Nach Insolvenz
Galeria-Schließung: So bereitet sich der Limbecker Platz in Essen vor
Galeria nimmt einen Großteil der Fläche vom Shoppingcenter Limbecker Platz in Essen ein. Jetzt droht der Filiale das Aus. Wie geht es mit dem Center weiter, falls Galeria verschwindet?
Essen – Die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof steht vor dem Aus. Bereits zwei Mal half der Staat mit Hilfen in dreistelliger Millionenhöhe beim Handelsriesen, der aus der Fusion der Traditionsunternehmen Karstadt und Kaufhof entstanden ist, aus, und dennoch: Das Unternehmen hat am 22. Oktober 2022 zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren ein Schutzschirmverfahren beantragt, um die Pleite abzuwenden. Am Ende des Verfahrens muss der Konzern einen Sanierungsplan vorlegen. Und das hat Folgen: Im Zuge dessen soll es zu einem massiven Abbau von Filialen kommen. Doch was passiert dann mit den vielen freien Verkaufsflächen?
Limbecker Platz in Essen: Shoppingcenter auf Galeria-Schließung vorbereitet
In Nordrhein-Westfalen gibt es aktuell 31 Filialen der Kaufhauskette – in 25 Städten. Eine davon befindet sich im Shoppingcenter Limbecker Platz in Essen. Mehr als 200 Shops sind dort vertreten, auf einer Verkaufsfläche von 70.000 Quadratmetern. Und einer der größten: Die Galeria-Filiale auf insgesamt drei Stockwerken. Sollte sich der Konzern im Zuge der Schließungen aus dem Essener Center zurückziehen, so wäre schlagartig ein großer Teil der Verkaufsfläche frei. Gibt es dort bereits Planungen, um einen derart gewaltigen möglichen Leerstand zu vermeiden?
„Wir führen zurzeit noch Gespräche“, wie Centermanager Anastasios Meliopoulos gegenüber wa.de erklärt. Konkret werden könne er deshalb noch nicht. Aber: „Generell gibt es aber immer Szenarien für den Fall, dass Verkaufsflächen frei werden könnten“. Das Shoppingcenter Limbecker Platz sei immerhin ein lukrativer Verkaufsstandort. Sowohl Bestands- als auch Neumieter kämen dann für eine Vergabe von Verkaufsflächen infrage, so Meliopoulos. Ob es im Fall von Galeria dazu kommt, ist noch nicht klar.
Galeria-Schließungen: Zwei Drittel der Filialen könnte laut internem Papier schließen
Denn: Welche Filialen der Galeria-Kette schlussendlich schließen werden, steht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest. Fest steht aber: Es werden viele sein und die Limbecker-Platz-Filiale ist unter den möglichen Kandidaten. Der Insolvenzverwalter von Galeria, Arndt Geiwitz, erklärte zuletzt gegenüber dem WDR, dass nur der harte Kern der Filialen in Deutschland weiter bestehen wird. Und Unternehmenschef Miguel Müllenbach sprach gegenüber der FAZ davon, dass ein Drittel der 131 Filialen in Deutschland geschlossen werden müssten.
Laut einem internen Schreiben, auf das sich die Lebensmittelzeitung beruft, könnten allerdings weitaus mehr Kaufhäuser von den Maßnahmen betroffen sein: Im Zuge des aktuellen Insolvenzverfahrens könnten 90 Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof in naher Zukunft dichtmachen. Das wären dann mehr als zwei Drittel. Noch im Januar soll die Entscheidung fallen, welche Standorte von den Schließungen betroffen sein werden.
Galeria Karstadt Kaufhof: Filialen bereits zweite Mal von Schließungen bedroht
Für Galeria Karstadt Kaufhof ist es dabei nicht der erste größere Abbau von Stores: Bereits 2020 mussten 40 Filialen ihre Pforten schließen, zwölf davon in NRW. Laut Informationen des Handesblatts könnten als Erstes jene Häuser von Galeria betroffen sein, die bereits damals auf der Abschussliste standen. Einige konnten ihren Erhalt durch Mietminderungen der Vermieter sichern, darunter auch Standorte in NRW – bis jetzt. Nun folgt also der nächste Rückschlag für die rund 17.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Warenhaus-Kette. (mg)
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