„Asoziales Verhalten“
Polizeieinsatz im Kino: Randale bei „Creed III“-Vorstellung
Die Vorstellung des Films „Creed III“ wurde abgebrochen: Einige Kinobesucher hatten im Cinemaxx Essen randaliert. Die Polizei vermutet einen Social-Media-Trend.
Essen – Eine Vorstellung des neuen Films „Creed III“ im Cinemaxx in Essen musste am Samstagabend abgebrochen werden. Einige der Kinobesucher sollen sich so daneben benommen haben, dass sogar die Polizei anrücken musste, um den Saal zu räumen. Es war nicht der einzige Vorfall dieser Art in NRW in den vergangenen Tagen.
Creed III: Mehrere Vorfälle in NRW-Kinos am ersten Wochenende
Der Film „Creed III“ startete am 2. März offiziell in den deutschen Kinos. Obwohl der dritte Teil der Creed-Reihe ohne „Rocky“-Darsteller Sylvester Stallone auskommen muss, sind bislang viele Kritiken durchaus positiv. In den USA spielte der Film allein am ersten Wochenende schon knapp 40 Millionen Dollar ein. Und auch in Deutschland strömen viele Fans in die Kinos. Trotzdem bereitet der neue Creed-Film einigen Kinobetreibern in NRW schon nach den ersten Tagen Sorgen.
Denn bereits mehrfach ist es am ersten Wochenende seit Filmstart zu chaotischen Szenen in den Kinos gekommen. Das Kino „Tichelpark Cinemas“ in Kleve sprach am Freitagabend von einem „Tsunami von entmenschlichtem, völlig außer Kontrolle geratenem ‚Kinder‘publikum“, das das Kino „ohne Vorwarnung überrollt“ habe. Der Kinosaal habe einem „Schlachtfeld“ geglichen, nachdem Unmengen an Müll, Popcorn und Getränken durch die Gegend geflogen seien. Am Samstag gab es dann offenbar einen ähnlichen Vorfall in Solingen. Im dortigen Kino „Lumen“ soll es ebenfalls chaotisch zugegangen sein.
Creed III im Cinemaxx Essen: Randale führen zu Polizeieinsatz
Und auch in Essen sorgte eine „Creed III“-Vorstellung für Trubel. Im Cinemaxx im Essener Westviertel mussten die Mitarbeiter des Kinos am Samstag gegen 18:30 Uhr sogar die Polizei um Unterstützung bitten. Es sei zu „randalierendem Verhalten einiger Kinobesucher“ gekommen, berichtet die Polizei am Sonntag. „Gäste standen auf, kletterten über Sitze und warfen mit Snacks durch den Saal“, heißt es weiter.
Die Kinobetreiber entschieden sich daraufhin, die Filmvorstellung abzubrechen. Die rund 440 Menschen im Saal wurden gebeten, den Kinosaal zu räumen. Da die Stimmung „aufgeheizt“ gewesen sei, und sich laut Polizeiangaben rund 40 Personen geweigert haben, zu gehen, rückte die Polizei mit mehreren Streifenwagen an. Insgesamt neun Streifenwagen mit 18 Beamten fuhren am Cinemaxx vor, wie eine Sprecherin der Polizei auf WA-Nachfrage mitteilt. Die Einsatzkräfte setzten danach das Hausrecht durch und räumten den Saal.
Die Creed-Filme
Die Creed-Reihe ist Teil des weltberühmten Rocky-Franchises. Doch anders als in den Rocky-Filmen mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle, erzählen die Creed-Filme die Geschichte des Boxers Adonis Creed (verkörpert von Michael B. Jordan). Adonis ist der Sohn des ehemaligen Schwergewichtsweltmeisters und Rocky-Gegners Apollo Creed.
Der erste Creed-Film ist 2015 erschienen und spielte weltweit über 170 Millionen Dollar ein. Der zweite Teil erschien 2018 und spielte rund 214 Millionen US-Dollar ein. Creed III ist nach den ersten Tagen auf einem guten Weg, das sogar noch zu toppen.
Randale bei „Creed III“-Vorstellungen: Polizei vermutet „negativen TikTok-Trend“
Die Polizei vermutet, dass die Häufung der aktuellen Vorfälle kein Zufall ist, sondern sich ein Social-Media-Trend dahinter verberge. „Es ist nicht auszuschließen, dass es sich bei der Aktion um einen aktuellen negativen TikTok-Trend handelt. Hierbei zeigen einige Personen ein derart asoziales Verhalten, welches dazu führen soll, einen Kinofilm abbrechen zu lassen. Dass man hierdurch vielen anständigen Leuten den Abend vermiest, scheint die angehenden „Social-Media-Stars“ und „Möchtegern-Influencer“ nicht im Geringsten zu interessieren“, findet die Polizei Essen am Sonntag deutliche Worte. „Wir bitten eindringlich darum, diesem möglichen Trend nicht zu folgen.“
Im Cinemaxx sei es zwar nach bisherigem Stand zu keinen Straftaten gekommen, aber künftig könnten bei ähnlichen Vorfällen Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden.
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