahme des MVZ festhalten“, heißt es in der Mitteilung. Die Belegschaft wurde am Mittwoch über die Schließung informiert.

Klinikbetrieb in Holzminden heruntergefahren: 420 Kündigungen

Das Krankenhaus nimmt ab sofort keine neuen Patienten mehr auf. Der überwiegende Teil der rund 70 Patienten wird in den nächsten Tagen regulär entlassen. In den wenigen Fällen, wo dies erforderlich ist, wird eine Verlegung organisiert. „Die durchgängige Versorgung der Patientinnen und Patienten ist dabei weiter gewährleistet und hat allerhöchste Priorität“, betonte der vorläufige Insolvenzverwalter.

Der radikale Schritt kommt wenig überraschend. Schon als das Evangelische Krankenhaus in Holzminden Ende August Insolvenz anmeldete, sprach der Mehrheitsgesellschafter Agaplesion gAG von „keinerlei Perspektiven“.

Das Ende für die Klinik ist bereits die zweite schlechte Nachricht aus dem Gesundheitswesen innerhalb kürzester Zeit. Erst zwei Tage zuvor hatte die St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH in Paderborn die Entlassung von 108 Beschäftigten angekündigt. Dort stehen die Zeichen auf einen Rettung jedoch viel besser.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa/Symbolbild

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