Galeria insolvent

Galeria-Schließungen: Auch in der Geschäftsstelle in Essen soll es Einschnitte geben

Die Auswirkungen der Galeria-Pleite werden immer deutlicher spürbar: Es wird Filialschließungen geben, auch wenn Details noch unklar sind. Was heißt das für die Mitarbeiter?

Essen – Abermals steckt die letzte große deutsche Warenhauskette Galeria in argen Schwierigkeiten. Berichten zufolge könnten rund 60 Filialen dichtgemacht werden, viele in NRW. Aber auch der Geschäftsstelle in Essen drohen Einschnitte. Nun gibt der Insolvenzverwalter weitere Einblicke.

Überblick zur Galeria-Krise

► Ende Oktober 2022 musste die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof zum zweiten Mal innerhalb von weniger als drei Jahren Insolvenz anmelden.

► Um den Wiederaufbau zu gewährleisten, suchte Galeria die Rettung über ein Schutzschirm-Insolvenzverfahren.

► Auch Galeria-Standorte in NRW sollen von Schließungen betroffen sein. Dazu zählen die Filiale im Limbecker Platz in Essen und weitere Filialen in Münster, Dortmund und Duisburg.

► Laut dem Generalbevollmächtigten Arndt Geiwitz sollen Berichten zufolge auch Stellen in der Essener Zentrale gekürzt werden.

► Für die Filialen führe Galeria Gespräche mit den Vermietern und möglichen Investoren, um so wenig Mitarbeiter wie möglich entlassen zu müssen.

► Zur Sanierung wolle Galeria-Eigentümer Signa rund 200 Millionen Euro investieren.

►Ziel von Galeria laut Geiwitz: In den nächsten drei bis vier Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben.

Insolvenz zwingt Galeria zu erheblichem Personalabbau und Filialschließungen

Zum zweiten Mal innerhalb von weniger als drei Jahren musste Galeria Karstadt Kaufhof im Oktober 2022 die finanzielle Rettung über ein Schutzschirm-Insolvenzverfahren beantragen. Um das Unternehmen zu sanieren, muss die Warenhauskette nun Ausgaben einsparen. Große Kostenpunkte sind Mieten für die Filialen und Personalkosten.

Zuletzt standen nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung bis zu 60 Filialen deutschlandweit vor dem Aus. Erst vor Kurzem war bekannt geworden, dass von den Filialschließungen unter anderem die Galeria am Limbecker Platz in Essen betroffen sein könnte. Um Filialschließungen zu vermeiden, wolle Galeria einige Standorte verkleinern, erklärte der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz, der die Konzernführung in allen Geschäften vertritt. Laut ihm werde es auch Einschnitte in der Galeria-Zentrale in Essen geben.

Galeria-Zentrale in Essen am stärksten von Personalabbau betroffen

Am Hauptsitz von Galeria Karstadt Kaufhof in Essen in NRW komme es definitiv zu Veränderungen. „Den größten Aderlass wird es in der Zentrale geben“, sagte Geiwitz, der zugleich noch als Insolvenzverwalter agiert. Eine genaue Zahl, wie viele Beschäftigte am Ende gehen müssten, nannte Geiwitz nicht. Um zukünftig trotzdem alle Filialen gut betreuen zu können, werde es laut Geiwitz zukünftig fünf Regionalmanager geben.

Er betonte aber, Medienberichte, wonach die Hälfte der 1.200 Mitarbeiter aus der Zentrale vor dem Aus stünden, seien „zu hoch gegriffen“. Laut einem Bericht der WAZ soll Geiwitz allerdings davon gesprochen haben, 40 Prozent aller Stellen im Service-Center streichen zu wollen. Das entspräche rund 500 Mitarbeitern. Die Galeria-Geschäftsführung wollte sich auf Anfrage von wa.de nicht konkret dazu äußern, wie viele Mitarbeiter in der Zentrale von den Personalkürzungen betroffen sein werden.

In Galeria-Filialen so wenig Entlassungen wie möglich – „Wir haben jetzt schon zu wenig Fachkräfte“

In den Filialen wolle Galeria laut Geiwitz so wenig Mitarbeiter wie möglich entlassen. „Wir haben jetzt schon zu wenig Fachkräfte“, so Geiwitz. Auch wo Galeria-Filialen schlössen, müssten die Mitarbeiter nicht unbedingt arbeitslos werden, betonte der Sanierungsexperte. Man verhandle noch mit Interessenten, die die Filialen nutzen wollen und hoffe, dass viele Beschäftigte in zur Schließung vorgesehenen Filialen bei dem jeweiligen Erwerber weiterbeschäftigt werden können, so Geiwitz weiter.

Mit Blick auf die geplanten Filialschließungen wolle sich Galeria vor allem von Häusern trennen, die dauerhaft Verluste schreiben. „Wie viele das sein werden, steht noch nicht fest“, so Geiwitz.

Galeria: Ziel in drei bis vier Jahren wieder schwarze Zahlen zu schreiben

Die Schließungen von Filialen und der Personalabbau reichen laut dem Generalbevollmächtigten allerdings nicht aus, damit sich der Konzern wieder von der Krise erhole. Damit man wieder schwarze Zahlen schreiben könne, müsse es eine zusätzliche Finanzspritze geben. Galeria-Eigentümer Signa soll Berichten zufolge laut Geiwitz bereit sein, 200 Millionen Euro für die Umstrukturierungen zur Verfügung zu stellen.

Bis Galeria wieder schwarze Zahlen schreibe, werden allerdings mindestens drei Jahre vergehen müssen, so der Insolvenzverwalter. Zuvor sei im Zuge von Umstrukturierungen und Umbaumaßnahmen mit Verlusten zu rechnen. Dennoch glaubt Geiwitz an eine Zukunft der Filialen: „Ich bin davon überzeugt, dass die Galeria-Warenhäuser eine Zukunft haben, wenn auch nicht in ihrer derzeitigen Form“, so der Generalbevollmächtigte. (jr mit dpa)

Rubriklistenbild: © Dorit Kerlekin/Imago

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