Drama nach 39 Stunden mit trauriger Nachricht beendet
Vermisster Junge (9) tot geborgen - Kein Hinweis auf Fremdverschulden
[Update 14 Uhr] Hamm - Der in Hamm-Uentrop seit Samstagabend vermisste neunjährige Junge ist tot gefunden worden. Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es nicht.
Diese traurige Nachricht übermittelte die Polizei am Montagmorgen. Der Leichnam sei am Montag gegen 7.20 Uhr von einer Mitarbeiterin des Betriebsleiterteams leblos im Wasser treibend entdeckt worden, sagte die Polizeisprecher. Er wurde zeitnah aus dem See der Wasserskianlage an der Sundernstraße geborgen. Um kurz nach 9 Uhr verließ der Leichenwagen das Gelände; etwa zeitgleich wurde den Eltern die traurige Mitteilung überbracht.
Anschließend kehrte an der Anlage erst einmal beinahe gespenstische Ruhe ein. Unterbrochen wurde dieser zunächst allein durch die Ankunft einzelner Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge. So wurde unter anderem das Suchboot wieder abtransportiert.
Alles deutet auf tragisches Unglück hin
In welchem Bereich des Sees der Leichnam trieb, wurde zunächst ebenso wenig nicht bekannt wie die Unglücksumstände am Samstagabend. Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe es nicht, sagte ein Polizeisprecher. Alles deute auf ein tragisches Unglück hin. Die Maßnahmen der Polizei vor Ort waren am Montagmittag abgeschlossen, die Ermittlungen dauern aber noch an.
Die dramatische Suchaktion, die am frühen Samstagabend am und um den früheren Baggersee im Ortsteil Haaren begann, konnte damit nach rund 39 Stunden beendet werden.
Anlage öffnet am Nachmittag wieder
"Wir sind tief betroffen und traurig", sagte Heinz-Padberg, der die Anlage mit seiner Tochter betreibt. Seit Montagnachmittag läuft der Betrieb wieder.
Hier unsere Nachrichten seit Samstagabend zum Nachlesen:
Montag, 7.35 Uhr: Die Suche nach dem vermissten neunjährigen Jungen geht heute Morgen weiter. Die Wasserski-Anlage bleibt weiterhin gesperrt.
21.15 Uhr: In den sozialen Medien kursierten am Sonntag Gerüchte, dass der Junge gefunden worden sein soll. Dies dementiert die Polizei auf Nachfrage unserer Redaktion. Es werde weiter nach dem Kind gesucht. Mit Einbruch der Dunkelheit wurden die Suchmaßnahmen zumindest im Bereich der Wasserski-Anlage unterbrochen; am Montagmorgen sollte es weiter gehen.
19.45 Uhr: Feuerwehr und Polizei suchen auch in den Abendstunden an der Wasserski-Anlagen und in der Umgebung nach dem verschwundenen Neunjährigen. Sollte bis er zum Einbruch der Dunkelheit nicht gefunden werden, werde die Suche morgen fortgesetzt, teilte die Polizei mit. Die Wasserski-Anlage bleibe gesperrt, bis die Suche dort abgeschlossen sei.
14.15 Uhr: Die Suche läuft unverändert weiter auf Hochtouren. Ein weiterer Hubschrauber der Polizei kommt nun zum Einsatz, um die Umgebung weiter aus der Luft abzusuchen. Der Hubschrauber ist unter anderem mit einer Wärmebildkamera ausgestattet. Es ist noch nicht absehbar, wie lange sich die Suchmaßnahmen noch hinziehen werden.
12.52 Uhr: In diesen Minuten beginnt der nächste Versuch, den vermissten Jungen aufzuspüren. Erneut gehen die Hunde aufs Wasser, anschließend sollen noch einmal Taucher eingesetzt werden.
12.45 Uhr: Es gibt von der Wasserski-Anlage in Uentrop keinen neuen Sachstand. Die Suche läuft unverändert mit den notwendigen Pausen für Mensch und Tiere weiter, bislang haben die Hunde offenbar noch keine Spur aufnehmen können.
Flächensuchhunde und Wasserspürhunde im Einsatz
11.56 Uhr: Es sind auch wieder sogenannte Flächensuchhunde der Polizei im Einsatz.
11.49 Uhr: Immer wieder treffen hier Familien ein, die baden wollen - oder aber Sportler, die Wasserski fahren möchten. Auf der Facebookseite von Wasserski Hamm wird nicht auf die heutige Schließung hingewiesen, dies ist aber auf der Internetseite der Fall. Dort heißt es: "Achtung: Aufrund einer Suchaktion nach einem Kind, ist das Gelände zur Zeit geschlossen. Wir stehen in Kontakt mit Polizei und Feuerwehr und werden Sie auf dem Laufenden halten."
11.23 Uhr: Die Bevölkerung ist unverändert aufgerufen, die Augen offen zu halten. Zur Erinnerung noch einmal die Beschreibung: Der Junge trägt eine kurze blaue Hose mit gelben Fischen darauf und hat dunkelbraune Haare.
Polizei sucht auch im Umfeld der Wasserski-Anlage
11.19 Uhr: Christopher Grauwinkel, Pressesprecher der Polizei Hamm, erläuterte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass seitens der Polizei eine zweigleisige Suche verfolgt werde. Durch das dichte Gestrüpp am Boden des Sees gestalte sich die Suche im Wasser sehr schwierig. Suchmaßnahmen würden aber auch außerhalb des Sees fortgeführt. Kollegen suchten auch zu Fuß in der Umgebung. Es sei noch immer nicht auszuschließen, dass der Junge verletzt sei und deshalb hilflos irgendwo liege. Mit Hochdruck sei man am Suchen. Die Wasserski-Anlage werde so lange nicht von der Polizei freigegeben, bis ausgeschlossen werden könne, dass sich der Junge auf dem Gelände aufhalte.
10.00 Uhr: "Die Suche wird zäh", sagt der Einsatzleiter. Das liege daran, dass der See groß und die Spürnasen der weißen Schäferhunde klein seien. 19 Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie Polizei und Notfallseelsorge sind im Einsatz.
9.56 Uhr: Die Boote mit den Hunden sind inzwischen im Wasser. Zehn Minuten lang konnte der erste Hund suchen - wegen der bereits jetzt starken Hitze ist er jetzt ausgetauscht worden.
9.28 Uhr: Beamte der Polizei sowie Feuerwehr-Einsatzkräfte aus Hamm und Iserlohn sind inzwischen vor Ort. Die aus Iserlohn haben sogenannte Wasserspürhunde dabei. Diese extrem empfindlichen Tiere werden gleich auf Booten sitzen, die vorne Luken haben und werden versuchen, auf der Wasseroberfläche Hautpartikel des vermissten Jungen zu wittern.
9.26 Uhr: Die Vorbereitungen dazu, die Boote ins Wasser zu lassen, laufen aktuell. Die Wasserski-Anlage bleibt heute für die Öffentlichkeit selbstverständlich geschlossen.
8.21 Uhr: Die Familie des kleinen Jungen ist vor Ort an der Wasserski-Anlage - sie muss heute im Laufe des Tages mit der schlimmsten aller Nachrichten rechnen. Denn fast nichts spricht noch für ein glückliches Ende des Einsatzes.
Hier lesen Sie unsere Berichterstattung von Samstagabend
Der Junge war zuletzt am Samstag gegen 18 Uhr auf der Wasserskianlage an der Sundernstraße gesehen und danach als vermisst gemeldet worden. Ab 23 Uhr wurden spezielle "Mantrailer"-Suchhunde eingesetzt. Sie brachten den Eltern und den Einsatzkräften letztlich schlechte Nachrichten.
Konkret heißt das: Beide Hunde liefen beim Aufspüren von Spuren des Jungen immer wieder zum Wasser und nicht zum Ausgang des Freizeitbereichs. Es sei somit davon auszugehen, dass der Junge im Wasser ist, sagte Einsatzleiter und Kriminalhauptkommissar Michael Hesse gegenüber WA.de.
Damit waren die Maßnahmen gegen 1 Uhr zunächst beendet. Auch die Feuerwehr packte ihre Sachen zusammen.
Sicht durch Sand, Lehm und Matsch eingeschränkt
Am Sonntag geht es ab 8 Uhr weiter mit anderen Hunden, die im Wasser suchen können. Wenn die Hunde anschlagen, werden gezielt mit Taucher eingesetzt. Wenn nicht, wird es laut Hesse nicht lange dauern bis der Junge an die Oberfläche kommt, wenn er nicht irgendwo festhängt.
Man habe alles mögliche versucht, den Jungen zu finden, so Heese: mit Drohnen, Helikoptern und Wärmebildkamera, Tauchern mit Sonartechnik. Für Suchmaßnahmen sei der Baggersee schwierig, da die Sicht durch Sand, Lehm und Matsch eingeschränkt sei.
Das passierte den Abend über
Nach dem Bekanntwerden des Falls wurde das Wasserski-Areal an der Sundernstraße nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte komplett geräumt.
Bis zum Einbruch der Dunkelheit lief eine groß angelegte Suchaktion nach dem Jungen. Polizei- und Feuerwehrkräfte sowie die Rettungshundestaffel (Flächenhunde) der Feuerwehr Hamm durchsuchten das Gelände und das weitere Umfeld.
Suche mit Hunden fortgesetzt
Nachdem all die oben genannten Aktionen vorläufig ausgeschöpft und erfolglos beendet waren, orderte die Polizei eine so genannte Mantrailer-Staffel aus Gütersloh-Verl.
Mit Hilfe dreier speziell geschulter Hunde, die gegen 23 Uhr eintrafen, hofften die Einsatzkräfte nun auf hilfreiche Gerüche des Jungen, um seine Spur verfolgen zu können. Zum Team in Uentrop gehörten zwei "Mantrailer" und ein so genannter "Flächensucher". Sie wurden nacheinander eingesetzt.
Stärke konnte zu dieser Zeit zumindest nicht ausschließen, dass sich der Junge aus Angst vor den Einsatzkräften womöglich irgendwo versteckt halte.
Die Eltern des Jungen wurden den ganzen Abend über seelsorgerisch betreut.
Zum Schwimmen in Uentrop
Ersten Erkenntnissen zufolge war der Junge am Samstag mit seiner Familie zum Schwimmen auf der Wasserski-Anlage. Er habe zur fraglichen Zeit an Land gespielt, sei aber auch immer mal wieder ins Wasser gegangen, sagte der Einsatzleiter. Er konnte offenbar schwimmen - wenn auch nicht gut, heißt es.
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