ÖPNV wird bestreikt

Streik in NRW: Millionen Menschen in vielen Städten betroffen

Nach gescheiterten Tarifverhandlungen ruft Verdi erneut zum Streik in NRW auf. Es kommt zu enormen Einschränkungen, vor allem im ÖPNV.

Köln – Verdi will‘s wissen. Bereits Anfang Februar hatte die Gewerkschaft Verdi in zahlreichen Verkehrsunternehmen in NRW-Städten zum Streik aufgerufen. Zwei Wochen später fiel der ÖPNV in vielen Städten in Nordrhein-Westfalen erneut aus. In Köln war der gesamte Bus- und Bahnbetrieb der KVB lahmgelegt. Am Montag (27. Februar) hat nun die nächste Streik-Runde in vielen NRW-Städten begonnen – und am Dienstag (28. Februar) geht es weiter.

Streiks in NRW: Wo am Dienstag gestreikt wird

  • Streik in Aachen: ÖPNV und gesamter Kommunalbereich in Aachen und Kreis Heinsberg und Düren betroffen
  • Streik bei der Rheinbahn in Düsseldorf (auch am Mittwoch)
  • Streik bei der NEW in Mönchengladbach
  • Streik bei den DVG in Duisburg
  • Streik bei städtischen Kitas in mehreren NRW-Städten
  • ÖPNV-Streik in Bielefeld, berichtet wa.de
  • Streik beim ÖPNV in Wuppertal, Solingen und Remscheid, berichtet wa.de
  • Hinweis: Das ist nur eine Auswahl. Es gibt weitere Streiks am Dienstag
Der Warnstreik von Verdi geht weiter: In zahlreichen Städten in NRW kommt es zu Einschränkungen. (24RHEIN-Montage)

Streiks in NRW: Warum ruft die Gewerkschaft Verdi zur Arbeitsniederlegung auf?

Die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund dbb fordern 10,5 Prozent mehr Lohn für die 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Verhandelt wird über die Einkommen unter anderem von Müllwerkern, Erzieherinnen und Erziehern, Pflegekräften, Busfahrerinnen und Busfahrern. Tausende Berufe sind betroffen – auch Feuerwehrleute, Klärwerksmitarbeiter, Förster und Ärzte. Nun verlief auch die zweite Runde der Tarifverhandlungen ergebnislos, daher kündigte Verdi erneute Streiks an.

Offenbar hätten die zurückliegenden Aktionen und Proteste nicht ausgereicht, um die Arbeitgeber zum Umdenken zu veranlassen, heißt es von Gewerkschaftsseite: „Dann werden wir eine Schippe drauflegen“, erklärte Frank Werneke, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft am Donnerstag (23. Februar).

Bisherige Tarifverhandlungen gescheitert

Bisher hatten die Arbeitgeber bei den zweitägigen Verhandlungen in Potsdam ein Angebot vorgelegt, das eine tabellenwirksame Erhöhung von drei Prozent Ende 2023 und zwei Prozent Mitte 2024 über eine Laufzeit von 27 Monaten vorsieht.

„Die Beschäftigten machen mit den Streiks gemeinsam Druck auf die jeweiligen Arbeitgeber, weil in den bisherigen Verhandlungen im öffentlichen Dienst kein akzeptables Angebot unterbreitet wurde“, betont Andrea Becker, Landesfachbereichsleiterin in ver.di-NRW. „Sie brauchen deutlich mehr Geld, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Das müssen die Arbeitgeber einsehen und dementsprechend reagieren.“

Streik in NRW: Hier wurde schon am Montag gestreikt?

Weitere Tarifverhandlungen Ende März geplant

Vom 27. März bis 29. März sollen die Verhandlungen für die Beschäftigten in Bund und Kommunen in Potsdam fortgesetzt werden – dann bereits in der dritten Runde. Bis dahin und vor allem kurz vorher könnte es in NRW nochmals zu einer Streikwelle kommen. (tkip) Dieser Text wurde zuletzt am 28. Februar aktualisiert.

Rubriklistenbild: © dpa/Christian Charisius&Jens Büttner

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