Ausflugsziel
Malerische See-Landschaft im Ruhrgebiet – und eine besondere Wasserburg
Im Südosten des Baldeneysees in Essen steht das Haus Scheppen auf einer Insel. Bis vor etwa 100 Jahren lag die Ruine noch an Land. Was hat es damit auf sich?
Essen – Der Baldeneysee in Essen lockt jedes Jahr unzählige Besucher aus ganz NRW an. Zuletzt wurde im August der 90. Geburtstag des Baldeneysees gefeiert. Der Uferweg ist von Platanen gesäumt, auch im Herbst ist der See ein wunderbares Ausflugsziel mitten im Ruhrgebiet. Während man im Norden des Sees bereits vom weiten die Villa Hügel sehen kann, versteckt sich im Südosten des Baldeneysees mit dem Haus Scheppen eine weitere Besonderheit. Was heute wie eine Wasserburg aussieht, stand früher einmal an Land. Doch wie entstand die kleine Insel am Baldeneysee?
Haus Scheppen am Baldeneysee: Mittelalterburg existiert seit fast 900 Jahren in Essen
Das Haus Scheppen ist eine Burg, die im Mittelalter ihren Ursprung hat. Erste Nachweise finden sich laut dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) im 14. Jahrhundert, als 1344 ein gewisser Gillburg von Scheppen als Besitzer genannt wurde. Im weiteren Verlauf waren der Ritter Kracht Stecke, damals auch Besitzer des Hauses Baldeney, die Freiherren von Bottlenberg, genannt Schirp, und die freiherrliche Familie von Ritz Eigentümer des Hauses Scheppen. „1930 diente Haus Scheppen als Unterkunft für Bergleute der nahe gelegenen Zeche Pörtingsiepen“, so der LVR. Während dieser Zeit befand sich die Burg noch an Land.
Gillburg von Scheppen
Gillburg von Scheppen lebte im 14. Jahrhundert und wurde als der erste Besitzer des Haus Scheppen 1344 erstmals urkundlich erwähnt. Er gilt als der Namensgeber der heutigen Wasserburg im Baldeneysee.
Wasserburg im Baldeneysee: Haus Scheppen seit 100 Jahren vom Wasser umgeben
Aufgrund der Bauweise gehen Experten des LVR davon aus, dass das Haus Scheppen schon in seinen Anfängen einen Wassergraben hatte. Später stand es aber ohne Wasser an Land. Zur echten Wasserburg wurde Haus Scheppen erst viel später, nämlich im Jahr 1935. In diesem Jahr wurde der Baldeneysee durch Wasser aus der Ruhr aufgestaut. Seither ist das Haus Scheppen laut LVR vom Wasser des Sees umschlossen.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der südwestliche Flügel der Wasserburg weitgehend zerstört. „Sämtliche Dächer des Hauses brannten bei dem daraus resultierenden Feuer ab“, so der LVR. In den 2000er Jahren mussten weitere Teile der Burg entfernt werden. Heute sind daher nur noch Ruinen von Haus Scheppen übrig.
Haus Scheppen in Essen: Kanuverein und Hafen umgeben Überbleibsel der Ruine
Das Areal von Haus Scheppen wird immer noch genutzt. Denn dort hat der Essener Fahrtensegler und Kanuverein (EFKV) seinen Sitz. Passend dazu gibt es rund um die Ruine der Wasserburg einen Hafen, der auch zum Anlegen genutzt werden kann. „Der Hafen beherbergt rund 80 Bootsliegeplätze mit Stromanschluss, die für Boote bis zehn Meter Länge und ein Meter dreißig Tiefgang geeignet sind“, heißt es auf der Webseite vom Baldeneysee. Wer dort anlegen will, soll sich mit dem Hafenmeister des Hafens Haus Scheppen in Verbindung setzen. Auch der Anleger Haus Scheppen und der Essener Yachtclub befinden sich in unmittelbarer Nähe von Haus Scheppen.
Haus Scheppen
► Was? Ehemalige Burg und heutige Ruine im Baldeneysee
► Erster Besitzer: Gillburg von Scheppen (1344)
► Adresse: Hardenbergufer 389, 45239 Essen
► In der Nähe: Hafen Haus Scheppen, Essener Fahrtensegler und Kanuverein (EFKV), Essener Yachtclub, Motorradtreff Haus Scheppen
Wasserburg im Baldeneysee: Das kann man rund um Haus Scheppen alles machen
Rund um das Haus Scheppen gibt es noch weitere Aktivitäten. Unweit der Wasserburg findet laut dem Baldeneysee auch der Motorradtreff Haus Scheppen statt, bei dem sich regelmäßig Biker am See zusammenfinden. Am Bahnhof Haus Scheppen endet außerdem die Hespertalbahn, die Museumseisenbahn Essens. Darüber hinaus gibt es an zwei Buden in der Nähe des Haus Scheppen Getränke.
Anfahrt und Parken
Wer das Haus Scheppen besuchen will, kann zur Anreise sowohl das Auto, als auch den ÖPNV nutzen. Autofahrer erreichen die Wasserburg am besten über die Bundesstraße 224. Diese führt durch den Stadtteil Werden und über die Fischlaker Straße bis zum Haus Scheppen. Geparkt werden sollte laut Baldeneysee am besten auf dem öffentlichen Parkplatz an der Straße Pörtingsiepen kurz vor Haus Scheppen, da die wenigen Parkplätze vor Ort oftmals sehr schnell belegt sind. Von dort aus geht es zu Fuß zur Wasserburg.
- Anfahrt mit dem Auto: B224 über Essen-Werden nutzen und die Fischlaker Straße Richtung Baldeneysee befahren. Nach Möglichkeit den öffentlichen Parkplatz an der Straße Pörtingsiepen nutzen.
- Anfahrt mit dem ÖPNV: Eine der Ruhrbahn-Buslinien nach Essen-Werden nutzen und von dort aus zu Fuß weiter zum Haus Scheppen gehen
Besucher, die den ÖPNV nutzen wollen, um zum Haus Scheppen zu kommen, können eine der Buslinien der Ruhrbahn nach Essen-Werden nutzen. Von dort aus geht es zu Fuß weiter zur Wasserburg am Baldeneysee. (jr)
Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago


