„Tyre Extinguishers“

Klima-Aktivisten machen massenweise Reifen an Autos platt: „Sie werden wütend sein“

In Essen haben Klima-Aktivisten der „Tyre Extinguishers“ erneut zugeschlagen und Luft aus SUV-Reifen gelassen. Die Polizei ermittelt.

Essen – 2023 kann bislang durchaus als das Jahr der Klimaproteste bezeichnet werden. Angefangen mit der Situation in Lützerath, über diverse ÖPNV-Streiks in NRW in Kooperation mit Fridays for Future bis hin zu den sogenannten „Klima-Klebern“ und ihrer eigenen Form des Protests. Nun sorgt eine weitere Gruppe für Aufsehen: Die sogenannten „Tyre Extinguishers“, die online dazu auffordern, Luft aus SUV-Autoreifen zu lassen. Feste Mitglieder oder Strippenzieher sind nicht erkennbar. Offenbar kann sich jeder an den fragwürdigen Protestaktionen beteiligen, im Internet stellt die Gruppe gar eine Anleitung zum Plätten der Reifen zur Verfügung.

Klima-Aktivisten plätten massenweise Reifen von SUVs in Essen – Gruppe hinterlässt Bekennerschreiben

„Tyre Extinguishers“ – warum heißt die Gruppe so?

Der Begriff „Tyre Extinguishers“, zu deutsch „Reifen-Löscher“, dürfte an den Begriff „Fire Extinguisher“ angelehnt sein, der übersetzt „Feuerlöscher“ bedeutet.

In Essen in NRW sei dies bislang bereits vier Mal geschehen, so Polizeisprecherin Sonja Kochem gegenüber wa.de. Allein in den vergangenen Tagen hätten acht SUV-Besitzerinnen und -Besitzer Anzeige gegen Unbekannt erstattet – weil die Luft aus ihren Reifen gelassen worden war. „Vor allem im Stadtteil Werden war die Gruppierung bislang aktiv. Wir haben Anzeigen aufgenommen und führen Ermittlungen“, so die Sprecherin auf Nachfrage. Ein Merkmal der Gruppierung: Bekennerschreiben, die sie am Tatort hinterlassen und die als Vorlage aktuell in 14 Sprachen auf der Homepage der „Tyre Extinguishers“ zu finden sind.

Platte SUV-Reifen in Essen: Bekennerschreiben hinter der Windschutzscheibe – Gruppe nennt Gründe

  • SUVs seien ein Klimadesaster: Weil sie größer und schwerer seien, würden SUVs mehr Sprit verbrauchen; sie sind der zweithäufigste Grund weltweit für die steigenden Kohlendioxid-Emissionen.
  • SUVs würden Luftverschmutzung verursachen: Größere Autos würden mehr toxische Gase ausstoßen, so die Initiative. Luftverschmutzung könne zu gesundheitlichen Problemen, die von Herzattacken über Lungenprobleme reichen, führen.
  • SUVs seien gefährlich: Für SUV-Passagiere und -fahrerinnen sowie -fahrer sei das Risiko tödlicher Unfälle deutlich höher als mit einem „normalgroßen“ Auto.
  • SUVs in den Städten seien unnötig: Etwa drei Viertel aller weltweit verkaufen, „Off-Road“-SUVs würden dem Bündnis zufolge in Städten verkauft und seien dort schlicht unnötig. „Sie sind vor allem ein Symbol für Eitelkeit“, so die „Tyre Extinguishers“.
Wenn sie die Luft aus den Reifen gelassen haben, hinterlassen die „Tyre Extinguishers“ ein Bekennerschreiben am Tatort. (IDZRNRW-Montage).

„Sie werden wütend sein, aber nehmen Sie es nicht persönlich. Es liegt nicht an Ihnen, sondern an ihrem Auto“, ist dort beispielsweise zu lesen; und weiter: „SUVs sind eine Katastrophe für unser Klima und die zweitgrößte Ursache für den weltweiten Anstieg der Kohlendioxidemissionen in den letzten 10 Jahren.“ Doch damit noch nicht genug: „SUVs verursachen mehr Luftverschmutzung als kleinere Autos. Bei Zusammenstößen mit SUVs werden eher Menschen getötet als bei normalen Autos. SUVs sind unnötig und reine Eitelkeit.“ (mo)

Rubriklistenbild: © Noah Wedel/Imago & Homepage der „Tyre Extinguishers“

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