Halsbandsittiche
In NRW leben grüne Papageien – auch in Mülheim werden sie gesichtet
Die grünen Halsbandsittiche breiten sich in NRW aus. In Köln und Düsseldorf gehören sie zum Stadtbild. In Mülheim an der Ruhr werden sie jetzt öfter gesehen.
Mülheim – Bunte Vögel gibt es im Ruhrgebiet und NRW einige. Nur die Wenigsten davon können fliegen. Und wenn doch, sind es aller Wahrscheinlichkeit nach die Papageienart der grünen Halsbandsittiche. In Köln und Düsseldorf fühlen sich die Tiere schon lange wohl. Nun sind sie auch in Mülheim an der Ruhr gesichtet worden.
Grüne Papageien in NRW: In Köln und Düsseldorf sind sie längst zuhause
In Städten wie Köln sind die grünen Papageien der Halsbandsittiche längst Teil des Stadtbildes, berichtet 24RHEIN. Doch bei den Stadtbewohnern gibt es zu den Papageien geteilte Meinungen: Die einen finden die Vögel schön und freuen sich, wenn die Papageien zutraulicher werden. Andere finden, die Papageien machen zu viel Dreck, die bunten Vögel seien zu laut.
Die erste Brut der Vögel wurde laut NABU im Jahr 1969 in Köln festgestellt. „Von dort hat sich der Vogel nach und nach in andere Städte ausgebreitet oder unabhängige Populationen aufgebaut“, heißt es auf der Website. So etwa nach Düsseldorf, wo die Halsbandsittiche auch Kö-Papageien genannt werden, weil sie öfter auf der beliebten Einkaufsstraße gesichtet werden.
Halsbandsittiche leben schon länger in Mülheim an der Ruhr
Jetzt scheinen sie sich auch in Mülheim an der Ruhr niedergelassen zu haben. Verschiedene Medien berichten von Sichtungen in Saarn oder Speldorf. Elke Brandt ist Vorsitzende des NABU Regionalverbandes Ruhr. Sie sagt: „Die Vögel leben schon länger in Mülheim.“ Jetzt scheint sich die Population allerdings deutlich vergrößert zu haben. „Dann fällt das natürlich den Menschen auch eher auf, wenn mehr Tiere zu sehen sind.“
| Name: | Halsbandsittiche |
| Gewicht: | 130 g (Erwachsener) |
| Art: | Halsbandsittich |
| Familie: | Eigentliche Papageien (Psittacidae) |
| Gattung: | Edelsittiche (Psittacula) |
| Ordnung: | Papageien (Psittaciformes) |
Wie Brand berichtet, sei das Klima für die Halsbandsittiche in Deutschland eigentlich nicht geeignet. Die Vögel stammen ursprünglich aus Asien und Afrika. „Doch seit die Winter hierzulande nicht mehr so kalt sind, können sie auch hier überleben.“ Die Sitttiche ernähren sich von Früchten, darunter auch Äpfel. „Das freut die Apfelbaumbesitzer dann natürlich nicht so sehr“, sagt Brandt. Doch die Vögel nehmen auch Futterhilfe vom Mensch an. Demnach haben Anwohner aus Mülheim-Auberg die Vögel an Futterstellen gesehen, sagt Brandt. „Wenn Futter angeboten wird, nehmen die Vögel das natürlich auch an.“
NABU: „Grüne Papageien werden sich weiter in NRW ausbreiten“
Und wo halten sich die Halsbandsittiche am liebsten auf? „Sie sind Höhlenbrüter“, sagt Brandt. Sie nisten in Baumkronen, aber auch in Häuserdämmungen – „sehr zum Leidwesen der Hausbesitzer.“ Die Tiere nehmen aber auch Nisthilfen an, die die Menschen aufgestellt haben. „Das sind dann zum Beispiel Hausbesitzer, die sagen: ‚Nehmt die Nisthilfe, dann müsst ihr am Haus keine Höhle bauen.‘“ Das Zusammenleben mit dem Menschen könne mitunter schwierig sein. Die Papageien schlafen in Gruppen zusammen und bleiben für einige Zeit am gleichen Ort. Der Vogelkot störe die Anwohner. Auch laut könne es werden. „Man kennt das ja, wenn im Herbst so ein Schwarm Zugvögel über den Himmel zieht. Das ist nicht leise“, sagt Brandt.
Doch, dass die Tiere jetzt dauerhaft in Deutschland bleiben, sei sicher. Es gebe Populationen bis nach Amsterdam, „den Rhein rauf und runter.“ Sie glaubt, dass die Tiere sich nun auch rechts und links der Rheinschiene verbreiten werden. „Wenn eine fremde Tierart einen passenden Lebensraum findet, bleibt sie“, sagt Brandt. Man dürfe die Halsbandsittiche allerdings nicht mit den ähnlich aussehenden Alexandersittichen vergleichen, eine deutlich seltenere und größere Art. „Wenn also jemand einen sehr großen, grünen Papagei sieht, ist das aller Wahrscheinlichkeit nach ein Alexandersittich.“ Deren Population sei bislang noch nicht so groß. (ebu)
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