Tierheim Soest
Jason hat „unsägliche Qualen erlitten“ – Hund verließ über 6 Jahre die Wohnung nicht
Der kleine Jason hat bei seinem Vorbesitzer „unsägliche Qualen erlitten“. Der Jack Russell Terrier wartet nun im Tierheim Soest auf ein neues, ruhiges Zuhause.
Soest - Das Tierheim Soest ist fassungslos. Am 3. Juni kam der kleine Jason zu ihnen. Der Jack Russell Terrier wurde seinem Vorbesitzer vom Veterinäramt weggenommen. Über sechs Jahre verließ der 13 Jahre alte Rüde die Wohnung, in der er gehalten wurde, nicht. Laut den Tierschützern hatte er „unsägliche Qualen erlitten“. Dank einer Operation kann Jason mittlerweile vorsichtig wieder auftreten – und wartet in dem Tierheim in Nordrhein-Westfalen auf einen neuen Lebensabschnitt bei einem neuen Besitzer.
Jason hat „unsägliche Qualen erlitten“ – Hund verließ über 6 Jahre die Wohnung nicht
„Uns fehlen die Worte für das, was manche Menschen Ihren Tieren antun“, schreiben die Tierschützer auf Facebook. Jason habe „viele Jahre Horror hinter sich“. Als der kleine Rüde zu ihnen kam, habe er „bei jedem Schritt grauenvolle Schmerzen gehabt“, erzählt Birgit Oberg, Leiterin des Tierheims Soest im Gespräch mit wa.de. „Über Jahre, nicht erst seit ein paar Monaten.“ Die Krallen des Hundes müssen sehr lange nicht geschnitten worden sein, waren eingewachsen und nicht abgelaufen.
Laut Oberg war Jason über sechs Jahre nicht draußen. „Als er zu uns kam, war er wirklich verstört – was auch kein Wunder ist, wenn man Jahr um Jahr in einer kleinen Wohnung eingesperrt ist.“ Der Jack Russell Terrier musste operiert werden. Die OP hat er nach Angaben der Tierheimleiterin sehr gut überstanden. „Er kann jetzt sogar ganz vorsichtig wieder auftreten.“ Nicht nur die Pfoten von Jason wurden behandelt. Auch eine Zahnsanierung war laut den Tierschützern nötig. Sieben Zähne mussten dem Hund gezogen werden. Sie waren „total verfault“.
Jason hatte „ein grausiges Leben“ – jetzt sucht er ein neues, geduldiges Zuhause
Der kleine Jason trägt jetzt noch eine Weile zwei dicke Verbände. Doch er ist laut Oberg bereit für ein neues Zuhause, für einen neuen Lebensabschnitt ohne Schmerzen. „Er kann jederzeit umziehen.“ Mittlerweile sei der Rüde sehr freundlich zu den Mitarbeitern im Tierheim und „sehr, sehr anhänglich“. Er wolle gerne gestreichelt werden und suche Anschluss.
Der Jack Russell Terrier muss noch regelmäßig zum Tierarzt, die Kosten werden laut Oberg vom Tierheim übernommen. „Uns wäre sehr daran gelegen, wenn Jason in einen ruhigen Haushalt käme“, so die Tierheimleiterin, „ohne Kinder und andere Tiere, wo man Rücksicht darauf nimmt, dass der Hund viele Jahre ein grausiges Leben hatte und alles nicht so funktioniert wie bei anderen Hunden.“
Vielleicht sei der Rüde anfangs etwas unsicher und unbeholfen. „Er muss jetzt erstmal wieder ganz vorsichtig lernen, spazieren zu gehen“, so Birgit Oberg, die sich gut einen Rentner als neuen Besitzer für Jason vorstellen kann.
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